VVS Benachrichtungsservice: quo vadis?

In letzter Zeit ist uns aufgefallen, dass die Störungsmeldungen des VVS hinsichtlich der S-Bahn Stuttgart trotz vieler störungsbedingter Ausfälle und Verspätungen sehr rar geworden sind. Außerdem lässt häufig auch die Qualität der Meldungen zu wünschen übrig.

VVS-Störungsmeldungen werden über folgende Informationskanäle verbreitet:

Es ist uns bekannt, dass der VVS den Verkehrsunternehmen lediglich eine Schnittstelle zu seinem Benachrichtigungsservice bereitstellt. Die S-Bahn Stuttgart betreffende Störungen und geplanten Fahrplanänderungen werden z.B. von der DB Regio ins VVS-System eingegeben. Die DB Regio entscheidet somit selbst, was gemeldet wird und was nicht. Letzteres macht auch durchaus Sinn, wenn es sich um kleinere Störungen handelt, die schnell beseitigt werden können.

Der VVS macht es sich bei eventuellen Beschwerden aber sehr einfach, indem er auf die DB verweist. Diese verweist abhängig vom Störungsgrund an eine ihrer Tochterfirmen. Eine solche Vorgehensweise ist leider heute normal, man kreiert in vielen Bereichen – selbst innerhalb von Firmen –  immer mehr Zuständigkeiten, so dass man die Verantwortung nach Belieben hin- und herschieben kann, so dass schließlich keiner mehr schuld ist bzw. zur Verantwortung gezogen werden kann. Aus Kundensicht ist das eine Katastrophe.

Die letzte VVS-Störungsmeldung ist aktuell (Stand Di. 2.2.2016 19:30) von Fr. 29.1.2016 und somit mehr als 4 Tage alt. Sie meldete die Behebung einer Fahrzeugstörung in Österfeld:

Betreff: VVS Benachrichtigungsservice: Linien S1, S2, S3

Die Fahrzeugstörung in Österfeld ist behoben. Es kommt weiterhin noch zu Verspätungen, Teilausfällen und Ausfälle.

(Stand: 29.01.2016 08:57)

Diese Störung wurde zunächst fälschlicherweise als Fahrbahnstörung gemeldet:

Betreff: VVS Benachrichtigungsservice: Linien S1, S2

Aufgrund einer Fahrbahnstörung in S-Österfeld kommt es ab Haltestelle Herrenberg bei den S-Bahnen der Linien S1, S2 zu Verspätungen, Teilausfällen und Ausfällen.

(Stand: 29.01.2016 07:42)

Haben Sie gewusst, dass in Herrenberg auch die die S2 verkehrt? Dass auch die S3 betroffen war, wurde hier verschwiegen. Oder war sie lediglich deshalb nicht betroffen, weil sie wegen der sogenannten Fahrbahnstörung bei Österfeld und der damit verbundenen Sperrung des Stammstreckentunnels nur zwischen Backnang und Bad Cannstatt pendelte, während die S1 und S2 über die Panoramastrecke umgeleitet wurden?

Wenn seitdem keine Störungen mehr aufgetreten wären, dann wäre das Ausbleiben der Störungsmeldungen wahrlich ein Grund zum feiern, jedoch sind innerhalb dieser Zeitspanne mehrere Störungen aufgetreten, die teils erhebliche Verspätungen und auch (Teil-)Ausfälle zur Folge hatten. Diese größeren Störungen bei denen keinerlei Störungsmeldungen erfolgten waren:

  • Fr. 29.1.2016:
    • Nachmittags und abends 6 Komplettausfälle bei den Linien S2 und S3, eventuell Nachwirkungen diverser Fahrzeugstörungen an diesem Tag
  • So. 31.1.2016:
    • Ab ca. 16:30 kam es auf diversen Linien für ca. 3 Stunden zu massiven Verspätungen, 3 Komplett- und 10 Teilausfällen wegen einem Notarzteinsatz am Gleis zwischen Böblingen und Stuttgart Hbf (tief)
  • Mo. 1.2.2016

Ein weiteres Ärgernis ist, dass manchmal nur das Ende einer Störung, nicht aber deren Beginn gemeldet wird, obwohl diese Störungen nicht selten gravierende Auswirkungen haben und das Auftreten der Störung für den Fahrgast natürlich wichtiger ist als deren Ende.
So wurde z.B. am 13.01.2016 – 19:05 nur gemeldet:

Betreff: VVS Benachrichtigungsservice: Linien S1, S2, S3, S6, S60

Die Weichenstörung ist behoben und die Linien der S-Bahn Stuttgart verkehren wieder planmäßig.

Wir fordern die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Servicezeiten, wie sie hier beim VVS nachzulesen sind. Nach den dort aufgeführten Zeiten hätte die DB Regio die oben aufgelisteten Störungen über den VVS Benachrichtigungsservice melden müssen. Der dort zu lesende Satz „Wir arbeiten allerdings daran, den Service weiter auszubauen“ klingt in Anbetracht der Realität wie eine leere Versprechung.

Wir fordern qualitätssichernde Maßnahmen bei Störungsmeldungen, auch wenn diese nur auf dem 4-Augen-Prinzip basieren mögen. Auch der VVS sollte die Meldungen, die immerhin von seinem System kommen, überwachen und auf Plausibilität überprüfen und ggf. nach Rücksprache mit der DB Regio auch ändern können, z.B. wenn es sich nur um kleinere Ungereimtheiten oder Schreibfehler handelt. Das ist nach unserem Kenntnisstand nicht möglich. Bitte korrigieren Sie uns, wenn wir falsch liegen.

Ein Gedanke zu „VVS Benachrichtungsservice: quo vadis?

  1. S-Bahn-Nutzer

    Wie so oft: Idee gut, Umsetzung naja…
    Die Meldungen bezüglich Störungen im S-Bahnbereich sind oft nicht mit den notwendigen Informationen bestückt. So endete neulich mal wieder meine S6 vorzeitig in Korntal. Kein Hinweis ob es einen ersatzvekehr eingerichtet wird oder welche Alternative man als Fahrgast hat. Leider sind die Meldungen dahingehend sehr selten so, dass man sich als Fahrgast ausreichend informiert fühlt. Hoffentlich wird dass besser, sobald der VVS die Funktion „Fahrgäste melden Störungen für Fahrgäste“. Ob wohl da ja wieder vom Kunden eine Aufgabe übernommen wird, die eigentlich nicht von ihm sondern vom jeweiligen Verkehrs-Unternehmen ausgeführt werden sollte. Aber diese Art der Arbeits Auslagerung an den Kunden/Nutzer ist momentan ja weit verbreitet. Vielleicht lernen DB und VVS dann was dazu, denn im digitalen Zeitalter ist es ja nicht so schwer schnell zu reagieren und entsprechend Infos bereit zu stellen.

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