Ankündigung: Verteilung des ERI-Sonderdrucks „Implodiert die Stuttgarter S-Bahn?“

Ab kommenden Montag früh wird der gleichnamige Artikel aus der renommierten Schweizer Fachzeitschrift Eisenbahn Revue International, Ausgabe 6/2013 als Sonderdruck an vielen S-Bahn-Stationen des VVS an die Pendler im Berufsverkehr verteilt werden. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir aus Kapazitätsgründen die Verteilung nicht an allen Stationen und täglich vornehmen können. Falls Sie keinen bekommen, kommen Sie bitte an der Mahnwache gegenüber dem Hauptbahnhof vorbei, dort stehen ebenfalls Exemplare zur Verfügung. Eine Downloadmöglichkeit können wir aus urheberrechtlichen Gründen derzeit leider noch nicht anbieten.

Im Artikel werden folgende Themen behandelt:

  • Der Erfolg frisst seine Kinder
  • Mehr Fahrgäste, längere Fahrgastwechselzeiten
  • Im Kreisverkehr zum Anschlussverlust
  • Netzerweiterungen auf Kosten der Stabilität
  • Neue Züge, neue Verspätungen
  • Mit dem Bau von Stuttgart 21 droht das Chaos
  • Ungelöste Probleme auch nach der Fertigstellung von Stuttgart 21
  • Sanftmütiger VRS

13 Gedanken zu „Ankündigung: Verteilung des ERI-Sonderdrucks „Implodiert die Stuttgarter S-Bahn?“

  1. Bletsch, Helmut

    Chaos hin, Chaos her, es hat alles irgendwo einen Grund. Dass aber an bestimmten Haltestellen – z.B. Wendlingen – Fahrgäste einfach an die frische Luft gesetzt werden, um den Zug zu wenden (damit er wieder im Plan ist) ist eine Frechheit, die wohl kaum noch zu toppen ist.
    Die Ansage: „Dieser Zug endet heute in Wendlingen – Fahrgäste bitte alle aussteigen“ hilft hier keinem weiter. „Thanks for blablabla und wir bitten um Entschuldigung“ kann schon keiner mehr hören.
    Es entsteht hier der Eindruck, dass es die Bahn überhaupt nicht interessiert, ob und wie ein Kunde sein Ziel erreicht – Hauptsache, die Züge sind planmäßig unterwegs.
    Aber egal – ein öffentliches Zitat von ex Bahnchef Mehdorn bleibt wohl unvergessen:
    „Die Eisenbahn würde so wunderbar funktionieren, wenn da nicht die ständig nörgelnde Kundschaft wäre“.
    Apropos Kundachaft:
    Die neue Baureihe 430 wurde laut Bahn nicht mit Fahrgästen getestet, sondern mit Sandsäcken, bestätigt doch eigentlich Mehdorns Zitat. Wie dem auch sei, jetzt haben wir jedenfalls ein zuverlässiges Transportmittel, um Sandsäcke an die Elbe oder Oder zu fahren, falls wieder einmal Hochwasser ist.

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    1. Marc Braun

      Hallo Herr Bletsch!
      Die Verspätungen, die mittlerweile mangels ausreichendem Zugmaterial bei den Zugwenden entstehen, sind in dem ERI-Artikel sehr gut beschrieben. Bleibt abzuwarten, ob sich wenigstens das mit der neuen Baureihe 430 ändert. Allerdings ist zu befürchten, dass sich durch die 430er nochmals verlängerte Fahrgastwechselzeiten ergeben und sich das Verspätungsverhalten insgesamt eher verschlechtert.
      Ihr Eindruck, dass es die Bahn gar nicht interessiert ob und wie die Fahrgäste ans Ziel kommen, ist aus ökonomischer Sicht korrekt. Lesen Sie bitte mal dazu die Vorschläge von Matthias Lieb/VCD. Unser Ziel ist es beim S-Bahn Gipfel Anfang Oktober auf die österreichische Regelung zu drängen.
      Wenn dort die vereinbarte Pünktlichkeitsquote innerhalb eines Jahres oder eines Monats nicht erzielt wird, müssen den betroffenen Bahnkunden fünf beziehungsweise zehn Prozent des Preises für die Jahres- oder Monatskarte vergütet werden.

      StZ – Verkehrsclub fordert Entschädigung für Pendler
      Wolfgang Schulz-Braunschmidt, 03.09.2013 10:29 Uhr

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  2. Marlies Beitz

    Vorschlag: S-Bahn-Störungen und Verspätungen wie die Staumeldungen im Radio melden – dann hätten aber die Sender kaum noch Zeit für Musik…

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  3. Markus O. Robold

    Welchen Sinn hat diese Internet-Seite? Tummeln sich jetzt hier die S 21 Gegner, weil Sie „merkeln“, dass die Kampagne gegen S 21 auch bei der Bundestagswahl keine Chance hat? Meinen Eindruck nach gibt es diese Seite nur, weil man stetig auf der Suche ist, mit allen möglichen Argumenten gegen S 21 und die DB im Allgemeinen zu schießen und da kommt nun die S-Bahn gerade recht.

    Wenn man es objektiv betrachtet, würde es jedem anderen Betreiber, der die S-Bahn Stuttgart fahren würde, genau so ergehen: Infrastruktur = DB Netz, Fahrgastinformation VVS und DB Station & Service. Neue Fahrzeuge = Inkompetenz vom Hersteller. DB Regio als Betreiber macht dass, was in deren Hand liegt, ausgesprochen gut. Mehr kann man nicht tun…

    Wenn man gegen irgendjemanden wettern muss, ist dass in erster Linie DB Netz wegen der katastrophalen Infrastruktur. Wenn man die Infrastruktur verbessern will, dann muss man sich an die wenden, die dafür zuständig sind und nicht an das EVU. Und wer die Stammstrecke verbessern will, muss viel Geld in die Hand nehmen, schätzungsweise über 100 Mio. EUR für moderne Signaltechnik. Wer dies bezahlt und entscheidet? Regionalpolitiker! Und ob der Bürgermeister in Kleintupfingen mit einem S-Bahn Halt bereit ist für eine bessere Stammstrecke mehr Kreisumlage zu bezahlen, wage ich mal schwer zu bezweifeln.

    Mit Euren Verteilaktionen ärgert Ihr nur das Fahrpersonal in den Zügen und auf den Stationen. Wird es dadurch besser? Sicherlich nicht… Es wäre anständiger zu erläutern, wie das System funktioniert. Und daran wird auch ein S-Bahn Gipfel nichts ändern.

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    1. Ulli Fetzer Beitragsautor

      Hallo Markus,

      es freut mich, mal wieder von Dir zu hören. Deine Meinungen teile ich allerdings größtenteils nicht.

      Ich finde es nicht sehr sinnvoll, darüber zu philosophieren, welches Subunternehmen innerhalb der DB AG für die Misere verantwortlich ist, da die Schuld sowieso zwischen den vielen Unternehmensteilen hin- und hergeschoben wird.

      Zur Untermauerung eine Nebenbemerkung aus dem ERI-Artikel:

      Für die kommenden Monate ist vorgesehen, die Station Stuttgart Hbf (tief) mit Monitoren auszurüsten, auf denen der Lokomotivführer den gesamten Zug überblicken kann. Das ermöglicht auch bei den BR 423 und 430 die Zwangsschließung der Türen ohne einen zusätzlichen Begleiter, wie derzeit bei der BR 420 der Fall. Zu klären ist bei dieser eigentlich banalen Maßnahme „nebenbei“ die Frage, ob DB Regio als Verkehrsunternehmen, DB Station & Service als Eigner des Bahnhofs oder DB Netz als die für den Fahrbetrieb zuständige Unternehmenseinheit diese Monitore betreiben muss.

      Das eigentliche Problem ist nämlich, dass die DB AG – obwohl im ausschließlichen Besitz der Bundesrepublik Deutschland – privatwirtschaftlich, also gewinnorientiert geführt wird, und alle Unternehmensteile ihren Gewinn an die Holding abführen müssen, die dann irgendwo auf der Welt Logistikunternehmen kauft, anstatt in Deutschland zu reinvestieren, wie es eigentlich von einem Staatsunternehmen erwartet werden muss.

      Die Bahn-Infrastruktur ist eine klassische Aufgabe des Staates, die niemals einem Privatunternehmen übertragen werden darf, weil sie in ihrer Gesamtheit nie kostendeckend sein kann.

      Die Seite wurde letztlich kreiert, um die Gründe für die Misere aufzuzeigen, die zunächst mit Stuttgart 21 gar nichts zu tun hat. Ich weiß nicht, ob Du denn ERI-Artikel gelesen hast und wenn ja, ob darin Deiner Meinung irgendetwas grundsätzlich falsches steht.

      OK, es mag matürlich sein, dass während dem Bau und nach der Überbetriebnahme der Frust der S-Bahn-Kunden so groß wird, dass sie sie nicht mehr benutzen und dadurch die Anzahl der Fahrgäste und damit auch die Fahrgastwechselzeiten geringer werden, so dass die Pünktlichkeit wieder steigt.

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Triebwagenführer frustriert ist, wenn man die Verhältnisse anprangert, für die er nicht die geringste Verantwortung trägt. Ich bin sicher, es stinkt ihm genau so wie den Fahrgästen. Außerdem erklären wir auf der Seite s-bahn-chaos.de sehr wohl, warum das System mittlerweile so schlecht ist.

      Just my 2 cents
      Ulli

      PS: Übrigens, heute morgen S2 7:40 ab Waiblingen Richtung Filderstadt: Abfahrt pünktlich, Ankunft in S-Hbf tief ca. 10 min zu spät, am Flughafen bereits etwa 15 min.

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    2. Michael Gauderon

      Sehr geehrter Herr Robold,

      es ist zu begrüßen, wenn auch Sie als Kenner der Branche einen Kommentar abgeben. Allerdings empfinde ich die Wortwahl mehr als unpassend. Halten Sie es für sinnvoll, einfach nur in Schubladendenke zu verfallen und mit Fachbegriffen vorwurfsvoll um sich zu werfen? Sie unterstellen damit den Initiatoren des Portals per Definition Unkenntnis und verkennen gerade den Sinn des Portals, nämlich aufzuklären. Sie und ich wissen, was ein EVU ist und was ein EIU, wer DB Netz ist und wo die Zuständigkeitsgrenzen sind. Aber wissen es die Fahrgäste da draußen?
      Es muss möglich sein, auf einer nüchternen, sachlichen, auf Fakten basierten Art und Weise miteinander zu kommunizieren.

      Anstatt Polemik würde ich mich deshalb freuen, wenn Sie einen Kurzartikel verfassen würden, der die Zusammenhänge zwischen Aufgabenträger (Region), EIU und EVU vorstellt.

      Ihre sonstigen Ausführungen zu den Investitionskosten sind leider nicht mit Quellen hinterlegt. Schade.

      Mit freundlichen Grüßen

      M. Gauderon

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  4. Herbert Petersen

    Ich will auch mal was Gutes berichten: Früher gabs böse Blicke bei Unpünktlichkeiten zu Terminen und Besprechungen. Heute reicht als Entschuldigung „Pünktlich wie die Eisenbahn“ und ich ernte Verständnis und Mitleid. Leider bittere Ironie und überhaupt nicht gut.

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  5. 3Cents

    Salut,

    1. Schöne Seite, sieht sehr professionell aus. Ohne Druck bewegt sich niemand!

    2. Heute ist Dienstag… ist der Download nun möglich?

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    1. Marc Braun

      Hallo 3Cents!
      Der Download des Artikels „Implodiert die Stuttgarter S-Bahn?“ ist nicht möglich weil der Verlag es nicht möchte. Tut uns leid aber bis auf Weiteres müssen wir Sie auf die gedruckte Version vertrösten. Es wird dazu auch weitere Verteilaktionen geben. Wir bemühen uns auch parallel mit dem Verlag eine Lösung zu finden.
      viele Grüße,
      Marc Braun / http://www.s-bahn-chaos.de

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  6. rhabarbermus

    hallo, wird der sonderdruck ERI auch in cannstatt verteilt? zum hbf komm ich leider nicht… viele grüsse, andreas.

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  7. Dieter

    Ich weiß ja nicht was das für Leute sind, die diese Seite nicht gut finden und wer hinter diesen Namen steckt. Ich persönlich finde zumindest die Idee mit dem Twitter Account @sbahn_chaos_de hervorragend. Von der @DB_Info , also der Bahninformation auf Twitter erfährt man rein gar nichts über aktuelle Störungen bei der S-Bahn in Stuttgart. Merkwürdigerweise wird dort die S-Bahn in Stuttgart komplett ausgeklammert. Da erfuhr man via dem Hashtag #S21 mehr über aktuelle Störungen. Ob das den Leuten passt oder nicht, die, die auf die S-Bahn angewiesen sind, sind dankbar dafür. Zumal es auch auf anderen Seiten der Bahn nur mangelhafte Informationen, wenn überhaupt, über Störungen der S-Bahn in Stuttgart gibt. Mir scheint, daß hier ein paar Leute die gar nicht betroffen sind, nur wieder ablenken möchten von den massiven Problemen der S-Bahn in Stuttgart. Und es muss sich etwas ändern, ansonsten wird es wohl auch Abwanderungen von Unternehmen geben. Spätestens wenn die Mitarbeiter permanent zu spät kommen müssen, da die Infrastruktur am Boden liegt.

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  8. Jörg Harro Schweikhardt

    Hallo

    Sendung SWR3, 25.6.14, 20.15 „betrifft…“
    Der ehemalige SBB-Chef hat es auf den Punkt gebracht: Zuerst Fahrplan etc machen, dann bauen, die Deutschen machen es umgekehrt.
    Dies gilt m. E. auch für die S-Bahn.
    Bund, Land, Region, ein Gewurstel…
    Schönen Kick morgen
    „mimus polyglottos“

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