Archiv der Kategorie: S-Bahn Stuttgart

Bauarbeiten im Sommer bei der S-Bahn Stuttgart

Vor mehr als einem Monat berichteten wir in diesem Beitrag über die fehlenden Informationen zu Fahrplanabweichungen bei den Linien S1-S3 aufgrund von Bauarbeiten im Tunnel zwischen Schwabstraße und Österfeld. Wir hatten uns erhofft, dass, vielleicht auch angestoßen durch unseren Beitrag, endlich eine offizielle Meldung des VVS oder der DB, die noch 2016 das vollmundige Versprechen gab, man wisse bei Vollsperrungen 1 Jahr vorher, wo gebaut werde, herausgegeben wird.

Geschehen ist jedoch fast nichts!

Bis heute, nicht einmal einem Monat vor Beginn der Baumaßnahme, gibt es von offizieller Seite keine Information für die Öffentlichkeit, wann und wie die Bauarbeiten ablaufen sollen. Auch der Verband Region Stuttgart hat auf Nachfrage keine weiteren Informationen zu den Baumaßnahmen (herausgegeben). Von dieser Seite kam lediglich eine Pressemitteilung der Bahn vom Frühjahr 2019 mit dem heute wohl eher spöttisch zu verstehenden Inhalt:

„Im Zeitraum der baden-württembergischen Sommerferien und darüber hinaus (29. Juli bis 15. September 2019) kündigt DB Netz umfangreiche Arbeiten zur Erneuerung von Gleisen und Weichen im Bahnhof Stuttgart-Vaihingen und auf dessen Zulaufstrecken an. Diese Maßnahme ist der regulären Instandhaltung zuzurechnen und steht nicht in Verbindung mit Stuttgart 21 oder der Errichtung des zusätzlichen Bahnsteiges in Stuttgart-Vaihingen.

In unterschiedlichen Bauphasen wird es zu eingleisigem Betrieb (auch im S-Bahn-Tunnel zwischen Vaihingen und Schwabstraße) oder tageweise sogar zu Vollsperrungen kommen (voraussichtlich zwischen Rohr und Böblingen an den beiden letzten Ferienwochenenden). Zur Entlastung der bauzeitlich eingeschränkten Infrastruktur werden bei den Linien S1, S2 und S3 Umleitungen über die „Panoramabahn“ und Stuttgart Hbf (oben) und Fahrplanausdünnungen (Entfall von Zwischentaktzügen) erforderlich sein.

Weitere Details zum Betriebskonzept während dieser Bauarbeiten sind zum Zeitpunkt des Versandes […] noch ganz am Anfang der Planungsphase. Die Ergebnisse werden den Fahrgästen aber rechtzeitig kommuniziert.“

Dass so viele Baumaßnahmen vor der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 durchgeführt werden hängt aber sicherlich sehr wohl auch mit dem Fehlen der Panoramabahn mit Anbindung an den Hauptbahnhof nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und der hoffentlich nie folgenden kompletten Stilllegung des jetzigen Kopfbahnhofes zusammen.

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S-Bahn-Machbarkeitsstudie

In der öffentlichen Verkehrsausschusssitzung des Verbands Region Stuttgart (VRS) am 22.5.2019 wurde die lang erwartete, vom VRS beauftragte S-Bahn-Machbarkeitsstudie mit den Arbeitspaketen

AP1: 15-Minuten-Takt in den Außenbereichen
AP2: Schusterbahn
AP3: Kapazitätssteigerungen

von den Auftragnehmern, dem Verkehrswissenschaftlichen Institut (VWI) und der DB Engineering & Consulting (DB E&C) präsentiert.

Inhaltlich wurden Betriebskonzepte erstellt, der Fahrzeugbedarf ermittelt, der erforderliche Ausbau der Infrastruktur identifiziert und die verkehrlichen Wirkungen berechnet.

Die Präsentation der  S-Bahn-Machbarkeitsstudie (29 Seiten) steht bei den entsprechenden Sitzungsdokumenten des VRS nicht als Download zur Verfügung, wohl aber auf der →S-Bahn-Seite des VRS. Ungeachtet dessen können Sie die Studie auf Wunsch auch als →PDF von unserer Seite herunterladen.

Hier eine Zusammenfassung der aus unserer Sicht wichtigsten Punkte.

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Sogar die Pünktlichkeitsstatistik hat Verspätung

„Die Pünktlichkeitswerte werden aufgrund der umfangreichen Datenauswertung immer Mitte des Folgemonats veröffentlicht“

So steht es jedenfalls auf der Webseite „Pünktlichkeitsentwicklung bei der S-Bahn Stuttgart“ zu lesen. Das Wort „immer“ lässt eigentlich keine Ausnahme zu. In Wahrheit hat es die S-Bahn Stuttgart oder ihr mit der Datenauswertung beauftragter Dienstleister bis heute 3. Juni 2019 nicht geschafft, die Pünktlichkeitswerte für den April 2019 auf der Seite zu veröffentlichen.

Fehlender Pünktlichkeitswert vom April 2019

Fehlender Pünktlichkeitswert vom April 2019

Schlechte Pünktlichkeitswerte im April können eigentlich nicht der Grund für das Ausbleiben der Werte sein, denn auch schon in den ersten 3 Monaten des Jahres waren die Pünktlichkeitswerte miserabel. Vermutlich ist der Grund einfach nur „Verzögerungen im Betriebsablauf“.

„Baustelleninformations-Chaos“ bei der S-Bahn Stuttgart

Nachdem die Fahrgäste durch die diversen „Dauerbaustellen“ bei der S-Bahn, wie die Instandhaltungsfenster im Stammstreckentunnel oder die Bauarbeiten in Obertürkheim und Feuerbach wegen Stuttgart 21, die mehrmals im Jahr zu Behinderungen führen, schwer geplagt sind, kamen in den letzten Monaten zusätzlich weitere Baustellen, wie die Streckensperrung zwischen Schorndorf und Waiblingen oder die Weichenerneuerung in Ditzingen, die den S-Bahn-Verkehr massiv einschränkten, hinzu.

Baustelle Bahnhof Feuerbach

Baustelle Bahnhof Feuerbach (28.2.2019)

Viele dieser Baustellen wird man nun einfach ertragen müssen, da jahrelang nur wenig Geld in das Schienennetz der DB investiert wurde, was sich nun rächt. Manche Modernisierungen, waren sicherlich längst überfällig, andere wegen Stuttgart 21, von dem die Fahrgäste ja laut früherer Aussagen der DB vor der Volksabstimmung überhaupt nichts mitbekommen sollten, nötig.

Bei diesen Baustellen wurde meist lange im Vorfeld informiert. Die Einschränkungen hielten sich vergleichsweise in Grenzen. Schienenersatzverkehr war meist nur nachts oder an Wochenenden nötig.

Im Sommer soll es jedoch eine weitaus größere Baumaßnahme geben, über die noch fast überhaupt nichts bekannt ist!

Wahrscheinlich ist derzeit, dass zwischen Schwabstraße und Vaihingen, sowie zwischen Rohr und Böblingen gebaut werden wird, was teilweise zu Vollsperrungen und teilweise zu einseitigen Gleissperrungen führen wird. Dies bedeutet, dass die Bahnen nur ein Gleis für beide Richtungen zur Verfügung steht. Beides würde bei den Linien S1, S2 und S3 zu erheblichen Ausfällen führen.

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Offizielle Pünktlichkeit der S-Bahn im März 2019

Schon vor längerer Zeit hat die S-Bahn Stuttgart ihre offiziellen Pünktlichkeitswerte für März 2019 veröffentlicht.

Zusammenfassung:

Die offizielle 3-Minuten-Pünktlichkeit war im März 2019 so schlecht, wie nie in einem März im auf der Website aufgelisteten Zeitraum von 2014 bis 2019. Im Gegensatz zum Vormonat konnte sie sich aber etwas steigern.
Die 6-Minuten-Pünktlichkeit sank im Gegensatz zum Vormonat wieder leicht, ist aber etwas besser, als im historisch unpünktlichen März 2018.

Nach den ebenfalls sehr unpünktlichen Monaten Januar und Februar erreichte die 3-Minuten-Pünktlichkeit mit nur 88,0 % schon wieder den schlechtesten Wert seit 2014.

Im folgenden Diagramm gut zu erkennen ist die immer weitere Abnahme der 3-Minuten-Pünktlichkeit im Monat März in den letzten vier Jahren:

Pünktlichkeit im März 2014-2019

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Bahn will mit ETCS aus der Not eine Tugend machen

In München wird gerade für viele Milliarden Euro eine zweite Stammstrecke für die S-Bahn gebaut. In Stuttgart hat man sich stattdessen für die ebenfalls teure ETCS Signaltechnik entschieden, um die verspätungsgeplagte S-Bahn zu entlasten und wieder pünktlicher zu bekommen. ETCS steht für European Train Control System und soll die Kapazität der vorhandenen Stammstrecke erhöhen und dadurch die Pünktlichkeit verbessern. Dieser Plan hat Mitte März einen schweren Dämpfer erhalten, weil der Bund die Mittel für die Digitalisierung des Schienenverkehrs massiv gekürzt hat und ohne diese Bundesmittel die Einführung von ETCS bei der S-Bahn Stuttgart nicht zu stemmen ist.

Unbestätigten Hinweisen zufolge arbeitet die Bahn aber parallel schon an einem Plan B, der kurioserweise ebenfalls ETCS heißen wird. Mit dem Easy Timetable Correction System will die Bahn aus der Not – den häufigen Verspätungen – eine Tugend machen. Ab Dezember 2020, wenn zwischen 6 und 20.30 Uhr auf allen Linien alle 15 Minuten ein Zug fahren wird, soll bei Erreichen einer durchschnittlichen Verspätung von ca. 15 Minuten einfach der Fahrplan um 15 Minuten „korrigiert“ werden. Schließlich kann es den Fahrgästen ja egal sein, ob sie mit dem geplanten oder einem verspäteten Vorgängerzug pünktlich an ihr Ziel kommen. Bei Bedarf wäre diese „Korrektur“ um jeweils 15 Minuten sogar mehrfach täglich denkbar, um auch größere Verspätungen (30, 45, … Minuten) zu eliminieren.

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Unpünktlichkeit im Februar 2019 auf Rekordniveau

Gestern hat die S-Bahn Stuttgart ihre offiziellen Pünktlichkeitswerte für Februar 2019 veröffentlicht. Nach dem historisch unpünktlichen Januar 2019 erreichte die 3-Minutenpünktlichkeit mit 87,5 % und die 6-Minutenpünktlichkeit mit 96,7 % erneut die schlechtesten Pünktlichkeitswerte für einen Februar im aufgelisteten Zeitraum 2014-2019.

Seit dem 3. Quartal 2017 befindet sich die Pünktlichkeit im stetigen Sinkflug und es ist kein Ende in Sicht. Die Infrastruktur der DB Netz befindet sich in einem jämmerlichen Zustand, davon zeugen die häufigen Weichen-, Signal- und Stellwerkstörungen. Die Tatsache, dass in den letzten Jahren auf Verschleiß gefahren wurde, rächt sich und erfordert nun umfangreiche Bauarbeiten, die zu massiven Einschränkungen und Verspätungen führen. Hinzu kommen zusätzliche Baumaßnahmen im Zuge von Stuttgart 21. Wo gehobelt wird fallen Späne und deshalb führt diese gesteigerte Anzahl von Baustellen zu weiteren Störungen, die sich negativ auf die Verspätungsstatistik auswirken und den Frust der Fahrgäste steigern.

Auch die DB Regio (S-Bahn) hat ihre Probleme. Aufgrund des immer weiter ausgedehnten 15-Minutentakts werden die zur Verfügung stehenden, intakten Fahrzeuge langsam knapp. Man merkt das daran, dass manche Fahrten nur verkürzt, also nicht mit der vorgesehenen Anzahl Triebwagen durchgeführt werden und dass es immer wieder zu Störungen durch liegengebliebene Fahrzeuge kommt. Besonders bitter wird es immer dann, wenn dadurch der Stammstreckentunnel blockiert wird. Dann verhindern nur noch die Gleise im oberirdischen Hauptbahnhof und die Panoramastrecke einen kompletten Kollaps des S-Bahnverkehrs in Stuttgart.

Die Tagträume einiger Lokalpolitiker, dass das Netz in 2 Jahren in Ordnung sei und durch die Implementierung von ETCS gewaltige Leistungssteigerungen zu erwarten seien, werden wie schon so oft wie eine Seifenblase zerplatzen.

Einjährige Komplettsperrung der S-Bahn-Strecke
Echterdingen ↔ Bernhausen wirklich alternativlos?

Gegen Ende des vergangenen Jahres platzte die Nachricht der Deutschen Bahn herein, dass für den Bau des „Dritten Gleises“ am Flughafen-Terminalbahnhof in einigen Jahren der S-Bahn-Verkehr zwischen Echterdingen, Flughafen/Messe und Filderstadt-Bernhausen über 12-14 Monate komplett eingestellt werden müsse. Wir haben vor kurzem schon →darüber berichtet.

Die Region Stuttgart als politisch Verantwortliche und Betreiberin der S-Bahn musste sich nun zwangsläufig mit dieser schlechten Nachricht auseinandersetzen. In seiner Sitzung am 27.02.2019 beriet der Verkehrsausschuss des Regionalparlaments eine →Vorlage der Verbandsgeschäftsstelle. Im Vortrag dazu sprach Verkehrsdirektor Dr. Wurmthaler versehentlich sogar von einer Sperrung zwischen Rohrer Kurve und Flughafen, hoffentlich keine Freud’sche Fehlleistung. Letzlich empfahl er die Annahme der von der DB geforderten Vollsperrung als das letztlich geringere Übel, wenn auch mit flankierenden Forderungen.

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Gewaltige Investitionen für die S-Bahn

… für Fahrzeugbeschaffung und Einführung ETCS

Im Verkehrsausschuss des Regionalparlaments wurde am 23.1.2019 im einzigen Tagesordnungspunkt eine Beschlussvorlage für die Regionalversammlung diskutiert und anschließend einstimmig verabschiedet,

Dazu präsentierte der Leitende Verkehrsdirektor des VRS, Dr. Jürgen Wurmthaler, eine Tischvorlage →Verlängerung Verkehrsvertrag/ETCS/Fahrzeugbeschaffung. In dieser wurde im Wesentlichen dargestellt, dass ohne die Einführung von ETCS im gesamten erweiterten Stammstreckenbereich Österfeld ↔ Mittnachtstraße keine Verbesserung und Leistungssteigerung (Pünktlichkeit, Takterhöhung) möglich sei, weil ein Infrastrukturausbau oder eine bessere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur nicht finanzier- bzw. realisierbar sei.

Zusammenfassung der Beschlussvorlage

  • Beschaffung von 58 zusätzlichen Zügen der Baureihe 430
  • Ausrüstung der gesamten Fahrzeugflotte mit ETCS/ATO
  • Klärung von vertraglichen Voraussetzungen/Finanzierung

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Offizielle Pünktlichkeit der S-Bahn Stuttgart im Januar 2019

Nachdem wir im Januar aufgrund fehlender oder fehlerhafter Daten keine eigene Pünktlichkeitsstatistik erstellen konnten, müssen wir uns nun wohl oder übel mit den von der S-Bahn Stuttgart veröffentlichten Daten zufriedengeben, die jetzt auf der Internetseite der S-Bahn veröffentlicht wurden.

Zusammenfassung:
Die offizielle Pünktlichkeit war im Januar 2019 so schlecht, wie noch nie zuvor im ersten Monat eines Jahres. Der Negativtrend bei der Pünktlichkeit hält also leider weiter an.

Ein Grund für die schlechte Pünktlichkeit waren sicherlich die vielen Störungen, welche für Verspätungen sorgten und sich oftmals über den ganzen Tag hinzogen. Besonders hart hat es wie berichtet die Linie S6 getroffen, auf der es wochenlang fast jeden Tag größere Verspätungen gab.

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