Pünktlichkeitsstatistik Juni 2014

Unsere – aus dem Live-Fahrplan der DB Regio ermittelten – Pünktlichkeitswerte der Stuttgarter S-Bahn-Linien haben sich insgesamt betrachtet im Juni 2014 nach einer leichten Verbesserung im Vormonat Mai bis auf die 3-Minuten-Pünktlichkeit in der HVZ (Hauptverkehrzeit) wieder etwas verschlechtert und sind wieder etwa auf die April-Werte zurückgefallen.

Pünktlichkeitsverlauf aller Linien im bisherigen Jahresverlauf 2014

Pünktlichkeitsverlauf aller Linien im bisherigen Jahresverlauf 2014

Hier die Werte der einzelnen S-Bahnlinien im Diagramm:

Pünktlichkeitswerte Juni 2014

Pünktlichkeitswerte Juni 2014

Die obigen Werte zusätzlich als Tabelle:

Linien 3-Minuten
(ganzer Tag)
6-Minuten
(ganzer Tag)
3-Minuten
(nur HVZ)
6-Minuten
(nur HVZ)
Gesamt 83,9 % 95,1 % 75,2 % 92,6 %
S1 79,1 % 93,7 % 68,8 % 91,1 %
S2 84,0 % 94,7 % 73,4 % 91,4 %
S3 84,4 % 95,3 % 71,9 % 91,7 %
S4 87,7 % 96,1 % 81,6 % 95,1 %
S5 82,7 % 95,9 % 76,3 % 93,6 %
S6 86,9 % 95,8 % 81,0 % 93,8 %
S60 89,9 % 96,8 % 82,7 % 94,5 %

HVZ = Hauptverkehrszeit (Mo.-Fr. 6:00-9:00 und 15:30-19:00, außer an Feiertagen)

Welchen Einfluss die Pfingstfeiertage, die Pfingstferien und der Feiertag (Fronleichnam) mit dem anschließendem Brückentag auf die Fahrgastzahlen und damit auch der Pünktlichkeit ausgeübt hat ist uns nicht bekannt. Nach den sehr schlechten Werten zu Monatsbeginn ist aber anzunehmen, dass sich die Feiertage positiv ausgewirkt haben.

  • Die S1 bleibt zwar Schlusslicht, hat sich aber gegenüber dem Vormonat erneut verbessert
  • Die S2 ist wieder auf dem absteigenden Ast, eventuell wegen des teilweisen Einsatzes von Zügen der BR (Baureihe) 430
  • Der S3 hat die temporäre Umstellung auf die alte BR 420 offensichtlich gut getan
  • Bei der S4-S60 ist die Entwicklung eher negativ, außer teilweise während der HVZ. Es ist davon auszugehen, dass das mit der Umstellung auf Züge der BR 423 und dessen technikbasierten Abfertigungsverfahrens zusammenhängt.

Dazu der bisherige Pünktlichkeitsverlauf 2014 aller Linien zusammen und der einzelnen S-Bahn-Linien: Alle | S1 | S2 | S3 | S4 | S5 | S6 | S60
Alle Verlaufsdiagramme auf einer Seite

Informationen von der VRS Verkehrsausschuss-Sitzung am 25. Juni 2014

Am 25. Juni 2014 fand die 47. VRS Verkehrsausschuss-Sitzung statt, die zumindest zum TOP 1 „Pünktlichkeits- und Qualitätsoffensive bei der S-Bahn sowie Bericht zum aktuellen Stand der Ausstattung der S-Bahn-Stationen mit Videokameras“ öffentlich war. Der Tagesordnungspunkt ist Anträgen der SPD Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN zu verdanken, die nach der Sondersitzung des Verkehrsausschusses zur S-Bahn-Qualität vom Oktober 2013, dem sogenannten S-Bahn Gipfel, die von der Bahn angekündigten Maßnahmen nicht aus dem Blick verlieren wollten.

Ich bin der Meinung, dass die Pressemitteilung des VRS den Verlauf der Sitzung recht gut wiedergibt. Sie verlinkt auch auf die Sitzungsvorlage, die Präsentation der Bahn, sowie die Pressemitteilung jeweils als PDF, sodass ich im folgenden nur einen kurzen Überblick über die Sitzung gebe und mich ansonsten auf meine Kommentare zur Sitzung beschränken werde.

Etwa eine Stunde lang trugen verschiedene Vertreter diverser Bahntöchter, ein Vertreter des VVS und der Deutschland-Chef des Zugherstellers Bombardier den Stand ihrer Bemühungen vor. Dabei wurde recht schnell klar, dass die Vortragenden zumindest den Eindruck vermitteln wollten, dass in den letzten Monaten viel Geld investiert und viel Aufwand betrieben wurde, diese Aktivitäten sich noch 1-2 Jahre hinziehen werden, bis das Geplante komplett umgesetzt und wirksam sein wird. Herr Krause von der S-Bahn Stuttgart sprach am Ende zwar noch nicht von einer Trendwende, aber immerhin von einer Stabilisierung und versuchte das anhand von aktuellen Pünktlichkeitswerten zu belegen

Danach folgten eine weitere Stunde Wortmeldungen der einzelnen Fraktionen. Kritik gab es wie nicht anders zu erwarten von den Grünen, der SPD, den Linken und erstaunlicherweise auch von der CDU. Deren Vertreter machte auf mich den kompetentesten Eindruck und legte den Finger in die richtigen Wunden. Die Kritik der Grünen hingegen war mir zu unkonkret und der Vorschlag einzelne S-Bahnzüge in der HVZ regelmäßig über den Kopfbahnhof zu leiten nicht zielführend. Die FDP und die FW hingegen nahmen die Bahn in Schutz und warnten davor die S-Bahn Stuttgart schlechtzureden. Im Vergleich zu S-Bahnen in manchen anderen Städten wäre die Lage doch gar nicht so schlecht.

Obwohl ich die Maßnahmen der Bahn durchaus für geeignet halte die Probleme zu entschärfen, zählt für mich letztendlich nur, ob sie messbare oder noch besser spürbare Erfolge zeigen. Mir ist klar, dass die Bahn die von uns selbst ermittelten Pünktlichkeitswerte in Zweifel zieht, deshalb nutze ich im folgenden lediglich offizielle, von der Bahn veröffentlichte Zahlen.

Die von der Bahn auf den letzten Folien ihrer Präsentation vorgelegten Pünktlichkeitsverbesserungen vergleichen das erste Halbjahr 2013 mit dem 1. Halbjahr 2014. Normalerweise veröffentlicht die Bahn die Pünktlichkeitswerte eines Monats erst zur Mitte des Folgemonats. Die Zahlen des 2. Halbjahrs 2014 enden laut Folienvermerk in KW 24. Nach diesen Zahlen kann die Bahn Pünktlichkeitsverbesserungen von 0,4 – 2.8 % bei sämtlichen Werten verbuchen.

Was auf den ersten Blick schon wie eine Trendwende aussieht, entpuppt sich bei genauerer Analyse als eine geschickte Mogelpackung, die leider keinem der anwesenden VRS-Mitglieder auffiel. Stellt man die entsprechenden monatlichen Pünktlichkeitswerte grafisch dar, ergibt sich folgendes Bild:

Pünktlichkeit 1. HJ 2013/2014

Pünktlichkeit 1. HJ 2013/2014

Man erkennt auf einen Blick, dass die Pünktlichkeitswerte im Juni 2013 miserabel waren und dass sich die Werte von 2014 nicht wesentlich von denen aus dem Jahr 2013 unterscheiden. Grund für die schlechten Werte im Juni 2013 waren die Züge der neuen Baureihe 430, die im Juni (und auch schon davor) mehrfach wegen klemmender Schiebetritte liegengeblieben waren, was für massive Verspätungen, teilweise auf allen Linien führte. Aus diesem Grund wurden diese Züge Anfang Juli aus dem Verkehr gezogen, wonach die Pünktlichkeitswerte sofort wieder nach oben schnellten.

Vergleicht man stattdessen nur die ersten 5 Monate der Halbjahre miteinander, ergibt sich ein anderes Bild. Bei der 3-Minuten-Pünktlichkeit ist der Wert 2014 auf dem Niveau von 2013 und bei der 6-Minuten-Pünktlichkeit sogar 0,3 % schlechter.

Machen wir uns also nichts vor:
Bis zu einer messbaren Verbesserung der Pünktlichkeit der S-Bahn Stuttgart ist es noch ein weiter Weg, und messbar heißt noch lange nicht spürbar. Ob die Anstrengungen und Investitionen der Bahn ausreichen um eine Trendwende auszulösen wird die Zukunft zeigen. Und in dieser wartet spätestens mit der Wiederinbetriebnahme der überarbeiteten Schiebetritte der neuen Baureihe 430 ein Faktor, der das System S-Bahn Stuttgart erneut negativ belasten wird. Selbst falls die Tritte problemlos ihren Dienst verrichten sollten, werden sich die Haltezeiten auf den Linien S1-S3 erneut verlängern.

Der aktuelle Slogan der S-Bahn Stuttgart lautet „Jede Sekunden zählt„.
Das ist zwar richtig, gilt jedoch auch in die andere, nicht beabsichtigte Richtung.

Nachtrag zur Pünktlichkeitsstatistik Mai 2014

Ungewöhnlich früh nach dem Monatsende hat auch die DB Regio ihre Pünktlichkeitswerte für Mai 2014 vorgelegt.

Die Werte der DB sind insbesondere bei der 3-Minuten-Pünktlichkeit zwar etwas besser als die von uns aus dem offiziellen Live-Fahrplan ermittelten Werte, liegen aber weitab von den vereinbarten Zielwerten und bestätigen, dass sich die Pünktlichkeit nach dem bisherigen Jahrestiefstand im April 2014 nur unwesentlich verbessert hat.

Vergleich der Pünktlichkeitswerte von S-Bahn-Chaos.de  (Juni bis einschließlich 6.6.2014, 19:00) und der DB-Regio

Vergleich der Pünktlichkeitswerte von S-Bahn-Chaos.de (Juni bis einschließlich 6.6.2014, 19:00) und der DB-Regio

In diesem Diagramm ist bereits die Tendenz für die ersten Juni-Tage bis einschließlich 6.6.2014, 19:00 (in helleren Farben) dabei. Hoffen wir im Interesse der S-Bahn-Benutzer, dass es nicht so weitergeht.

Sie fragen sich vielleicht, warum die Werte der DB etwas besser sind. Nun, die Bahn kann intern mit Pünktlichkeitswerten im 1/10 Sekunden-Bereich arbeiten, liefert aber im Live-Fahrplan nur ganzzahlige Minutenwerte. Wir wissen nicht, ob sie die Werte rundet oder abschneidet. Dadurch ist zwangsläufig mit einer gewissen Diskrepanz der Werte zu rechnen. Außerdem nehmen wir nur alle 5 Minuten eine Messreihe auf und bekommen bei einem Ausfall des Live-Fahrplans keine Daten mehr. Wir haben deshalb nicht den Anspruch mit unseren Auswertungen auf die selben Werte wie die Bahn zu kommen, können aber Tendenzen wie Verschlechterungen oder Verbesserungen wie aus dem Diagramm ersichtlich sehr wohl nachweisen.

Die Bahn schweigt bisher, warum die Werte trotz der mittlerweile bereits umgesetzten Maßnahmen nicht wirklich verbessert werden konnten. Entweder haben sich einige Einflussfaktoren (z.B. Stellwerks-, Weichen-, Signal- und Zugstörungen) weiter verstärkt oder die Maßnahmen sind nicht so wirkungsvoll wie erhofft.

Auch in diesem Monat hat sich die DB im Interesse der Transparenz und Ehrlichkeit nicht dazu durchringen können, auch die Werte für die einzelnen Linien getrennt nach Gesamttageswerten und den Werten für die HVZ zu veröffentlichen, obwohl der DB diese Werte ganz sicher vorliegen.

Wir möchten Sie als Betroffene animieren, sich immer wieder und hartnäckig bei den diversen Stellen (Bahn, VRS, VVS, Stadt Stuttgart, bzw. Ihre Gemeinde usw., vielleicht auch durch Leserbriefe an Ihre Zeitung) über die ständige Unpünktlichkeit, die Ausfälle und die unzureichenden Informationen im Störungsfall zu beschweren, aber bitte nicht beim Triebwagenführer, der kann im allgemeinen nichts dafür. Bereits in einem guten halben Jahr steigen die Preise im VVS schon wieder um 2,9%, das kann bei der Qualität der S-Bahn einfach nicht akzeptiert werden.

Pünktlichkeitsstatistik Mai 2014

Die Pünktlichkeitswerte der Stuttgarter S-Bahn-Linien haben sich insgesamt betrachtet im Mai 2014 gegenüber dem Vormonat April leicht verbessert.

Pünktlichkeitsverlauf aller Linien 2014

Pünktlichkeitsverlauf aller Linien 2014

Hier die Werte im Einzelnen:

Pünktlichkeitswerte Mai 2014

Pünktlichkeitswerte Mai 2014

Die obigen Werte zusätzlich als Tabelle:

Linien 3-Minuten
(ganzer Tag)
6-Minuten
(ganzer Tag)
3-Minuten
(nur HVZ)
6-Minuten
(nur HVZ)
Gesamt 84,2% 95,5% 74,5% 92,8%
S1 78,3% 93,5% 68,2% 90,9%
S2 85,3% 95,4% 74,1% 91,8%
S3 82,0% 94,8% 68,9% 90,6%
S4 89,3% 97,5% 81,7% 95,3%
S5 83,7% 96,3% 75,2% 94,2%
S6 90,1% 97,3% 81,8% 95,3%
S60 89,2% 97,5% 80,3% 95,2%

HVZ = Hauptverkehrszeit (Mo.-Fr. 6:00-9:00 und 15:30-19:00, außer an Feiertagen)

Welchen Einfluss der mögliche Osterurlaub zu Beginn des Monats und der Maifeiertag mit dem anschließendem Brückentag auf die Fahrgastzahlen und damit auch der Pünktlichkeit insbesondere in der HVZ ausgeübt hat ist uns nicht bekannt.

Erfreulicherweise hat die S1 bei allen Werten, insbesondere bei der Ganztagespünktlichkeit den Abwärtstrend der vergangenen Monate im Mai wenigstens tendenziell umkehren können. Vielleicht ist es der Herstellerfirma der neuen Züge der BR 430 doch mittlerweile gelungen, die bisherigen Mängel wenigstens zu verringern.

Auch wenn sich die Pünktlichkeit der S3 im Mai leicht verschlechtert hat, sind die Werte für die S-Bahn-Linien S2 und S3 auch nach der vorübergehenden Umstellung auf die alten Züge der BR 420 gegenüber den Aprilwerten doch im Wesentlichen gleich geblieben, die Umstellung von S4-S60 von Zügen der BR 420 auf Züge des Typs BR 423 hat sich in der Statistik ebenfalls nicht besonders bemerkbar gemacht.

Dazu der bisherige Pünktlichkeitsverlauf 2014 aller Linien zusammen und der einzelnen S-Bahn-Linien: Alle | S1 | S2 | S3 | S4 | S5 | S6 | S60
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Pünktlichkeitsstatistik April 2014

Update 10.05.2014 beim » Ausblick

Die Pünktlichkeitswerte der Stuttgarter S-Bahn-Linien sind im April 2014 trotz einiger mittlerweile umgesetzten Maßnahmen gegenüber dem Vormonat noch weiter gesunken.

Pünktlichkeitswerte April 2014

Pünktlichkeitswerte April 2014

Die obigen Werte zusätzlich als Tabelle:

Linien 3-Minuten
(ganzer Tag)
6-Minuten
(ganzer Tag)
3-Minuten
(nur HVZ)
6-Minuten
(nur HVZ)
Gesamt 83,6% 95,1% 73,5% 92,4%
S1 75,7% 92,4% 65,5% 89,9%
S2 85,4% 95,1% 74,7% 91,8%
S3 83,4% 95,0% 69,6% 90,7%
S4 90,0% 97,6% 81,2% 95,7%
S5 82,4% 96,4% 74,4% 94,5%
S6 89,5% 97,0% 80,1% 94,7%
S60 88,7% 97,0% 79,5% 93,9%

HVZ = Hauptverkehrszeit (Mo.-Fr. 6:00-9:00 und 15:30-19:00, außer an Feiertagen)

So erreicht die S1 bei der für die Anschlusserreichung wichtigen 3-Minuten-Pünktlichkeit über den ganzen Tag von Montag-Sonntag gerechnet nur noch knapp 76% (Sollwert 94,5%), in der HVZ sage und schreibe nur noch 65,5% (Sollwert 91,5%). Auch bei der 6-Minuten-Pünktlichkeit (Sollwert generell 98%) werden nur noch 92,4% (ganzer Tag) bzw. 89,9% (HVZ) erreicht.

Pünktlichkeitsverlauf 2014 der S-Bahn-Linie S1

Die positive Entwicklung bei der S2 in den letzten Monaten hat sich leider im April nicht fortgesetzt, denn auch die Werte der S2 haben sich wieder verschlechtert.

Dazu der Pünktlichkeitsverlauf 2014 aller Linien zusammen und der einzelnen S-Bahn-Linien: Alle | S1 | S2 | S3 | S4 | S5 | S6 | S60
Alle Verlaufsdiagramme auf einer Seite

Die Verschlechterung überrascht etwas, da dieser Monat wegen der Osterferien etwas entspannter hätte sein müssen und am 31. März das „Zentrale Schließen“ in der Station Hauptbahnhof (tief) eingeführt wurde, von dem man sich einiges erhoffte. Außerdem sind dort seit Dezember 2013 S-Bahn-Helfer auf dem Bahnsteig im Einsatz. Diese Maßnahmen sollten sich eigentlich positiv auf die Pünktlichkeit aller Linien auswirken, vor allem in der HVZ.
Quelle: https://www.deutschebahn.com/de/presse/pi_regional/6642856/bw20140328c.html

Seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 verkehren Triebzüge der neuen Baureihe 430 auf der Linie S1 und seit 16. Januar 2014 fahren die neuen Triebzüge probe- und teilweise auch auf der Linie S2. Zum 4. April 2014 wurde die S1 komplett auf die Baureihe 430 umgestellt. Diese Umstellung hat sich auf die S1 definitiv negativ ausgewirkt. Außerdem gab es im April viele Verspätungen durch liegengebliebene Züge, Oberleitungsschäden, Stellwerk-, Signal- und Weichenstörungen.

Ausblick:
Hierzu die offizielle Seite der DB
http://www.s-bahn-stuttgart.de/s_stuttgart/view/aktuell/neue_s-bahn_einfuehrung.shtml

Dort stand bisher:

Bis Mitte 2014 sollen alle Züge der alten Baureihe 420 ausgemustert werden. Dann werden auf den (kritischen) S-Bahnlinien S1-S3 nur noch Züge der neuen Baureihe 430 fahren und auf den (weniger kritischen) S-Bahnlinien S4-S60 nur noch Züge der Baureihe 423. Laut einem Tweet erfolgt die Umstellung auf die Fahrzeuge der Baureihe 430 bei der Linie S2 wohl schon am Wochenende des 10./11. Mai.

Unser Kommentar dazu: Man darf gespannt sein wie sich die Pünktlichkeit der Züge speziell auf den Linien S2 und S3 in den nächsten Monaten entwickeln wird. Das Öffnen und Schließen der Türen dauert beim BR430 trotz der deaktivierten Trittbrettautomatik leider immer noch länger als bei den älteren Baureihen. Auch wenn es sich nur um einige Sekunden pro Halt handelt, summieren sich diese schnell mal zu Minuten und wirken sich vor allem negativ auf die 3-Minuten-Pünktlichkeit aus.

Und so heißt es jetzt auf dieser Seite:

Mit modernen und klimatisierten Fahrzeugen in den Sommer: Umstellung der S-Bahn Linien S 4, 5 und 6/60 auf Fahrzeuge der Baureihe 423

Die S-Bahn Stuttgart setzt ihr Konzept zur Einführung der Neufahrzeuge der Baureihe (BR) 430 weiter um. Am kommenden Wochenende (9.-12.5.2014) werden dazu die Linien S4 (Backnang–Schwabstraße), S5 (Bietigheim-Bissingen–Schwabstraße) und S6 (Weil der Stadt–Schwabstraße)/S60 (Böblingen–Schwabstraße) auf den Betrieb mit der BR 423 umgestellt, die dort wie geplant künftig regulär im Einsatz ist. Aufgrund des Linienkonzeptes mit den Kupplungsvorgängen auf der Linie S60 in Renningen und der S4 in Marbach (Neckar) kann im nördlichen Liniennetz nur ein einheitlicher Fahrzeugtyp eingesetzt werden.

Und weiter heißt es:

Im Endzustand werden ab Herbst dieses Jahres im gesamten S-Bahn Netz ausschließlich moderne, klimatisierte und mit Videokameras ausgestattete Fahrzeuge der Baureihen 423 und 430 zum Einsatz kommen, die darüber hinaus alle aktuellen Standards für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste erfüllen. Somit können sich unsere Fahrgäste auf mehr Komfort auf allen Linien freuen.

Übergangsphase mit Baureihe 420 auf den S-Bahn Linien 2 und 3
Auf den Linien S2 (Schorndorf–Filderstadt) und S3 (Backnang–Flughafen/ Messe) verkehrt übergangsweise die nicht klimatisierte BR 420, die sukzessive bis Ende des Jahres durch die neuen Fahrzeuge vom Typ 430 (zunächst auf der Linie 2, danach auf der S3) ersetzt werden. In dieser Übergangsphase entfällt auf der Linie S3 wegen der fehlenden fahrzeuggebundenen Einstiegshilfe bei der BR 420 der barrierefreie Zustieg.

Die Behinderten und Fahrgäste zum Flughafen werden kein Verständnis für diese vollkommen überraschende Änderung des Migrationskonzepts haben. Für die Fahrgäste der S3 ist es ein gewaltiger Rückschritt, da auf der S3 schon seit vielen Jahren ausschließlich Fahrzeuge der BR 423 eingesetzt wurden. Man muss sich schon fragen, warum es der DB erst jetzt eingefallen ist, dass das bisherige Migrationskonzept nicht umsetzbar ist und die Umstellung zuerst auf den Linien S4-S60 vorgenommen werden muss, obwohl mittlerweile auch die S2 bereits praktisch komplett auf BR 423 umgestellt war.

Rückblick:
Hier soll noch einmal an den S-Bahn-Gipfel 2013 erinnert werden: http://www.region-stuttgart.org/fileadmin/regionstuttgart/03_Aufgaben_und_Projekte/03_04_Nahverkehr/03_04_01_S_Bahn/S-Bahn-VA/07_131009_Zusammenfassung_Massnahmen_Gesamt_1.pdf. Außer den S-Bahn Helfern und der Umstellung des Abfertigungsverfahren (Zentrales Schließen) an den Stationen Hauptbahnhof (tief) und Stadtmitte, die mittlerweile weitgehend umgesetzt sind, bleiben eigentlich nur noch die drei geplanten Maßnahmen zur Senkung von Stellwerksstörungen/-ausfällen und Weichenstörungen übrig, die aber erst Ende 2014 abgeschlossen sein sollen. Alle weiteren dort beschlossenen Maßnahmen dienen nur der besseren Kundeninformation und somit nicht der Pünktlichkeitssteigerung. Somit sind viele der beim S-Bahn-Gipfel 2013 beschlossenen Maßnahmen weitgehend wirkungslos geblieben, was vom VCD und Pro Bahn ja auch so vermutet wurde. Der VCD hatte deshalb ein 15-Punkte-Programm mit weitergehenden Maßnahmen aufgestellt, das der Bahn als Anregung dienen sollte (http://www.vcd-bw.de/presse/2013/19-2013/20130927_VCD_S-Bahn_15-Punkte-Programm.pdf).

Pünktlichkeitsstatistik März 2014

Die von uns aus dem Livefahrplan der DB ermittelten Pünktlichkeitswerte sehen für den März 2014 folgendermaßen aus:

Linienpünktlichkeit März 2014

Linienpünktlichkeit März 2014

Man darf gespannt sein, wie die offiziellen Werte der DB Regio für März 2014 ausfallen.

Bitte beachten Sie, dass dies durchschnittliche Werte über den ganzen Monat und alle Wochentage, also Montag-Sonntag, jeweils während der gesamten Betriebszeit, also auch in den in der Regel weniger verspätungsanfälligen fahrgastarmen Zeiten und Tagen sind.

Bei ausschließlicher Betrachtung der Hauptverkehrszeiten (HVZ), d.h. Montag-Freitag, jeweils 6:00h – 9:00h und 15:30h – 19:00 h, in der die meisten Fahrgäste unterwegs sind, sind die Werte deutlich schlechter:

Linienpuenktlichkeit März 2014 während der HVZ

Linienpuenktlichkeit März 2014 während der HVZ

Die Sollwerte von 94,5% (3-min-Pünktlichkeit) bzw. 98% (6-min-Pünktlichkeit) im Tagesmittel für alle Linien zusammen wurden mit 86,2% bzw. 95,9% auch in diesem Monat wieder nicht erreicht und haben sich sogar verschlechtert.

Dasselbe gilt für die Werte in der HVZ. Die Sollwerte sind hier 91,5% für die 3-min-Pünktlichkeit und ebenfalls 98% für die 6-min-Pünktlichkeit. Die Realität sind anders aus.

Insbesonders die für die Anschlusserreichung wichtige 3-min-Pünktlichkeit wurde deutlich verfehlt.

Ausgefallene Züge werden im Live-Fahrplan nicht erfasst, so dass die Werte besser als in Wirklichkeit erscheinen.

Positiv ist die anhaltende Verbesserung bei der Line S2 (Schorndorf – Filderstadt), negativ die dramatische Verschlechterung der S1 mit nunmehr unter 80% im Tagesmittel und fast nur noch 70% während der Hauptverkehrszeit bei der 3-Minuten-Pünktlichkeit zu sehen.

Presseschau KW10/2014

Am 6.3.2014 hat die DB Regio früher als sonst die ‚offiziellen‘ Pünktlichkeitswerte für das abgelaufene Jahr 2013 und für Februar 2014 bekannt gegeben. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte wurde endlich auch die Pünktlichkeit der einzelnen S-Bahn-Linien veröffentlicht, was wie Thomas Durchdenwald in der StZ richtig bemerkte, früher wie ein Staatsgeheimnis behandelt wurde, das aber nicht zuletzt durch s-bahn-chaos.de enttarnt wurde.

Wie zu erwarten war, sind die Pünktlichkeitswerte für 2013 gegenüber 2012 noch weiter gesunken. Wirtschaftsdirektor Dr. Jürgen Wurmthaler vom S-Bahn-Aufgabenträger, dem Verband Region Stuttgart (VRS), eigentlich als sehr verständnisvoller Freund der DB bekannt, war ‚entsetzt’. Man darf gespannt sein, ob die DB die ohne entsprechende Vertragsgrundlage geforderten 1 Mio € so ohne Weiteres zurückzahlt und ob die DB ihre Versprechungen endlich einlöst, in das Netz und den Werterhalt zu investieren, anstatt den für sie sehr lukrativen Nahverkehr, den sie sich sehr teuer entlohnen lässt, weiterhin hängen zu lassen.

Die Presse hat auf die veröffentlichten Pünktlichkeitswerte entsprechend reagiert. Hier eine Übersicht:

StN 07.03.2014: Kommentar zum Nahverkehr / S-Bahn = Trödelbahn
Konstantin Schwarz

Ein sehr bemerkenswerter Ausschnitt aus diesem Artikel:

Erstmals wolle die für Gleise und Streckentechnik verantwortliche DB Netz AG wegen der vielen Störungen 2014 „präventive Instandhaltung“ betreiben. Also vorbeugend in Technik investieren, die 2004 eben noch nicht so abgewirtschaftet war wie heute. Wer Teile rechtzeitig wechselt, beugt dem Systemausfall vor. „Präventive Instandhaltung“ betreibt jeder Autofahrer, der sein Vehikel zur Inspektion bringt.

StN 07.03.2014:  S-Bahnen so unpünktlich wie noch nie
Konstantin Schwarz

StZ vom 06.03.2014: Kommentar zur S-Bahn-Bilanz / S-Bahn muss pünktlicher werden
Thomas Durchdenwald

StZ 06.03.2014: S-Bahn fährt so unpünktlich wie noch nie
Thomas Durchdenwald

StZ 06.03.2014: S-Bahn-Alltag im Selbstversuch / Verspätungen und andere Werte
Thomas Durchdenwald

StZ 06.03.2014: Bahn blockiert Schwabstraße / Störung im Stuttgarter S-Bahn-Verkehr
StN 06.03.2014: Bahn blockiert Schwabstraße / Störung im Stuttgarter S-Bahn-Verkehr

StN 06.03.2014: S-Bahn-Verspätungen schrecken Pendler ab
Alexander Ikrat im Gespräch mit einem resignierten Pendler

ZVW 07.03.2014: Jogi Löw und die S-Bahn
Frank Nipkau zum Thema ‚Fahrgastinformation’

Pünktlichkeitsstatistik Februar 2014

Die von uns aus dem Livefahrplan der DB ermittelten Pünktlichkeitswerte sehen für den Februar 2014 folgendermaßen aus:

Monatspünktlichkeit Februar 2014

Monatspünktlichkeit Februar 2014

Die offiziellen Werte der DB Regio für Februar 2014 sind insgesamt etwas besser.

Bitte beachten Sie, dass dies durchschnittliche Werte über den ganzen Monat und alle Wochentage jeweils während der gesamten Betriebszeit, also auch in den in der Regel weniger verspätungsanfälligen fahrgastarmen Zeiten sind. Bei ausschließlicher Betrachtung der Hauptverkehrszeiten, in der die meisten Fahrgäste unterwegs sind, sind die Werte deutlich schlechter. Ausgefallene Züge werden im Live-Fahrplan nicht erfasst, so dass die Werte besser als in Wirklichkeit erscheinen.

Die Sollwerte von 94,5% (3-min-Pünktlichkeit) bzw. 98% (6-min-Pünktlichkeit) im Tagesmittel für alle Linien zusammen wurden mit 87,2% bzw. 96,5% auch in diesem Monat wieder nicht erreicht.

Insbesonders die für die Anschlusserreichung wichtige 3-min-Pünktlichkeit wurde deutlich verfehlt.

Positiv ist die Verbesserung bei der Line S2 (Schorndorf – Filderstadt) zu sehen.

Pressekonferenz: Daten-Analyse zeigt reale Betroffenheit der VVS-Kunden

Im Rahmen einer Pressekonferenz mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) am 5.2. konnten wir anhand von Daten-Auswertungen des Live-Fahrplans der S-Bahn Stuttgart  aufzeigen, dass die von der DB monatlich veröffentlichte Pünktlichkeits-Statistik die reale Betroffenheit vieler Pendler nicht wiederspiegelt. Zwei Drittel aller Pendler sind zu den Hauptverkehrszeiten, also Montag-Freitag zwischen 6:00…9:00 Uhr und zwischen 15:30…19:00 Uhr unterwegs. Die sogenannte 3-Minuten Pünktlichkeit liegt hier deutlich unter der über die gesamte Betriebszeit gemessenen. Im Falle der Linien S1 bis S3 lag diese in der KW04/2014 sogar nur zwischen 70% und 75%!

2014-02-05 - Puenktlichkeit Allg - HVZ-klein

Im Weiteren die Presseinformation des Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die dazu erschienenen Presseberichte. Weiterlesen

Die S-Bahn 2013: unpünktlich wie nie!

Die Situation rund um die Stuttgarter S-Bahn ist nach wie vor nicht rosig. Seit mittlerweile über 3 Jahren verschlechtert sich zusehends die Zuverlässigkeit. Wer einmal froh war, sich Morgens pünktlich mit der S-Bahn auf den Weg zur Arbeit zu machen und entspannt anzukommen, muss heute fürchten zu spät zu kommen und sich dafür oben drauf vom Arbeitgeber noch einen Rüffel einzuhandeln. Im Herbst 2013 führte dieser Zustand beim Verband Region Stuttgart, dem sogenannten Aufgabenträger für die S-Bahn, endlich zu einer Art Handlungsdruck. Bis dahin tat man sich dort schon schwer, die Ursachen der Misere zu analysieren. Viele der im Regionalparlament sitzenden Politiker wissen zwar seit Jahren, dass allein durch die praktizierte Zugfolge von 2,5min. bei der Einfahrt zur Haltestelle Hauptbahnhof-Tief die Kapazitäts-Grenze des Innenstadttunnels erreicht ist. Sie verweigerten sich jedoch der Tatsache, dass bei steigenden Fahrgastzahlen und somit längeren Haltezeiten an den Innenstadt-Haltestellen zunehmend Verspätungen die Folge sind.

Dazu kamen im Laufe der letzten 3 Jahre zusätzliche Probleme:
Stellwerksstörungen, Signalstörungen – auf immer wieder den selben Streckenabschnitten, Weichenstörungen und schließlich auch die neuen störanfälligen S-Bahnen.
Gesamtwert: € 500 Millionen! Weiterlesen