Archiv des Autors: Hosea Winter

Fahrplanänderungen der S-Bahn Stuttgart während den Sommerferien wegen Stammtunnelsperrung

Schon zwei Mal haben wir über die geplanten Bauarbeiten an der S-Bahn Stammstrecke in den Sommerferien der Jahre 2021-2023 und die Auswirkungen auf die S-Bahn Stuttgart berichtet. In diesen Zeiten soll die ganze Stammstrecke von Hauptbahnhof (tief) bis Österfeld komplett gesperrt werden. Das umfangreiche und ausgeklügelte Ersatzkonzept mit den Baustellenlinien S12, S15 und S30 haben wir hier genauer vorgestellt und die Vor- und Nachteile beleuchtet.

Voraussichtliches Liniennetzes während der Stammtunnelsperrungen in den Sommerferien 2021-2023.

Was damals noch nicht öffentlich zugänglich war, ist das Ersatzkonzept für die Stationen, die nicht angefahren werden, also alle Stationen der Stammstrecke, nämlich Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld. Und auch die nicht geringen Auswirkungen auf Regional- und Fernverkehr haben wir damals außen vorgelassen, obwohl sie für sicher viele Pendler aus der Region Stuttgart von Relevanz sind.

In diesem Beitrag möchten wir das Ersatzkonzept für die Innenstadt genauer vorstellen und erklären, aber auch seine Schwächen aufzeigen. Außerdem soll der geänderte Regionalverkehr Beachtung finden.

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Die S-Bahn und der Deutschlandtakt – Änderungen im Nordnetz auf den heutigen Linien S4 – S6 / S60

Nachdem wir schon vor einiger Zeit eine Übersicht über Auswirkungen des 3. Entwurfes des Deutschlandtaktes bei der S-Bahn Stuttgart gezeigt und kürzlich die genauen Änderungen auf den heutigen Linien S1 – S3 beschrieben haben, folgt nun die Analyse des sogenannten „Nordnetzes“, das die heutigen Linien S4-S6 und S60 umfasst.

Im Zielfahrplan ist Stuttgart 21 ebenso in Betrieb wie die neue S-Bahn-Station Mittnachtstraße und die Verlängerung der S-Bahn auf der dann elektrifizierten Bahnstrecke von Weil der Stadt nach Calw (Hermann-Hesse-Bahn).

Voraussichtliches Liniennetz der heutigen „Nordlinien“ S4-S6/S60 der S-Bahn Stuttgart bei Realisierung des Deutschlandtakt-Zielfahrplans 3. Version.

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Die S-Bahn und der Deutschlandtakt – Änderungen auf den heutigen Linien S1 – S3

In einem früheren Beitrag haben wir einen Überblick gegeben, welche Änderungen sich bei der S-Bahn aus dem dritten Entwurf des Zielfahrplans Deutschlandtakt ergeben würden. Wie angekündigt, wollen wir nun auch auf die durchaus umfangreichen Änderungen auf den einzelnen Linien zu sprechen kommen, die in dem Entwurf verzeichnet sind.

Von Seiten des Verbands Region Stuttgart, dem Aufgabenträger der S-Bahn Stuttgart, der Änderungen am Fahrplan und an den Linien beauftragen und genehmigen müsste, sind bisher allerdings keine Planungen an die Öffentlichkeit gekommen, das S-Bahnnetz und die S-Bahnfahrpläne entsprechend dem Zielfahrplanentwurf umzugestalten. Es ist daher offen, ob die dort vorgesehenen Änderungen ganz oder in Teilen wirklich umgesetzt werden.

Das S-Bahn-Netz soll sich insofern deutlich ändern, als die S1 und S3 im Süden ihre Linienäste tauschen. Die S1 soll nach Neuhausen, die S3 im Gegenzug nach Herrenberg fahren. Jede zweite S4 soll in der Hauptverkehrszeit (HVZ) über Schwabstraße hinaus bis Böblingen verlängert werden. Die bisher auf der einen Seite an der Schwabstraße endende S60 soll bis Vaihingen verlängert werden. Auf der anderen Seite soll sie wie die heutige gekoppelte S6/S60 in Renningen geteilt („geflügelt“), ein Zugteil wie bisher nach Böblingen und der andere Zugteil über Weil der Stadt hinaus bis Calw verlängert werden.
Das geplante Liniennetz haben wir schon im ersten Deutschlandtakt-Beitrag gezeichnet und vorgestellt.

Voraussichtliches Liniennetz der S-Bahn Stuttgart bei Realisierung des Deutschlandtakt-Zielfahrplans 3. Version.

Dass der neue Fahrplanentwurf einige Veränderungen für die S-Bahn bringen wird, war abzusehen. Dass diese aber auf den hier betrachteten Linien S1-S3 und den später näher analysierten Linien S4-S6, S60 und S61 so weitreichend ausfallen, hat uns erstaunt.

Die Linien S1-S3 wollen wir nun in diesem Beitrag genauer vorstellen. Da zukünftig auch jede zweite S4 und die S60 weiter Richtung Vaihingen oder Böblingen fahren sollen, werden uns auch diese Linien am Rande beschäftigen. Eine genaue Vorstellung der sogenannten „Nordlinien“ S4-S6 und S60 folgt dann in einem späteren Beitrag.

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Die S-Bahn und der Deutschlandtakt – eine Übersicht

Der Deutschlandtakt soll ein deutschlandweit geltender integraler Taktfahrplan werden, bei dem Regional- und Fernzugfahrpläne so gut wie möglich aufeinander abgestimmt sind.
Bei einem integralen Taktfahrplan (ITF) kommen vertaktete Züge in einem Knotenbahnhof immer ein paar Minuten vor der sogenannten Knotenzeit, idealerweise :00 und :30, an und fahren wenige Minuten danach wieder ab. Dadurch ergeben sich theoretisch von allen Richtungen in alle anderen Richtungen gute Umsteigezeiten.

Prinzip des ITF in Form einer Uhr an einem Knotenbahnhof mit den Knotenzeiten :00 und :30. Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Wolfgang Hesse, von ihm ‚Rosette‘ genannt.

In der Schweiz beispielsweise existiert ein derartiges Konzept seit vielen Jahren und wird immer weiter verbessert.
Bis 2030 soll ein solcher Fahrplan auch in Deutschland etappenweise eingeführt werden und die Bahnverbindungen verbessern und aufeinander abstimmen.

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Experimente bei den Bahnsteiganzeigen – oder: das Ende der Positivkommunikation?

Schon mehrmals haben wir hier über Änderungen bei den Bahnsteiganzeigen geschrieben. Immer wieder werden Kleinigkeiten verändert, die Lesbarkeit teils verbessert, teils aber auch wieder verschlechtert und neue Funktionen hinzugefügt.

Nun haben die Bahnsteiganzeigen in der Region Stuttgart seit einigen Wochen ein komplett neues Layout bekommen, von dem es drei „Grundversionen“ gibt.


Die erste Version betrifft die älteren LCD-Bahnsteiganzeigen, wie sie noch an den meisten S-Bahn-Stationen außerhalb der Stammstrecke zum Einsatz kommen. Dabei wurde unter anderem die Anordnung der Elemente verändert und die beim letzten Update eingeführte invertierte Schrift wieder abgeschafft. Auch für gekuppelte und vereinigte Züge wurde die Anzeige verändert. Für diese Züge werden nun die Zugteile mit Klammern verbunden. Eine Detailansicht kurz vor Einfahrt gibt es dann nicht mehr, was vor allem deshalb verwirrend sein könnte, da „normale“, nicht gekuppelte Züge weiterhin eine Detailansicht mit Unterwegshalten und anderen nützlichen Informationen haben.

Zum Vergrößern bitte jeweils auf die Bilder klicken.
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Neues zu den S-Bahn-Stammstreckensperrungen in den Sommerferien der Jahre 2021-2023

Vor einiger Zeit berichteten wir in diesem Beitrag von den geplanten S-Bahn-Stammtunnelsperrungen in den Sommerferien 2021, 2022 und 2023. Das damals von uns gezeigte Konzept wurde im Januar von der DB-Regio beim Verkehrsausschuss des S-Bahn Auftraggebers Verband-Region-Stuttgart (VRS) vorgestellt.

Seitdem hat sich etwas getan, die Planungen sind konkreter und genauer geworden, einige Details wurden verändert, manches wurde richtiggestellt.

In einigen konstruktiven und interessanten Gesprächen mit Vertretern der S-Bahn Stuttgart konnten wir Einblicke in das komplexe Linien- und Fahrplankonzept bekommen, das neben der Ausdünnung aller Linien auf einen Halbstundentakt auch mehrere Ersatz- und Zusatzlinien enthält.

Voraussichtliches Liniennetzes während der Stammtunnelsperrungen in den Sommerferien 2021-2023.

Geändert haben sich im Vergleich zum ursprünglich vorgestellten Konzept im Wesentlichen nur Kleinigkeiten, wie z.B. die S12, die zwischen Esslingen und Schorndorf die Linien S1 und S2 verdichten soll. Die ungewohnten Linienverläufe, bei denen einzelne Linien den Hauptbahnhof (oben) komplett auslassen und damit nicht in die Innenstadt verkehren, haben wir in folgender Grafik veranschaulicht:

Voraussichtliche Linienverläufe während der Stammtunnelsperrungen in den Sommerferien 2021-2023.

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Über Urlaub in Coronazeiten – ist die Bahn eine Alternative?

Ein besonderes Frühjahr ist zu Ende gegangen. Noch im März war Urlaub völlig undenkbar, dann versuchte man Werbung für Inlandstourismus zu machen und nun reisen wieder viele Menschen in die Türkei, nach Spanien oder auf die Insel Mallorca.
Wieder zieht der Flugverkehr an, wieder starten Urlaubsflieger früh morgens am Stuttgarter Flughafen und fliegen in altbekannte „Urlaubsparadiese“.
Bedenkt man, dass gerade der Tourismus mit dem Flugzeug nicht die klimaschonendste Form des Reisens ist, stellt sich doch jetzt die Frage, ob wir nicht gerade dieses Jahr die (vielleicht einmalige) Chance verpasst haben, etwas an unserem Urlaubsstil und der Fortbewegungsart im Urlaub zu ändern.


Was hat das nun alles mit einem Internetportal zu tun, das sich auf den Nahverkehr in Stuttgart spezialisiert hat?

Nun ja, auf den ersten Blick wenig. Auf den Zweiten aber schon mehr, denn in diesem Beitrag soll aufgezeigt werden, wo es hakt, wenn man versucht, mit den Öffis klimaschonender Urlaub zu machen und was wir in Deutschland von andern Ländern, wie Österreich, lernen können.
Die Anforderungen waren in diesem Sommer für mich gar nicht so schwer: eine mehrtägige Bergtour in den Alpen und ein paar Tage in der österreichischen Wachau sollten zu einem angemessenen Preis mit Bus und Bahn erreichbar sein.

Der Salzburger Hauptbahnhof – mein erstes Reiseziel in Österreich

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Tarifwirrwarr bei der DB – oder: eine miserable Beratung im Videoreisezentrum

Das Tarifsystem in Deutschland ist bekanntlich nicht das Einfachste. Insgesamt 22 (!) Verkehrsverbünde in Baden-Württemberg besitzen eigene Waben-, Zonen- oder Ringsysteme zur Berechnung der Fahrkartenpreise, dazu kommt der neue „bw-tarif„, die Fernverkehrstarife der DB und die Kooperationstarife zwischen Verkehrsverbünden. Zusätzlich gibt es dutzende Spezialangebote: Vom Baden-Württemberg-Ticket über das Metropol-Tages-Ticket und das deutschlandweite „Quer-durchs-Land Ticket“ bis zum „Regio-X„-Ticket gibt es viel Auswahl. Oft unterscheiden sich diese Tickets nur in Nuancen, so kostet das BW-Ticket nur 3 € mehr als das MTT, gilt aber in mehr Verkehrsverbünden, das QDL hingegen ist nur in einem Teil der Verbünde, dafür in ganz Deutschland, gültig.

Noch komplizierter ist es am Bahnhof: Seit der Liberalisierung der Eisenbahn können die Bundesländer, die Besteller und Finanzierer des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) sind, Leistungen ausschreiben. Dies bedeutet, das im Regionalverkehr nicht mehr automatisch die staatliche DB-Regio den Auftrag bekommt. In den sogenannten „Stuttgarter Netzen“ sind beispielsweise ausnahmslos ausländische Nahverkehrskonzerne unterwegs, die unter den Namen Go-Ahead (GABW) und Abellio (ABRBW) derzeit mehr schlecht als recht die Züge in der Region betreiben. Dies bringt mit sich, dass an den Haltestellen, wo GABW oder ABRBW fahren, eigene Ticketautomaten aufgestellt werden – natürlichen mit anderer Menüführung, anderen Funktionen und unterschiedlichem Ticketangebot.

Betreiber und Auftraggeber

Betreiber und Auftraggeber in der Region Stuttgart

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Neulackierung und Redesign für die S-Bahn?

Vor einiger Zeit hat der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart (VRS) in einer nicht öffentlichen Sitzung über ein Redesign und eine Neulackierung der S-Bahn Stuttgart ab 2022 beraten. Dabei ging es auch um eine Änderung des Farbschemas, die schon bei den neu zu bestellenden 58 Zügen angewandt werden soll, wie die StZ berichtete.

Eine mögliche Außenlackierung im Design des Verband-Region-Stuttgart, angelehnt an die RELEX-Lackierung (© Yoshi)

Ob die S-Bahn dann wirklich in „Regionsblau“, wie oben in einer Fotomontage gezeigt, im Landesdesign oder im bisherigen verkehrsroten „Deutsche-Bahn-Mediendesign“ (DBM) unterwegs sein soll, sei einmal dahingestellt.
Für die Kunden wesentlich wichtiger als die Außenlackierung ist der Komfort und die Gestaltung der Züge.

Sieht man sich die Baureihe 430 im Vergleich zur Baureihe 423 an, gibt es aus Fahrgastsicht komfortmäßig nur wenige Unterschiede. Mit der Baureihe 430 ist man, was Raumaufteilung und Sitzplatzanordnung angeht, keine Risiken eingegangen und hat das Konzept der BR 423 weitestgehend übernommen. Und so ist die Innenausstattung bis auf wenige Änderungen, wie die insgesamt vier 2er-Sitzreihen pro Zug oder ein neues Lichtband an der Decke, auf den ersten Blick gleich wie beim Vorgänger.

aktueller Innenraum einer Baureihe 423 in Stuttgart seit dem letzten Redesign

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Neues Portal: s-bahn-info.de

+++ UPDATE +++

Aufgrund der Erweiterung unserer Seite ist die Information für die S-Bahn-Stuttgart nun auf der Seite https://s-bahn-info.de/s/ zu erreichen.
Der Stammlink s-bahn-info.de führt zu einer Übersichtsseite, auf der alle angebotenen Informationen für die verschiedenen (S-)Bahn-Netze aufgelistet sind und über die auch die bisherige S-Bahn-Info Stuttgart Seite aufgerufen werden kann.

Auch die Bedienung hat sich geändert. Die Ausklappfenster sind durch sogenannte „Modals“ ersetzt worden, die sich beim Anklicken auf die Tabellenzeile des jeweiligen Zuges öffnen und alle Informationen auf einen Blick bereitstellen.

Sollten Sie Fragen zur Bedienung haben, können Sie sich gerne an die auf der Website angegebe Kontaktadresse wenden!


Wie manchem aufmerksamen Leser aufgefallen sein dürfte, veröffentlichen wir seit mehr als einem Jahr wesentlich weniger Statistiken und Informationen zu Verspätungen und Ausfällen der S-Bahn Stuttgart. Der Grund dafür ist eine recht unzuverlässige Datengrundlage unseres S-Bahn Stuttgart Monitors und die daraus resultierende Ungenauigkeit unserer eigenen Statistiken.

Da in den letzten Monaten keine nennenswerte Verbesserung der Datengrundlage eingetreten ist, habe ich mich zusammen mit einem Freund an eine Neuprogrammierung gewagt, die zusätzlich zum alten Monitor eine alternative Informationsmöglichkeit bieten soll. Die neue Website greift auf die hoffentlich genaueren Daten der Deutschen Bahn zu und ist unter s-bahn-info.de zu finden.

Bildschirmfoto von s-bahn-info.de

Bildschirmfoto von s-bahn-info.de (zum Vergrößern auf das Bildschirmfoto klicken)

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