Archiv der Kategorie: Störungen

Bericht von der Verkehrsausschusssitzung des VRS am 22.2.2017

In dieser Sitzung gab es 3 Tagesordnungspunkte, die die S-Bahn betrafen.

  • TOP 2: S-Bahn-Qualität 2016
  • TOP 3: Konzept zur beschlossenen Kapazitätsausweitung bei der S-Bahn
  • TOP 4: Zusätzliche Weichen zur Erhöhung der betrieblichen Flexibilität zwischen
    Bad Cannstatt und der Mittnachtstraße

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„Euer Titel S-Bahn-Chaos passt also perfekt“

Gestern erhielten wir eine E-Mail die mit diesem Satze endete. Sie stammte von einem ehemaligen S-Bahnnutzer, der mittlerweile wieder aufs Auto (Diesel!) umgestiegen ist, weil er das ständige S-Bahn Chaos leid war. Auslöser der E-Mail war folgende Information des VVS vom Nachmittag:

Auf Grund der anhaltenden Witterungslage mit hohen Minusgraden verschiebt die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH kurzfristig im Bahnhof Stuttgart-Feuerbach die Verschwenkung des Gleises 1 nach Gleis 2. Damit verbleibt das stadteinwärts führende Gleis der S-Bahn zunächst bis zu einem neuen Termin weiterhin in der Lage am Hausbahnsteig des Bahnhofsgebäudes. Die bereits vor 14 Tagen mit Tätigkeiten an der Oberleitung und im Bereich Erdbau begonnenen Vorarbeiten müssen jedoch qualifiziert abgeschlossen werden und enden vor Betriebsbeginn am morgigen Freitag, 27. Januar. Die Gleisverlegung steht im Zusammenhang mit Stuttgart 21 und war vom 26. bis 29. Januar geplant.

Auf Grund der Kurzfristigkeit der abgesagten Gleisbauarbeiten lassen sich für das kommende Wochenende die Umlaufpläne für Züge und S-Bahnen sowie die Dienstpläne für das Zugpersonal nicht mehr an die geänderten Gegebenheiten anpassen. Es wird daher von Freitag, 27. Januar, bis Sonntag, 29. Januar, weiterhin Beeinträchtigungen im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr geben.

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Umleitung der S-Bahn beim Ausfall der Stammstrecke

Umfahrung für S-Bahn wird gekappt

… lautet ein Artikel des StZ/StN-Redakteurs Konstantin Schwarz, der am 8.11.2016 zeitgleich in den Online-Ausgaben von StZ und StN erschien und den wir hier kommentieren möchten.

Man hätte den Artikel auch mit Stuttgart 21 wirft seine Schatten voraus überschreiben oder zumindest mit diesem Untertitel versehen können.

So ist zu lesen:

Rund ein halbes Jahr vor der Inbetriebnahme des Durchgangsbahnhofs wird die Bahn AG die bisherigen Gleise der S-Bahn an die neue Haltestelle Mittnachtstraße anschließen.

Bauarbeiten an der zukünftigen Haltestelle Mittnachtstraße

Bauarbeiten an der zukünftigen Haltestelle Mittnachtstraße

Der Anschluss des neuen S-Bahn-Haltepunkts Mittnachtstraße an die bisherigen Gleise wird auf Grund der engen Platzverhältnisse in der Ein-/Ausfahrt zu und von der Stammstrecke vermutlich eine länger dauernde Gleissperrung einzelner Ein-/Ausfahrtsgleise verursachen. Dies wird bei der Zugfolge von 2,5 min selbst bei geringen Verspätungen einzelner Züge mit Sicherheit zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen im gesamten S-Bahn-Netz führen.

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Neues von unserem S-Bahn Stuttgart Monitor

In unserem S-Bahn Stuttgart Monitor, der speziell für Smartphones optimierten Webseite, gibt es wieder einmal etwas neues, nämlich den aktuellen Status von Aufzügen der Deutschen Bahn im VVS-Gebiet.

Status von Aufzügen an S-Bahnstationen

Status von Aufzügen an S-Bahnstationen

Die Zustandsüberwachung befindet sich derzeit noch im Aufbau, aber nach und nach werden weitere Aufzüge und später auch Rolltreppen hinzukommen, bis hoffentlich bald alle derartigen Anlagen in Echtzeit überwacht werden können.

unbenannt-1Dieser neue Service soll einerseits den Fahrgästen dabei helfen ihre Fahrt besser planen zu können, andererseits transparent machen, wie lange Aufzüge und Rolltreppen tatsächlich außer Betrieb sind, bis sie wieder betriebsbereit sind. Die Informationen sollen aktuell und übersichtlich sein, gewissermaßen ein Gegenentwurf zur VVS-Seite „Aufzüge und Zugänge“, die bislang von der DB Station&Service AG manuell gepflegt wird. Unsere schlechten Erfahrungen mit der VVS-Seite hatten wird vor einigen Monaten im Beitrag „Defekte Aufzüge sind ein Dauerärgernis“ dokumentiert.

Detailinformationen zu diesem neuen Service finden Sie auf der Seite Status von Aufzügen und Rolltreppen im Service-Bereich dieses Portals. Außerdem wurde die Beschreibung des Monitors um diese neue Funktion entsprechend ergänzt.

Brief an die Bundestagsabgeordneten der Region Stuttgart

In unserem kürzlich veröffentlichten Beitrag S-Bahnnetz Stuttgart im technischen Notstand? haben wir dazu aufgerufen, die Bundestagsabgeordneten aus unserer Region auf den Missstand – wir nannten es Notstand – der Stuttgarter S-Bahn anzusprechen und sie zum Engagement in dieser Sache aufzufordern. Das war auch Anlass für uns, einen Brief an diese Bundestagsabgeordneten zu senden. Eine Antwort kam bereits. Und sie deutet darauf hin, dass das Bundesverkehrsministerium mit dem Thema Infrastruktur der Deutschen Bahn in der Tat nicht gut umgeht.

Hier der Inhalt unseres Briefes von 09. September 2016:

Die Stuttgarter S-Bahn braucht Ihre Unterstützung

Vor Jahren haben wir unseren Internet-Auftritt S-Bahn-Chaos.de ins Leben gerufen, als Pünktlich­keit und Ausfallsicherheit der Stuttgarter S-Bahn Monat für Monat schlechter wurden. In diesem Auftritt kritisieren wir vieles und heftig. Auf der anderen Seite stellen wir für die S-Bahnreisenden zeit­nahe Informationen z. B. über Störungen zur Verfügung, die es vorher so nicht gab. Wir arbeiten ehrenamt­lich und sind an keine Weisungen gebunden.

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Ein Aufzug macht Siesta (hitzefrei)

Der Aufzug zum Bahnsteig 2 in Stuttgart-Vaihingen ist ein echter Spanier. Immer wenn im Sommer die Sonne vom blauen Himmel knallt und sich die Sommerhitze der 30° C Schwelle nähert, nimmt sich der Aufzug hitzefrei und macht ein Nickerchen bis zu den kühleren Abendstunden, um danach seinen Dienst wieder aufzunehmen.

Dieses Verhalten fiel uns am Di. 23. August zum ersten Mal auf und es wiederholte sich an den Folgetagen bis einschließlich So. 28. August täglich. Am Sa. 27. August dauerte der Ausfall z.B. von ca. 14:30 bis 19:00 Uhr, also rund 4,5 Stunden. Das Verhalten ähnelt dem neuen Aufzug in Leonberg, über den auch schon die Stuttgarter Zeitung berichtet hatte. Dort ist die Ursache des Problems, dass der Schaltschrank des Aufzugs ungeschützt in der prallen Sonne steht und in Vaihingen ist das nicht anders.

Aufzug zum Bahnsteig 2 in Stuttgart-Vaihingen

Aufzug zum Bahnsteig 2 in Stuttgart-Vaihingen

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S-Bahnnetz Stuttgart im technischen Notstand?

Gewiss klingt diese Überschrift nach dramaturgischer Übertreibung. Doch angesichts der furchtbar vielen technischen Störungen werden viele S-Bahnreisende die aktuelle Lage genau so empfinden. Signalstörung, Stellwerksstörung, Weichenstörung, Signalstörung, Fahrbahnstörung, falscher Brandalarm, und so weiter, und so weiter. Wäre es womöglich besser, das Notfallkonzept in den werktäglichen Regelbetrieb zu übernehmen und den Normalbetrieb nur in der verkehrsarmen Zeit zu fahren? Man verzeihe diesen Sarkasmus, aber der jetzige Zustand ist anders kaum zu ertragen.
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Ein Oberleitungsschaden und das desaströse Informationsmanagement

Nicht einmal eine Woche nach den 4 Brandmelde-Fehlalarmen im S-Bahn-Tunnel und der damit verbundenen Sperrung der Stammstrecke hat am frühen Dienstagmorgen (23.08.2016) im Berufsverkehr eine altersschwache Oberleitung ihren Geist aufgegeben und hing herunter. Eine stadteinwärtsfahrende S3  Richtung Backnang kollidierte kurz vor der Einfahrt in die Station Schwabstraße mit ihr. Glücklicherweise hielten im Gegensatz zu einem ähnlichen Ereignis am Abend des 18.2.2015 zu diesem Zeitpunkt gerade alle anderen S-Bahnen auf der Stammstrecke und im Hasenbergtunnel in einem Haltepunkt, so dass bis auf die besagte S3 die Fahrgäste die Bahnen sofort verlassen konnten. Nachdem die Fahrdrahtspannung abgeschaltet, die herabhängende Oberleitung gesichert und der Fahrdraht geerdet war, konnte auch die S3 evakuiert und die mehreren hundert Fahrgäste zur Station Schwabstraße eskortiert werden.

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4 Brandmeldealarme im S-Bahn-Tunnel in einer Woche

Es fällt auf, dass in letzter Zeit im S-Bahn-Tunnel an den 5 Haltepunkten von Stuttgart-Hauptbahnhof (tief) und Stuttgart-Universität immer wieder Brandmeldealarme gemeldet wurden, die sich im Endeffekt als Fehlalarme herausstellten. Den Vogel abgeschossen hat die Woche 33/2016, in der an drei aufeinanderfolgenden Tagen insgesamt 4 solcher Alarme gemeldet wurden, Am Dienstag in Stuttgart-Hauptbahnhof (tief), am Mittwoch in Stuttgart-Universität und am Donnerstag gleich zweimal in Stuttgart-Schwabstraße. Die Stuttgarter Nachrichten haben noch vor dem 4. Alarm im Artikel  Schon wieder Bahnchaos wegen falschem Brandalarm darüber berichtet.

Ein solcher Alarm führt zwangsläufig zu einer Einstellung des S-Bahn-Verkehrs und der Evakuierung der betroffenen Haltestelle, einem Einsatz der Feuerwehr, bis der herbeizitierte Notfallmanager vor Ort geklärt hat, ob es sich um einen Fehlalarm handelt. Keine Frage, dass zur Sicherheit der Fahrgäste eine sofortige Evakuierung und Sperrung unumgänglich ist, wenn nicht sofort geklärt werden kann, dass es sich lediglich um einen Fehlalarm handelt. Was aber nicht sein darf, dass in diesen stark frequentierten Stationen außer Stuttgart Hauptbahnhof (tief) überhaupt kein Personal mehr vorhanden ist, das ggf. sofort entscheiden kann, ob der Alarm zu recht erfolgte und akuter Handlungsbedarf besteht. Die beiden Alarme in Stuttgart-Schwabstraße wurden übrigens durch Staubentwicklung bei Bauarbeiten hervorgerufen. Es darf schlichtweg nicht sein, dass die beauftragten Firmen nicht schon bei der Beauftragung auf entsprechende Risiken hingewiesen werden und ihre Arbeit nicht entsprechend vorsichtig ausführen. Bei den beiden anderen Fehlalarmen wurde noch kein Grund publiziert.

Nachtrag (02.09.2016):

wie wir aus einer gewöhnlich gut informierten Quelle erfuhren, wurde

  • der Brandmeldealarm im Hbt tief durch einen Mitarbeiter eines Shops ausgelöst, der beim Einräumen im Lager einen Brandmelder beschädigt hat.
  • der Brandmeldealarm in S-Universität durch eine Spinne ausgelöst, die das Netz über den Brandmelder gezogen hat, wodurch dieser ausgelöst hat.

Für die infrastrukturelle Ausrüstung und Betrieb der Stationen ist übrigens die DB Station&Service AG, eine Tochterfirma der DB Netze AG zuständig, die zwar für jeden Halt über das Jahr gerechnet jede Menge Stationsgebühren kassiert, es sich bei der Vielzahl der betroffenen Fahrgäste unserer Meinung nach aber zu einfach macht.

Nur 3 der insgesamt 4 Fehlalarme wurden über den VVS Benachrichtigungsservice per E-Mail gemeldet, beim Alarm am Mittwoch in Universität blieb der E-Mail Service stumm und nur über den @VVS Twitter-Account erfolgte eine Information. Wenn ich mich recht erinnere, gab es zu diesem Zeitpunkt keine sonstige Echtzeitinformation, d.h. die Kunden hatten Mühe sich selbst zu informieren.