Neue Bahnsteigansagen im Stammstreckentunnel

Nutzer der S-Bahn, die an Stationen im Stammstreckentunnel ein- und aussteigen, haben es vielleicht gemerkt.

Seit einigen Tagen gibt es an den Bahnsteigen mit automatischen Ansagen (umgangssprachlich: Blechelse) einen neuen Gong. Dieser neue Gong ist allerdings kein völlig Unbekannter. Er wird im Fernverkehr an größeren Bahnhöfen, wie Köln oder Düsseldorf ebenfalls verwendet.

 

Geändert haben sich auch die Ansagen selbst: so wird nun bei Verspätungen immer (bisher nur ab 15 Minuten) die ursprüngliche Abfahrtszeit genannt. Es werden nun andere Zwischenhalte angesagt, wie z. B. Stuttgart-Zuffenhausen statt Leonberg bei der S6 und S60. Bei diesen Linien, die in Renningen geteilt werden, werden nun 2 Ansagen abgespielt, wenn der eine Teil nach Weil der Stadt fährt und der andere nach Böblingen. Auf den Teil, der in Renningen angehängt wird, ohne weiter nach Weil der Stadt zu fahren, wie es z. B. zwischen 12:00 und 15:30 der Fall ist, wird gar nicht mehr hingewiesen. Hier heißt es nur noch:

„Gleis 2, Einfahrt, S60 nach Böblingen über Stuttgart-Zuffenhausen, Abfahrt xx, Vorsicht bei der Einfahrt“.

Ob das damit zusammenhängt, dass auch bei den neuen Anzeigen derzeit nur der ganze Zug nach Böblingen ohne Hinweis auf den in Renningen abgehängten Zugteil angezeigt wird, wissen wir nicht.

Neu ist auch, dass sich die Bahn in den Ansagen für die Verspätungen nun gar nicht mehr entschuldigt. Bisher war das bei Verspätungen ab 15 Minuten der Fall.

Unsere Meinung zu den neuen Ansagen:

Ob man nun den alten oder den neuen Gong besser findet, sei dahingestellt. Bei mir hat der alte durch den schnellen Rhythmus mehr Aufmerksamkeit erzeugt. Positiv ist, dass nun bei allen Verspätungen die ursprüngliche Abfahrtszeit genannt wird. Was aber weniger gut ist: seit der Umstellung kommen viele Ansagen entweder viel zu früh oder wenn der Zug schon steht oder die Haltestelle schon wieder verlassen hat. Ebenfalls eine Verschlechterung ist, dass bei den Linien S6 und S60 die Ziele nicht mehr vollständig durchgesagt werden. Und da auch die neue Anzeige Probleme mit den geteilten Linien hat, ist es für Fremde bei den Linien S6 und S60 teilweise wirklich schwierig zu wissen, welcher Zugteil wohin fährt.

Wir wissen nicht, ob die Umstellung damit zu tun hat, dass man Ansagen und Anzeigen im Nah-, Regional- und Fernverkehr vereinheitlichen will. Wann die kürzlich von der DB vorgestellten neuen Anzeigen für Züge, sowie die schon länger angekündigten neuen Anzeigen für die Stationen im Stammstreckentunnel (PDF, Seite 9) installiert werden, ist uns ebenfalls unbekannt. Vielleicht dienen die jetzt aktualisierten Ansagen und Anzeigen ja nur zur Überbrückung.

4 Gedanken zu „Neue Bahnsteigansagen im Stammstreckentunnel

  1. Fabse

    Die Entschuldigungen konnte man ja auch irgendwann nicht mehr ernst nehmen ;-P Spaß bei Seite:
    Die Probleme der zu frühen oder zu späten Ansagen gab es bisher glaub auch bei jeder Umstellung der Ansagen und dann dauert es ewig bis es korrigiert wird. Natürlich sorgt dies für eine fehlende Akzeptanz von Neuem.
    Das Thema S6/S60 wird, wie S4/S3 nach Backnang, glaub einfach ein Dauerbrenner bleiben. Vielleicht wird die Lösung der weiteren Verstärkerlinie zwischen Feuerbach und Leonberg nochmal überdenkt. Ich würde ja eine mögliche S7 (Zuffenhausen – Böblingen) statt der S6/S60 Teilung favorisieren – aber dann passt bestimmt etwas im Takt nicht mehr

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  2. Hosea Winter Beitragsautor

    Seit heute wird bei den automatischen Ansagen auf der Stammstrecke die (ursprüngliche) Abfahrtszeit nicht mehr angesagt. Zwar sind die Ansagen somit etwas kürzer, jedoch weiß man als Fahrgast vor allem im Störungsfall nicht mehr, welche S-Bahn genau jetzt einfährt. Vielleicht soll diese Information auch gar nicht zu den Fahrgästen dringen…

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    1. Markus O. Robold

      Die Abfahrtszeit anzusagen ist bei einer Einfahransage in einem Schnellbahnsystem völlig uninteressant und daher konsequent darauf endlich zu verzichten und die Ansage zu verschlanken, wie dies bei der Stadtbahn und anderen S-Bahn System seit Jahr und Tag praktiziert wird. Das ist keine – wie so oft behauptete – Verschleierungstaktik eine Verspätung zu unterdrücken.

      Dem Fahrgast, der am Bahnsteig steht, interessiert nur ist das der nächste Zug, der ihn zu seinem Ziel bringt, ganz gleich ob das das geplante oder ein Vorzug ist, der nun verspätet einfährt.

      Dies ist insofern nun identisch mit der optischen Anzeige der FIA, die auch auf die konkrete Benennung der Abfahrtszeit verzichtet und den Countdown nach 2:59 ausblendet.

      Sinnvoller wäre jedoch stattdessen die Halteposition bei Voll- und Kurzzügen, die optisch über die FIA und an der Wand markiert ist, anzusagen um eine Vorverteilung am Bahnsteig vorzunehmen: „der Zug hält im grün markierten Bereich“ bzw. „der Zug hält im orange markierten Bereich“, da die Symbole der Zugstärke (derzeit) im vorläufigen Layout noch einfarbig sind.

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      1. Hosea Winter Beitragsautor

        Einerseits stimme ich ihnen natürlich zu, dass es z.B. bei der Stadtbahn ebenfalls keine Ansage der Abfahrtszeit gibt, jedoch ist die Stadtbahn ein viel einfacheres System mit Zügen, die tagsüber in einem regelmäßigen 10-Minuten-Takt fahren.
        Bei der S-Bahn hingegen endet oftmals jeder 2. Zug an einem anderen Endpunkt (z.B. S2 Verstärker bis Vaihingen oder S4 Verstärker bis Marbach…). Bei einer größeren Störung, wie wir sie zum Beispiel letzten Freitag (15.03.2019) hatten, fuhren einige Züge der Nordlinien um bis zu 15 Minuten verschoben. Mehrmals habe ich auf dem Bahnsteig die Frage an die S-Bahn-Helfer gehört, welcher Zug das denn jetzt sei. Denn es ist ja für manche Menschen nicht nur relevant, irgendwann anzukommen – sondern vor allem Fremde orientieren sich am Fahrplan und warten, wann genau der im Fahrplan verzeichnete Zug einfährt. Umso mehr, wenn es verschiedene Linien mit dem gleichen Endpunkt gibt.

        Ganz davon abgesehen habe ich bis jetzt noch nicht nachvollziehen können, warum die bisherigen Ansagen zu lang sein könnten. Ein „Überlappen“ der Ansagen hat meines Wissens nach noch selten stattgefunden.

        Dass die Ausfall- und Verspätungsansagen letzten Freitag überhaupt nicht funktioniert haben, ist nochmal ein ganz anderer Punkt, der hoffentlich eine Ausnahme bleibt.
        Denn Informationen, ob der Zug kommt oder nicht, gab es nur manuell durchgesagt, wobei (wahrscheinlich aus Zeitgründen) nur ein Bruchteil der verspäteten oder ausgefallen Züge überhaupt angesagt wurde.

        Zu den Anzeigen kann ich nur sagen, dass ich es peinlich finde, dass die S-Bahn es bis heute nicht geschafft hat, den Countdown unter 4(!) Minuten anzuzeigen, auch wenn der Grund dafür natürlich verständlich und nachvollziehbar ist. Dass man auf der Anzeige keine Planfahrtszeit anzeigt, finde ich persönlich zwar suboptimal, aber verständlich.
        Die Zugänge anzusagen, wie es z.B. in Wien schon lange praktiziert wird („dieser Zug wird als Kurzzug geführt“), wäre zumindest an den Innenstadt-Stationen möglicherweise sinnvoll. Und die Displays am Hbf(tief) mit farbigen Zuglängen auszustatten, ist sicher auch keine falsche Idee…

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