Archiv der Kategorie: Verband Region Stgt (VRS)

S-Bahn-Machbarkeitsstudie

In der öffentlichen Verkehrsausschusssitzung des Verbands Region Stuttgart (VRS) am 22.5.2019 wurde die lang erwartete, vom VRS beauftragte S-Bahn-Machbarkeitsstudie mit den Arbeitspaketen

AP1: 15-Minuten-Takt in den Außenbereichen
AP2: Schusterbahn
AP3: Kapazitätssteigerungen

von den Auftragnehmern, dem Verkehrswissenschaftlichen Institut (VWI) und der DB Engineering & Consulting (DB E&C) präsentiert.

Inhaltlich wurden Betriebskonzepte erstellt, der Fahrzeugbedarf ermittelt, der erforderliche Ausbau der Infrastruktur identifiziert und die verkehrlichen Wirkungen berechnet.

Die Präsentation der  S-Bahn-Machbarkeitsstudie (29 Seiten) steht bei den entsprechenden Sitzungsdokumenten des VRS nicht als Download zur Verfügung. Sie können sie auf Wunsch als PDF von unserer Seite herunterladen.

Hier eine Zusammenfassung der aus unserer Sicht wichtigsten Punkte.

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Gewaltige Investitionen für die S-Bahn

… für Fahrzeugbeschaffung und Einführung ETCS

Im Verkehrsausschuss des Regionalparlaments wurde am 23.1.2019 im einzigen Tagesordnungspunkt eine Beschlussvorlage für die Regionalversammlung diskutiert und anschließend einstimmig verabschiedet,

Dazu präsentierte der Leitende Verkehrsdirektor des VRS, Dr. Jürgen Wurmthaler, eine Tischvorlage →Verlängerung Verkehrsvertrag/ETCS/Fahrzeugbeschaffung. In dieser wurde im Wesentlichen dargestellt, dass ohne die Einführung von ETCS im gesamten erweiterten Stammstreckenbereich Österfeld ↔ Mittnachtstraße keine Verbesserung und Leistungssteigerung (Pünktlichkeit, Takterhöhung) möglich sei, weil ein Infrastrukturausbau oder eine bessere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur nicht finanzier- bzw. realisierbar sei.

Zusammenfassung der Beschlussvorlage

  • Beschaffung von 58 zusätzlichen Zügen der Baureihe 430
  • Ausrüstung der gesamten Fahrzeugflotte mit ETCS/ATO
  • Klärung von vertraglichen Voraussetzungen/Finanzierung

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Stuttgart 21 – eine Fehlentscheidung?

Wie schon in einem früheren Beitrag angedeutet, klammert sich der Verband Region Stuttgart, der Aufgabenträger der S-Bahn Stuttgart, an wenige Dinge, die die S-Bahn zuverlässiger machen sollen. Neben dem in dem genannten Artikel angeführten ETCS-Signalsystem hofft der VRS, dass Stuttgart 21 Verbesserungen bringen wird. Über die direkten Auswirkungen von Stuttgart 21 haben wir hier schon berichtet.

Die Stuttgart-21 Baustelle in der Nähe der S-Bahn-Rampe am Hauptbahnhof

Dieses Projekt, das neben dem neuen Tiefbahnhof auch die Verbindung zum Flughafen und zur Neubaustrecke nach Ulm beinhaltet, wird von Bahn und Bund trotz aller bekannter Nachteile und Probleme geradezu durchgeboxt. Die gutgläubige Bevölkerung wird regelrecht getäuscht. Nicht nur die immer weiter steigenden Kosten von anfangs 2 Milliarden bis hin zu über 8 Milliarden Euro sind ein großes Problem. Auch die Kapazitätsangaben der Bahn sind fraglich. Zwar bescheinigte der Stresstest, der von der Bahn durchgeführt wurde, eine Kapazitätssteigerung; aber wurde der Stresstest unter realen Bedingungen durchgeführt?

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Neue Züge für die S-Bahn Stuttgart?

Die zwei bei der S-Bahn Stuttgart fahrenden Triebwägen der Baureihe 423 und 430, sowie ein Zug der BR420 bei der Abschiedsfahrt im November 2016

Die zwei bei der S-Bahn Stuttgart fahrenden Triebwägen der Baureihe 423 und 430, sowie ein Zug der BR420 bei der Abschiedsfahrt im November 2016

Nun haben es endlich (fast) alle erkannt. Die S-Bahn Stuttgart braucht noch mehr Züge, um den wachsenden Fahrgastzahlen gerecht zu werden. Sogar der Verband Region Stuttgart überlegt nun, 20 neue S-Bahnen zu bestellen. Sogar auf Kredit, wenn kein Geld da ist.

Dass das bitter nötig ist, zeigt, dass man selbst jetzt schon in der Hauptverkehrszeit nicht alle Züge mit drei Wagen (Langzug) fahren kann, weil Züge fehlen. Wenn ab 2021 dann der durchgehende 15-Minuten-Takt auf allen Linien gelten soll, ist zu erwarten, dass noch mehr Fahrgäste die S-Bahn nutzen werden. Auch die Tarifreform, die in April 2019 die Zonenanzahl erheblich senken wird, wird die Fahrgastzahlen eher steigern.

Doch die aktuelle Baureihe (BR) 430 wird nicht mehr produziert. Auch der Zulassungszeitraum ist überschritten und es ist fraglich, ob der Hersteller Bombardier bereit ist, eine neue „Kleinserie“ von ca. 20 Zügen zu produzieren, ganz davon abgesehen, dass der Preis dann natürlich höher wäre, als bei einem Serienfahrzeug. Und die ältere BR423 wird ebenfalls in näherer Zukunft nirgends ausrangiert werden, sodass sie nach Stuttgart kommen könnte.

Nun kann man sich natürlich fragen, warum die DB-Regio nicht für alle deutschen S-Bahn-Netze ein neues Zugmodell beschafft, wie sie es bei der BR423 getan hat, von der immerhin 462 Züge für 4 S-Bahn-Netze bestellt wurden. Diese Wagen kommen derzeit in München, Stuttgart, Frankfurt (S-Bahn Rhein-Main) und Köln (S-Bahn Rhein-Ruhr) zum Einsatz. Auch in Berlin waren sie für kurze Zeit als Aushilfe stationiert.

Sicherlich wäre eine neue Anschaffung von Zügen in dieser Größenordnung billiger und vom Wartungsaufwand auch besser, da man nicht für dutzende Kleinserien verschiedene Ersatzteile bräuchte. Doch welche S-Bahn außer der Stuttgarter bräuchte derzeit überhaupt noch Züge mit der Einstiegshöhe von 96 cm?

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Automatisierung bei der S-Bahn – Verbesserungspotenzial oder Illusion?

Wer ersetzt den Triebwagenführer bei selbstfahrenden Zügen?

Wer ersetzt den Triebwagenführer bei selbstfahrenden Zügen?

Anlässlich einer Stellungnahme zur Neupositionierung der Einstellung des BUND zu Stuttgart 21 hat sich Regionalpräsident Thomas Bopp auch zum Thema S-Bahn geäußert.

Die Stuttgarter Zeitung vom 25.09.2018 schreibt in S21: Regionalpräsident lehnt Forderung des BUND ab über ihn:

„Als Schlüssel für mehr Kapazität im Nahverkehr sieht er die automatische Zugbeeinflussung der S-Bahn mit dem System ETCS, was dichtere Zugfolge ermöglicht. Das vom Regionalverband in Auftrag gegebene Gutachten werde voraussichtlich ergeben, dass ein automatisiertes Fahren möglich sei. … Eine zweite Stammstrecke für die S-Bahn durch Stuttgart sei kaum bau- noch finanzierbar und werde durch die digitale Steuerung obsolet, …“

ETCS scheint erneut als Strohhalm herhalten zu müssen, an dem die Hoffnung auf Kapazitätsverbesserung der S-Bahn-Stammstrecke festgemacht wird, weil kaum andere Möglichkeiten in Sicht sind.

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Massive Verzögerungen beim Thema Weichendiagnose

Mitte April dieses Jahres fand der nunmehr 6. sogenannte S-Bahngipfel statt. Bei dieser jährlichen Veranstaltung stellt die S-Bahn Stuttgart dem Verband Region Stuttgart (VRS) die im Vorjahr erreichte Pünktlichkeit, die durchgeführten, sowie die fürs aktuelle Jahr geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebsqualität vor. Ein Thema des Vortrags war die Ausrüstung von bislang 139 der insgesamt 989 Weichen mit einem Weichendiagnosesystem. Dieses soll drohende Probleme frühzeitig erkennen und melden, bevor es durch den Ausfall einer Weiche zu einer gravierenden Störung kommt.

Weiche Schon 2016 hatte die Bahn zugesagt, die Überwachung aller 620 Weichen bei der S-Bahn Stuttgart bis Anfang 2017 abgeschlossen zu haben. Dieser offensichtliche Widerspruch beim Zeitraum der Umsetzung war Anlass für den VRS, bei der Bahn nachzufragen und um Aufklärung zu bitten. In einem → Antwortschreiben gibt die Bahn nun zu, dass sich die geplante Ausrüstung der Weichen erheblich verzögert hat.

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Verkehrsausschuss-Sitzung des Verbands Region Stuttgart am 06.06.2018

Ein zentrales Thema der Verkehrsausschusssitzung am 06.06.2018 war die Kapazität der Stuttgarter S-Bahn. Die Verbandsgeschäftsstelle hatte dazu detaillierte Voruntersuchungen durchgeführt. Die in der Sitzungsvorlage (Dokumente siehe unten) zusammengefasst dargestellten Ergebnisse boten einen guten Überblick über die derzeitige Auslastungssituation in den Hauptverkehrszeiten 06:00 – 09:00 und 15:00 – 18:00 Uhr.

Tageszeitliche Verteilung des Verkehrsaufkommens S-Bahn

Tageszeitliche Verteilung des Verkehrsaufkommens S-Bahn. Quelle: VRS, Sitzungsdokument VA-27218

Da die Auslastung als Mittelwert pro Stunde ausgewiesen wurde, waren die tatsächlichen Spitzen nicht mehr erkennbar. Immerhin kann man diese in Detailtabellen nachlesen, in denen je einzelnem Zug die Auslastung dargestellt ist. Man hat den Eindruck, dass sich auf diesem Zahlenwerk eine wirklich vernünftige Entwicklungsplanung aufbauen lässt.

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Pünktlichkeit der S-Bahn Stuttgart im November 2017

Wie gewohnt veröffentlichen wir zeitnah die von uns aus den Daten des Live-Fahrplans der S-Bahn Stuttgart ermittelten Pünktlichkeitswerte für den gerade zu Ende gegangenen Monat.

Zusammenfassung:
Die Pünktlichkeit hat sich gegenüber dem Vormonat leider wieder etwas verschlechtert. Die Anzahl der Ausfälle, die im Oktober ein Allzeithoch erreicht hatten, ist geringer geworden, liegt aber immer noch höher als im September diesen Jahres.

So sieht die ermittelte Pünktlichkeit aller Linien im November 2017 als Balkendiagramm aus:

Pünktlichkeit November 2017 als Balkendiagramm

Pünktlichkeit November 2017 als Balkendiagramm

Klicken Sie auf den grauen Balken um die Pünktlichkeit in einer Tabelle zu sehen

Pünktlichkeit der S-Bahn Stuttgart im November 2017

Linien 3-Minuten-
Pünktlichkeit
(GVZ)
6-Minuten-
Pünktlichkeit
(GVZ)
3-Minuten-
Pünktlichkeit
(HVZ)
6-Minuten-
Pünktlichkeit
(HVZ)
Ziel-Wert 94,5% 98,0% 91,5% 98,0%
Gesamt 80,9% 93,9% 68,8% 89,7%
S1 76,7% 92,1% 64,2% 87,6%
S2 78,9% 92,6% 65,8% 87,6%
S3 75,8% 91,2% 60,6% 86,0%
S4 87,3% 96,3% 76,6% 93,0%
S5 83,5% 96,7% 72,1% 93,5%
S6 87,8% 96,9% 77,3% 93,5%
S60 87,2% 96,8% 78,0% 93,9%

HVZ = Hauptverkehrszeit (Mo.-Fr. 6:00-9:00 und 15:30-19:30, außer an Feiertagen),
GVZ = Gesamt-Verkehrszeit (alle Tage 0-24 Uhr)


Die Monatsverläufe finden Sie weiter unten in diesem Beitrag.

Wie auch die nachfolgende Animation zeigt, hat sich die Pünktlichkeit gegenüber dem Vormonat leider wieder verschlechtert. Eine positive Ausnahme macht lediglich die S1.

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S-Bahn-Gipfel beim regionalen Verkehrsausschuss
Optimismus auf der „Durststrecke“?

Der Verkehrsausschuss des Regionalparlaments zitierte dieses Jahr erneut die DB Regio S-Bahn, die DB Netz und den VVS in seine Sitzung am vergangenen Mittwoch, den 05.07.2017, zum sogenannten S-Bahn-Gipfel.

Podium bei 5. S-Bahn-Gipfel am 5.7.2017

Podium beim 5. S-Bahn-Gipfel am 5.7.2017

Gründe und Themen gab es dafür auch diesmal reichlich. Der Chef der Stuttgarter S-Bahn, Dr. Rothenstein, verstand es, mit seiner Darstellung den Ausschussmitgliedern der einzelnen Fraktionen manches lobende Wort zu entlocken. Ob er dieses Lob erhalten hätte, wenn er im Verkehrsausschuss im gleichen Tenor vorgetragen hätte wie er in einem Artikel der Stuttgarter Zeitung vom 29.06. wiedergegeben wurde, dessen Überschrift von einer „Durststrecke“ für die S-Bahn sprach?

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Der Offenbarungseid der Bahn zum fünften S-Bahn Gipfel

So, jetzt ist es raus. Rund eine Woche vor dem fünften S-Bahn Gipfel am Mittwoch, den 5.7.2017 gibt Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der S-Bahn-Geschäftsleitung, gegenüber der Presse zu Protokoll, dass die S-Bahn Stuttgart auf absehbare Zeit, jedoch mindestens bis zur Fertigstellung von Stuttgart 21, unpünktlich bleiben wird.

Artikel der Stuttgarter Zeitung: Nahverkehr in Stuttgart: S-Bahn steht vor langer Durststrecke

Gelobte die Deutsche Bahn bei früheren Gelegenheiten noch Besserung und nahm ein paar extra Millionen in die Hand um die missliche Situation wenigstens ein wenig zu verbessern, so überrascht sie diesmal mit einer faktischen Kapitulation vor der scheinbar unlösbaren Aufgabe. Als ob die Durststrecke der letzten Jahre für die S-Bahnnutzer nicht schon schlimm genug war, kündigt Herr Rothenstein den Beginn einer neuen, womöglich noch durstigeren Strecke an, um bei dieser Assoziation zu bleiben.

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