Archiv der Kategorie: DB Station&Service

Bahnsteigerhöhung Gleis 1 Feuerbach vorerst abgesagt

Bereits bei der Verkehrsausschusssitzung des VRS am 25.1.2017 (wir berichteten) wurde die Absage thematisiert.

Gleis 1 Feuerbach

Gleis 1 Feuerbach

Hierzu die damalige Sitzungsvorlage VA-17817 des VRS (ab Seite 2, Feuerbach …)

Klicken um den entsprechenden Ausschnitt aus der Vorlage zu lesen

Für die Station Feuerbach, die ebenfalls für den schrittweise weiteren barrierefreien Ausbau der S-Bahn-Stationen in der Region Stuttgart als vorrangig beschlossen wurde, wurde bereits im Sommer 2014 eine Planungsvereinbarung für die Leistungsphasen 1-4 über einen Betrag von 455 T€ (vorläufiger Wert, zu aktualisieren nach der abschließenden Kostenberechnung aus der Entwurfs- und Genehmigungsplanung) zwischen der Region Stuttgart und der DB Station&Service AG abgeschlossen. Die DB hat die Planungen erstellt und einen Förderantrag nach L-GVFG an das Land gestellt, der noch nicht beschieden ist. Zwischenzeitlich wurde über eine Planungsvereinbarung mit pauschalierten Beträgen für die weiteren ausstehenden Leistungsphasen mit der DB verhandelt. Gemeinsame Grundlage war, dass die Bahnsteigerhöhung parallel zu den Baumaßnahmen für Stuttgart 21 in Feuerbach erfolgen sollte. Während der Verlegung der S-Bahnverkehre auf die Gleise 2 und 3 sollten sukzessive die fahrgastfreien Zeiträume für die Bahnsteigerhöhung genutzt werden. Die DB PSU sollte die bauliche Abwicklung an die für S21 tätige Arge beauftragen.

Dagegen teilte die DB S&S am 22.12.2016 einen neuen Sachverhalt mit. Das Angebot der in Feuerbach für S21 tätigen Arge liege nahezu doppelt so hoch wie die Kostenberechnung, die auch Grundlage des GVFG-Antrags war. Insbesondere die aufwendige Baustellenlogistik und Materialversorgung über Kräne, auf Grund der Insellage der Baustellen, wird vom Bauunternehmen zur Begründung der Mehrkosten herangezogen. Um einen Baubeginn am Hausbahnsteig im Februar 2017 gewährleisten zu können, benötigte die Arge noch vor Weihnachten die Zusage der DB. Diese konnte die DB S&S aufgrund der unerwartet hohen Kosten und der dafür fehlenden Finanzierungsgrundlagen nicht geben.

Eine Realisierung der Bahnsteigaufhöhung (Gleis 1 am Hausbahnsteig) im Rahmen des Baufensters der S21 Maßnahme ist somit nicht möglich. Die DB hat diese abgesagt, sie stellte aber in Aussicht, dass sich die Bahnsteigerhöhung am Gleis 1 nach Fertigstellung von S21 baubetrieblich eintakten lasse, jedoch sei die Finanzierung dann neu zu regeln.

Um so erstaunlicher ist es, dass sich der Bezirksbeirat Feuerbach erst Ende Februar mit dem Thema, das zumindest dem VRS bereits spätestens am 22.12.2016 bekannt war,  beschäftigte, obwohl die Arbeiten wie ursprünglich vereinbart bereits hätten beginnen müssen.

Die Stuttgarter Zeitung berichtete:  Stuttgart-Feuerbach: Bahnsteigerhöhung wird verschoben. Thema Barrierefreiheit landet auf dem Abstellgleis

Ein Bezirksbeirat von SÖS wollte eine Erklärung des Bezirksbeirats  erreichen, dass diese einseitige Maßnahme der DB AG missbilligt wird und die Umsetzung der schon 2014 zugesagten Erhöhung kurzfristig erfolgt. Leider war zu dieser Erklärung keine der anderen Fraktionen bereit. Am 28. März wird die DB AG im Bezirksbeirat Feuerbach vortragen. Das reichte allen anderen Fraktionen aus.

Es ist unschwer zu erraten, was dabei herauskommen wird.

Bericht von der Verkehrs-Ausschuss-Sitzung des VRS am 25.01.2017

Am 25.1,2017 fand die erste Verkehrsausschuss-Sitzung des Verbands in diesem Jahr statt.

Tagesordnungspunkte aus Sicht der S-Bahn bzw. dem SPNV waren

  • TOP 1
    Leistungsbild und weiteres Vorgehen für Untersuchungen zur besseren Anbindung des Filderbereichs an den SPNV und für eine mögliche Ausweitung des SPNV-Angebots im Bereich Korntal/Zuffenhausen/Feuerbach
  • TOP 3 
    Finanzierungsbedarf für einen Halbstundentakt auf der Linie S4 zwischen Marbach a.N.  und Backnang auch am Wochenende
  • TOP 4 
    Bericht zur Barrierefreiheit in der S-Bahn

Der Redakteur Thomas Durchdenwald von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten berichtete unter dem Titel Region untersucht neue Trassen bereits über den TOP 1.

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„Euer Titel S-Bahn-Chaos passt also perfekt“

Gestern erhielten wir eine E-Mail die mit diesem Satze endete. Sie stammte von einem ehemaligen S-Bahnnutzer, der mittlerweile wieder aufs Auto (Diesel!) umgestiegen ist, weil er das ständige S-Bahn Chaos leid war. Auslöser der E-Mail war folgende Information des VVS vom Nachmittag:

Auf Grund der anhaltenden Witterungslage mit hohen Minusgraden verschiebt die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH kurzfristig im Bahnhof Stuttgart-Feuerbach die Verschwenkung des Gleises 1 nach Gleis 2. Damit verbleibt das stadteinwärts führende Gleis der S-Bahn zunächst bis zu einem neuen Termin weiterhin in der Lage am Hausbahnsteig des Bahnhofsgebäudes. Die bereits vor 14 Tagen mit Tätigkeiten an der Oberleitung und im Bereich Erdbau begonnenen Vorarbeiten müssen jedoch qualifiziert abgeschlossen werden und enden vor Betriebsbeginn am morgigen Freitag, 27. Januar. Die Gleisverlegung steht im Zusammenhang mit Stuttgart 21 und war vom 26. bis 29. Januar geplant.

Auf Grund der Kurzfristigkeit der abgesagten Gleisbauarbeiten lassen sich für das kommende Wochenende die Umlaufpläne für Züge und S-Bahnen sowie die Dienstpläne für das Zugpersonal nicht mehr an die geänderten Gegebenheiten anpassen. Es wird daher von Freitag, 27. Januar, bis Sonntag, 29. Januar, weiterhin Beeinträchtigungen im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr geben.

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Kann der S-Bahn-Vertrag vorzeitig gekündigt werden?

Der S-Bahn-Vertrag wurde in 2009 zwischen dem Verband Region Stuttgart (VRS) als Aufgabenträger und der DB Regio Baden-Württemberg als Betreiber (EVU) geschlossen und hat eine Laufzeit von 20 Jahren. Mit den bundeseigenen DB Konzern-Töchtern DB Netz AG und der DB Station&Service AG, dem Infrastrukturbetreiber (EIU) als dem Hauptschuldigen für die Probleme, besteht leider kein Vertrag, Der Durchgriff der innerhalb der DB AG  hierarchisch untergeordneten DB Regio AG auf die DB Netz AG und DB Station&Service AG ist zwangsläufig heikel.

Die Fraktion DIE LINKE beantragte nun von der Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart die Beantwortung der Frage nach den Möglichkeiten einer vorzeitigen Kündigung des nicht-öffentlichen S-Bahn-Vertrags, insbesondere  in Bezug auf Schlechtleistung. Wenn Sie die Antragsbegründung lesen wollen, klicken Sie bitte zum Aufklappen auf den nachfolgenden grauen Balken.

Antragsbegründung

Im August 2016 registrierte der VVS-Störungsreport laut Stuttgarter Nachrichten insgesamt 24 teils schwerwiegende Verkehrsstörungen allein durch Stellwerks-, Weichen-, Oberleitungs- und Signalstörungen sowie Brandmeldungen, oft mit Einschränkungen und Zugausfällen bis in die Abend- und Nachtstunden.

Bedauerlicherweise ist die August-Bilanz eher Regel als Ausnahme. Das gehäufte Auftreten von technischen Störungen innerhalb der vergangenen Jahre zeigt nur zu deutlich, wie sehr die S-Bahn Stuttgart, wohl auch aufgrund der kulanten Sonderregelungen während der Stuttgart-21-Bauphase, vom Betreiber Deutsche Bahn auf Verschleiß gefahren wird. Trotz vollmundiger Versprechungen auf dem jährlichen „S-Bahn-Gipfel“ fehlt es sehr offensichtlich an technischer Wartung, Innovation und Prävention.

Die störungsgeplagten Pendler, die den jährlich weiter steigenden Preisen hilflos ausgeliefert sind, erhalten als Gegenleistung zu oft Verspätungen, S-Bahn-Chaos und Zugausfälle und zahlen damit für Schlechtleistung. Die Zufriedenheitswerte, die die ÖPNV-Nutzer der DB für die S-Bahn ausstellen, sind dementsprechend niedrig, die wirtschaftlichen und persönlichen Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Ballungsraum Stuttgart gravierend. Durch die anhaltenden Störungen und Verspätungen entsteht ein mutmaßlich hunderte Millionen Euro schwerer volkswirtschaftlicher Schaden.

Als Träger der S-Bahn obliegt der Regionalversammlung und ihren Mitgliedern die Verantwortung für das zuverlässige Funktionieren der S-Bahn. Mit der Aushandlung des nichtöffentlichen S-Bahnvertrags mit der Deutschen Bahn von 2009 wurden die Mehrheitsfraktionen in der Regionalversammlung diesem Anspruch nicht gerecht. Zu geringfügig sind die Entschädigungszahlungen für verspätete und ausgefallene Züge, zu vage die Qualitätskriterien, zu generös die Ausnahmen während der S-21-Bauzeit, zu zahnlos die Sanktionsmöglichkeiten. Mit dem S-Bahnvertrag degradierten sich die Regionalräte in der Misere zu reinen Bittstellern, deren Appelle die Bahnverantwortlichen unbeeindruckt lassen.

Aufgrund der nicht endenden Qualitätsprobleme, die die Zumutbarkeitsgrenzen für die Fahrgäste längst übersteigen, stellt sich für die Fraktion DIE LINKE daher die Frage, ob eine zeitnahe Kündigung des S-Bahnvertrags aufgrund von Schlechtleistung möglich ist.

Die Verwaltung antwortete wie folgt:

Eine vorzeitige ordentliche Kündigung des am 01.07.2009 in Kraft getretenen Verkehrsvertrages ist ausgeschlossen.

Die Möglichkeit zur außerordentlichen Kündigung besteht, wenn eine der beiden folgenden
Voraussetzungen gegeben ist:

  1. Die 6-Minutenpünktlichkeit in der Hauptverkehrszeit liegt im Mittel über zwei aufeinanderfolgende Kalenderjahre unter 80 %. Während der Bauzeit von Stuttgart 21 gilt die Regelung nur für die durch das EVU zu vertretenden Verspätungen.
  2. In zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren entfallen mehr als 1% der planmäßigen Zugkilometer ersatzlos. Zugausfälle aufgrund von Baumaßnahmen an der Infrastruktur, Streiks und mehr als zwei Tage andauernde Störungen (sofern nicht durch das EVU verursacht) werden hierbei nicht berücksichtigt.

Es gelten zudem grundsätzlich die Regelungen nach § 314 des BGB.

Beide Voraussetzungen sind derzeit bei weitem nicht erfüllt, und eigentlich kann auch niemand hoffen, dass sie jemals erfüllt werden. Die Fraktion DIE LINKE hat sicherlich nicht ernsthaft erwartet, die Kündigung des S-Bahnvertrages quasi im Handstreich durchzusetzen.

Durch ihren Antrag wurde aber wenigstens öffentlich bekannt, dass die DB Regio nicht das liefern kann, was der Verband Region Stuttgart bestellt hat und teuer bezahlt, und die DB Netz AG vielfach nicht das liefert, was die DB Regio brauchen würde, um ihrerseits vertragsgemäß liefern zu können.

Die DB Netze™ nimmt Trassengebühren (DB Netz AG) und Stationsgebühren (DB Station&Service AG) ein, vernachlässigt aber trotz gegenteiliger Versprechungen ihre Anlagen und Einrichtungen. Durch Ausnahmeregelungen und eine Deckelung der Pönale (Vertragsstrafe) während der Bauzeit von Stuttgart 21 muss sie bei Minderleistungen keine Sanktionen befürchten und – wenn überhaupt – allenfalls auf einen kleinen Teil ihres Umsatzes verzichten.

Alle Rolltreppen stehen still …

… wenn die DB Station&Service AG es will. Und in der S-Bahnstation Stuttgart Universität will sie es so. Seit dem 19.9.2016 werden dort nämlich alle acht Rolltreppen erneuert, wie folgender Aushang erklärt:

Umbau der Fahrtreppen an der Haltestelle Universität

Umbau der Fahrtreppen an der Haltestelle Universität

Während den Umbauarbeiten wird den Fahrgästen u.a. empfohlen, die weiteren Fahrtreppen zu benutzen. Blöd nur wenn alle acht Fahrtreppen gleichzeitig umgebaut und deswegen stillgelegt werden. Zumindest heute Nachmittag (20.11.2016) lief keine einzige Rolltreppe. Nur eine der acht Rolltreppe (siehe nächstes Bild links) war nicht abgesperrt und sah funktionsfähig aus, wäre da nicht das rot leuchtende „Außer Betrieb“ Symbol gewesen.

Rolltreppen ein- und ausgebaut

Rolltreppen ein- und ausgebaut

Alle anderen Rolltreppen waren abgesperrt und mehrere waren noch komplett ausgebaut (siehe Bild oben rechts).

Die angesetzten zwei Monate Umbauzeit sind vorbei, ohne dass wenigstens ein Teil der Rolltreppen wieder genutzt werden kann. Unverständlich ist aus meiner Sicht auch, warum alle Rolltreppen gleichzeitig umgebaut wurden. Wenn jetzt noch einer der beiden Aufzüge (einer pro Bahnsteig) ausfällt, können ältere Fahrgäste, Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer an dieser S-Bahnstation überhaupt nicht mehr ins Freie gelangen, denn die Bahnsteige liegen 21,5 m unter dem Geländeniveau, tiefer als jeder andere S-Bahnhalt in Stuttgart. Demgegenüber wäre eine längere Umbauzeit mit teilweise laufenden Rolltreppen sicher das kleinere Übel gewesen.

Mit den neuen Automaten kommen auch höhere Preise

Neue Snack- und Getränkeautomaten an den Haltestellen

Neue Snack- und Getränkeautomaten an den Haltestellen

Im Oktober wurde damit begonnen die Snack- und Getränkeautomaten an den Haltestellen der S-Bahn Stuttgart zu ersetzen. Die neuen Automaten der Firma Selecta sehen ansprechender aus, z.B. fehlt das Gitter vor der Glasscheibe. Am simplen Prinzip der sich drehenden Metallspirale und dem herunterfallenden Produkt hat sich nichts geändert.

Was sich aber geändert hat sind die Preise der angebotenen Produkte. Hier ein paar Beispiele:

  • Für eine Getränketüte die bisher 50 Cent gekostet hatte sind nun 80 Cent einzuwerfen
  • Ein Schokoriegel der bisher für 60 Cent zu haben war kostet jetzt 1 Euro
  • Eine Flasche Wasser (0,5 l) verteuerte sich von 1,20 auf 2 Euro

Wieviel davon auf das Konto der Fa. Selecta und wieviel auf DB Station&Service entfällt, wissen wir natürlich nicht.

Ein Aufkleber deutet auf eine Videoüberwachung zum Vandalismusschutz hin.

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Ein Aufzug macht Siesta (hitzefrei)

Der Aufzug zum Bahnsteig 2 in Stuttgart-Vaihingen ist ein echter Spanier. Immer wenn im Sommer die Sonne vom blauen Himmel knallt und sich die Sommerhitze der 30° C Schwelle nähert, nimmt sich der Aufzug hitzefrei und macht ein Nickerchen bis zu den kühleren Abendstunden, um danach seinen Dienst wieder aufzunehmen.

Dieses Verhalten fiel uns am Di. 23. August zum ersten Mal auf und es wiederholte sich an den Folgetagen bis einschließlich So. 28. August täglich. Am Sa. 27. August dauerte der Ausfall z.B. von ca. 14:30 bis 19:00 Uhr, also rund 4,5 Stunden. Das Verhalten ähnelt dem neuen Aufzug in Leonberg, über den auch schon die Stuttgarter Zeitung berichtet hatte. Dort ist die Ursache des Problems, dass der Schaltschrank des Aufzugs ungeschützt in der prallen Sonne steht und in Vaihingen ist das nicht anders.

Aufzug zum Bahnsteig 2 in Stuttgart-Vaihingen

Aufzug zum Bahnsteig 2 in Stuttgart-Vaihingen

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