Schon wieder ein Update der Bahnsteigansagen…

Schon vor einigen Monaten berichteten wir von Änderungen und Verschlechterungen bei den automatischen Bahnsteigansagen im Tunnel der Stammstrecke. Teile der damals berichteten Probleme, wie das falsche Ansagen der S60 Richtung Renningen, wurden behoben, anderes, wie das verspätete oder verfrühte Ertönen der Ansagen, ist immer noch nicht wirklich gut gelöst.

Nun hat die DB schon wieder ihre Ansagen angepasst und unserer Meinung nach „verschlimmbessert“. Hier eine „neue“ Ansage an der Station Schwabstraße:

Seit einigen Wochen wird bei den automatischen Ansagen nicht mehr die (ursprüngliche) Abfahrtszeit angesagt, sondern nur noch das Ziel und eventuelle Zwischenhalte der Züge. Schon das führt bei nicht ortskundigen Fahrgästen zu Problemen, denn viele Fahrgäste, vor allem solche, die selten Bahn fahren, orientieren sich an „ihrem“ Fahrplan, beziehungsweise dem, der entweder im Internet oder auf der Fahrkarte steht. Wenn es dann zu Verspätungen kommt, andere S-Bahnen zur Zeit der eigentlich fahrenden Bahn kommen und diese manchmal sogar in die gleiche Richtung fahren, aber dennoch einen unterschiedlichen Fahrtweg (z.B. S3/S4 Backnang oder S1/S60 Böblingen) haben, kennen sich viele nicht mehr aus.

Doch etwas anderes ist viel schlimmer:

Es gibt jetzt überhaupt keine automatischen Ansagen zu Verspätungen und Ausfällen mehr! Diese wurden aus uns unerklärlichen Gründen wohl völlig abgeschafft. Früher wurden ab einer Verspätung von 5 Minuten die Ansagen automatisch nach folgendem Muster abgespielt:

Information zu S[Linie] nach [Ziel], Abfahrt [Zeit], heute ca. [Verspätung] Minuten später,

bzw.

Information zu S[Linie] nach [Ziel], Abfahrt [Zeit], fällt heute aus – Grund dafür ist eine Signalstörung

Diese Informationen bleiben nun aus. Oftmals gibt es überhaupt keinen Hinweis, weder per Anzeige noch per Ansage, wenn ein Zug ausfällt. Auch über alternative Fahrtmöglichkeiten wird nicht mehr berichtet. Wenn überhaupt, wird (NUR) am Hauptbahnhof (tief) manchmal eine oft unverständliche nicht automatische Ansage abgespielt.

Erst dachten wir, dass es möglicherweise Probleme mit der Software geben könnte und die Ansagen bald wieder normal funktionieren würden. Nun sind im Stammstreckentunnel schon seit vielen Wochen diese schlechten und unvollständigen Ansagen zu hören.

Paradoxerweise ist die Fahrgastinformation nun an den weiter vom Zentrum entfernt liegenden, größeren Stationen, wie Esslingen, Ludwigsburg oder Korntal besser, als die im, von viel mehr Fahrgästen frequentierten Tunnel.

Dies ist eine gravierende Verschlechterung und so auf lange Sicht nicht hinnehmbar,
Bei Ausfall oder gravierender Verspätung muss dem Fahrgast auf irgendeine Weise mitgeteilt werden, dass sein Zug nicht planmäßig fährt. Man kann nicht von jedem erwarten, dass er die Möglichkeit hat, am Smartphone Abfahrtszeiten zu checken und sich gegebenenfalls alternative Fahrrouten herauszusuchen, ganz davon abgesehen, dass es im Stammtunnel nicht überall mobiles Internet gibt.

Man muss sich die Frage stellen, warum so viel Geld für neue Anzeigen und Stelen ausgegeben wurde, wenn nicht einmal die elementarste Fahrgastinformation funktioniert?
Von Prestigeprojekten, wie der leuchtenden Bahnsteigkante, ganz abgesehen…

3 Gedanken zu „Schon wieder ein Update der Bahnsteigansagen…

  1. Klaudia

    Daß Verspätungen nicht mehr angesagt werden, war mir noch gar nicht aufgefallen, vermutlich weil ich gerade ein paar Wochen Urlaub hatte.

    Das geht aber wirklich gar nicht :-(!

    Und was die leuchtenden Bahnsteigkanten angeht:

    Ich konnte die noch nicht ausprobieren, weil ich selten in Bad Cannstatt bin, aber ich frage mich schon die ganze Zeit, wie die bitte was bringen sollen?

    Der Bahnsteig ist ja bekanntlich ein paar Meter länger als die S-Bahn. Ich vermute mal, damit die Lokführer ein wenig Spielraum beim halten haben, falls sie sich verbremsen.

    Jetzt sind zwei Türen in der S-Bahn aber so 2-3 Meter voneinander entfernt – ich habe es nicht ausgemessen – der Spielraum wo die Bahn am Bahnsteig halten kann ist also selbst bei einem Langzug GRÖßER als der Abstand zwischen zwei Türen.

    Ergebnis: obwohl ich versuche dort am Bahnhof zu stehen, wo die Tür des Zuges sein wird, klappt das
    in der Praxis fast nie, weil die Türen an jeder Stelle des Bahnsteiges sein können, je nach dem wie weit vorne der Zug dann letztlich zum halten kommt.

    So lange die Zugführer also nicht genau an den markierten Haltepunkten stoppen, ist jede Markierung am Bahnsteig also nicht nur sinnlos, sondern raus geschmissenes Geld…

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  2. Hayo Poetzsch

    Ein riesiger Unfug. Wenn ich mich dort hinstelle, wo die Tür zum Halten kommt, stehe ich den Leuten im Weg, die aussteigen wollen. Also: erst einmal wegtreten, bevor mich der „S-bahnschubser“ unsanft wegdrückt.
    Eine tolle Idee der Bahn. Auf meiner Modelleisenbahn würde eine leuchtende Bahnsteigkante bestimmt gut ankommen – natürlich ohne „Beförderungsfälle“ .
    Für Beleuchtung sorgen gäbe es etliche andere Möglichkeiten: z.B. die vielen fast dunklen Ecken der Abstellanlagen der Bahn, wo täglich die Grafittischmierer ungestört ihr Unwesen treiben.

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  3. Hosea Winter Beitragsautor

    Noch heute, fast 2 Monate nach Veröffentlichung des Beitrags, werden keine Verspätungs- und Ausfallansagen im Stammtunnel gesendet. Bei Ausfall eines Zuges wird man nun an den Innenstadtstationen bestenfalls durch den Stationswärter per oft unverständlicher Durchsage darauf aufmerksam gemacht, wenn der Zug ausfällt. Meist kommt jedoch immer noch überhaupt keine Ansage.
    An den nicht im Stammtunnel liegenden Stationen gibt es bis heute die „alten“ funktionierenden Ansagen mit Abfahrtszeit und Verspätungsmeldung.
    Wir fordern, dass dieses Problem ENDLICH behoben wird!

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