Archiv des Autors: Earl Y. Bird

Ist das Kunst oder kann das weg?

Aktualisierung: Die Bilder wurden nachträglich etwas verpixelt, damit sich die Täter nicht ganz so sehr an ihrem Werk ergötzen können.

Über Kunst lässt sich ja bekanntlich streiten. Wenn der Versuch ein Kunstwerk zu erschaffen aber mit einer Sachbeschädigung einher geht, dann landet dieser Streit und so mancher selbsternannter Künstler ganz schnell mal vor Gericht.

Wir hatten kürzlich die fragwürdige Ehre in einem S-Bahnzug der neuen Baureihe 430 mitzufahren, der – nachdem der oder die Sprayer ihr Werk vollendet hatten – eher wie ein alter Güterzug aussah.

S-Bahn sieht aus wie alter Güterzug

S-Bahn sieht aus wie alter Güterzug

Je nach verwendetem Sprayer-Lack können solche „Kunstwerke“ in einer speziellen Reinigungsanlage entfernt werden, ohne dass der Originallack allzu sehr leidet. Einige Lacke sind aber so aggressiv, dass sie den Originallack angreifen und eine komplette Neulackierung erforderlich machen.

Die Beseitigung solcher Schäden ist mit enormen Kosten verbunden. Pro Jahr belaufen sie sich allein bei der S-Bahn Stuttgart auf rund 1 Million Euro. Letztendlich sind es Kosten, die früher oder später von den Fahrgästen oder der Allgemeinheit zu tragen sind. Selbst wenn die Verursacher zur Rechenschaft gezogen werden können, sind diese finanziell meist nicht in der Lage, für den von Ihnen verursachten Schaden komplett aufzukommen.

Normalerweise sollen solche Graffiti-Wagen schnellstmöglich aus dem Verkehr gezogen und gereinigt werden. Anscheinend nimmt das Problem aber derzeit massiv zu, da man solche mit Graffiti versehenen Wagen in letzter Zeit häufiger zu Gesicht bekommt. Während ich kürzlich auf meine S-Bahn wartete, fuhren auf dem Gegengleis nacheinander zwei S-Bahnzüge ein; beide mit Graffiti verunstaltet:

Zug mit Graffiti unterwegs

Zug mit Graffiti unterwegs

5 Minuten später ein weiterer Zug mit Graffiti

5 Minuten später ein weiterer Zug mit Graffiti

Wir möchten an dieser Stelle dringend an die Verursacher appellieren diese Graffiti-Aktionen zu unterlassen. Augenzeugen solcher Taten sollten ihre Beobachtungen auf jeden Fall der Polizei melden. Außerdem hoffen wir, dass die verschärften Sicherungs- bzw. Beweissicherungsmaßnahmen dabei helfen, solche Taten zu verhindern oder zumindest die Identität der Täter zu ermitteln.

30 Minuten gratis WLAN an Bahnhöfen

Einen kostenlosen Internetzugang per WLAN bietet die Bahn nicht nur in ihren ICEs, sowie in zwei Test-Zügen der S-Bahn Stuttgart an, sondern bundesweit auch an über 125 Bahnhöfen. Das hört sich bei bundesweit über 5.000 Bahnhöfen nach wenig an, aber immerhin liegen einige davon im VVS-Gebiet:

  • Ehningen (b Böblingen)
  • Leinfelden Echterdingen
  • Ludwigsburg
  • Schorndorf
  • Stuttgart-Bad Cannstatt
  • Stuttgart Hbf
  • Waiblingen

Bei den grün markierten Bahnhöfen haben wir den Zugang erfolgreich getestet. In Leinfelden war kein WLAN zu finden, stattdessen aber in Echterdingen. Hier hat sich in den Listen der Bahn wohl ein Fehler eingeschlichen.

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Begeisterung über WLAN in S-Bahn hält sich in Grenzen

Die Stuttgarter Nachrichten berichteten in dieser Woche über den WLAN-Test bei der Stuttgarter S-Bahn. Ein Artikel beschrieb die Erfahrungen einiger Fahrgäste mit dem kostenlosen Angebot, ein anderer lieferte Hintergrundinformationen und eine erste Einschätzung von Jürgen Wurmthaler, dem Direktor für Wirtschaft und Infrastruktur beim Verband Region Stuttgart.
Zum zweiten Artikel habe ich folgende Anmerkungen:

  1. Die WLAN-Router im Zug empfangen zwar Mobilfunksignale, verstärken diese aber nicht, sondern leiten nur die Datenpakete per WLAN weiter. Mobilfunkverstärker werden eingesetzt um den Mobilfunkempfang in Zügen zu verbessern, falls dieser z.B. aufgrund von metallbedampften Fensterscheiben gedämpft ist. Auf diese Technik bauen z.B. die Schweizer Bundesbahnen (SBB), die WLAN im Zug höchstens ergänzend einsetzen wollen.
  2. Das WLAN hat bei den Tests von Herrn Wurmthaler sicher immer funktioniert, es fährt ja schließlich in Form des WLAN-Routers im Zug mit. Was nicht zuverlässig funktionierte war der Internetzugang, welcher vom WLAN-Router über das Mobilfunknetz bereitgestellt wird. Wer im Zug mit dem Smartphone ins Internet geht, kennt dieses Problem. Auf praktisch jeder Strecke gibt es Abschnitte in denen keine brauchbare Verbindung zustande kommt. Der direkte Internetzugang kann u.U. sogar zuverlässiger sein, weil er direkter erfolgt als über den Umweg WLAN:

    Internetzugang über Mobilfunk direkt im Vergleich zum Umweg WLAN

    Internetzugang über Mobilfunk direkt im Vergleich zum Umweg WLAN

  3. Laut CDU-Nachwuchsmann Jan Tielesch fährt die S1 zum Flughafen. Zum Flughafen fahren aber nur die S-Bahnlinien S2 und S3. Die S1 biegt bereits in Stuttgart Rohr nach Herrenberg ab. Außerdem kann man nicht nur mit der analogen Postkarte abstimmen, sondern auch mit einem PDF-Formular per E-Mail. Dies funktioniert jedoch weder einfach noch anonym. Man benötigt einen PDF-Reader, mit dem man ein PDF-Formular ausfüllen und anschließend per E-Mail verschicken kann.
  4. Die geschätzten bis zu 16 Millionen Euro sind nur die initialen Einmalkosten zum Einbau der Technik in die Züge. Hinzu kommen laufende Kosten z.B. an die Mobilfunkprovider. Dass die CDU diese Kosten nicht den Fahrgästen aufbürden will ist zwar löblich, sie sagt aber nicht wer letzlich für die enormen Kosten aufkommen soll. Letztendlich wird es früher oder später entweder direkt auf alle Fahrgäste oder versteckt auf die Allgemeinheit abgewälzt werden.
  5. Die Politik nötigt die Schienenverkehrsunternehmen Gratis-Internet per WLAN anzubieten, aber die Qualität ist oft bedenklich schlecht. So besteht die Gefahr, dass hier ein teurer, aber schlechter Service vom Fahrgast zu zahlen ist, den er aufgrund eines ohnehin bestehenden Mobilfunkzugangs sowieso schon besitzt und bezahlt.

Heute Nachmittag hatte ich übrigens wieder einmal das seltene Glück, in einem Testzug mitfahren zu können. Nach dem Einsteigen in Feuerbach hat es bis kurz vor Stuttgart Hbf gedauert, bis ich über WLAN ins Internet kam. Nach der Einfahrt in den Tunnel ging dann nichts mehr und das Smartphone schaltete selbstständig auf Mobilfunk um. Danach gelang es mir zwar noch einmal eine Internet-Verbindung über das WLAN aufzubauen, aber kurze Zeit später war auch schon die Endstation Schwabstraße erreicht und ich musste aussteigen.

Somit decken sich meine Erfahrungen weitgehend mit denen von Herrn Wurmthaler. Begeisterung kommt bei der Nutzung von WLAN in der S-Bahn derzeit keine auf.

Neue Fahrgastinformation Stuttgart Hbf (tief)

Kürzlich wurden hinter den Scheiben der Fahrgastinformation in der S-Bahn Station Stuttgart Hbf (tief) zwei Bildschirme aufgestellt, auf denen die aktuelle Web-Bahnhofstafel der Station zu sehen ist (ein Klick auf das Bild öffnet diese und zeigt die aktuellen Live-Daten an):

Abfahrtstafel Stuttgart Hbf (tief)

Abfahrtstafel Stuttgart Hbf (tief)

Dieser Testbetrieb soll vermutlich die Mitarbeiter der Fahrgastinformation entlasten und Hilfesuchenden ohne Smartphone eine schnellere und bessere Informationsquelle bieten.

Wir begrüßen diese zusätzliche Fahrgastinformation und haben noch folgende Verbesserungsvorschläge (ein Klick auf den Vorschlag öffnet ihn mit aktuellen Live-Daten):

Falls Sie sich für zuhause oder in der Firma einen ähnlichen Abfahrtsmonitor bauen wollen, finden Sie hier unter der Überschrift Bahnhofstafel die notwendigen Informationen für die möglichen Anpassungen an Ihre Bedürfnisse. Man kann damit z.B. einem alten Android-Tablet, dessen Akku wegen Defekt schon entfernt wurde, ein 2. Leben einhauchen:

Abfahrtsmonitor auf altem Android-Tablet

Abfahrtsmonitor auf altem Android-Tablet

Viel Erfolg beim Ausprobieren und Basteln!

Internet per WLAN in der S-Bahn im Praxistest

Da derzeit nur zwei Züge der S-Bahn Stuttgart testweise mit einem Internetzugang per WLAN ausgestattet sind, dauerte es ein paar Tage, bis wir das Angebot testen könnten. Hier nun unser erster Praxisbericht.

Mit WLAN ausgestattete S-Bahn

Mit WLAN ausgestattete S-Bahn

Technik

Die mit WLAN ausgerüsteten Wagen sind an den Türen und Fenstern auffällig gekennzeichnet. Anscheinend ist immer nur ein Wagen des Zuges mit WLAN ausgestattet. Im Zug wird der kostenlose Internetzugang per WLAN auch auf den Monitoren und in ausgelegten Flyern beworben und erklärt.

Monitor mit Hinweis auf WLAN

Monitor mit Hinweis auf WLAN

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Internet per WLAN in der S-Bahn

Hintergrund und Status

WLAN-Sticker

Klicken Sie auf das Bild, um das Original zu sehen.

Laut einem Artikel der StZ hatte der Verband Region Stuttgart (VRS) im Herbst beschlossen, Strafzahlungen für nicht erreichte Ziele nicht von der DB Regio als Betreiber der S-Bahn Stuttgart einzufordern, sondern dieses Geld stattdessen für einen WLAN-Probebetrieb in zwei S-Bahnzügen einzusetzen. Dieser Probebetrieb sollte eigentlich im 4. Quartal 2015 starten, aber erst am Montag 11.1.2016 ging das neue Angebot offiziell in Betrieb. Verspätungen sind wir ja bei der S-Bahn gewohnt.

Wir begegnen diesem Vorhaben mit der gebotenen Skepsis, da es die Deutsche Bahn mit Unterstützung der Telekom bis heute nicht geschafft hat, in den ICEs wirklich verlässliche Internetverbindungen per WLAN zu betreiben und werden das Angebot deshalb genau unter die Lupe nehmen.

Zusätzlich will der VRS die Mobilfunkabdeckung entlang der S-Bahnstrecken untersuchen lassen und darauf hinwirken, dass erkannte Defizite von den Netzbetreibern abgestellt werden. Eine ständige gute Mobilfunkverbindung ist nötig um über WLAN im Zug eine verlässliche Internetverbindung bereitstellen zu können. Ein Ergebnis der Untersuchung wurde bislang nicht veröffentlicht.

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Neuer Schiebetritt – erste Erfahrungen

Die erste Woche mit Testfahrten von S-Bahnzügen des Modells ET 430 mit überarbeitetem Schiebetritt ist vorüber. Zeit zu berichten und eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Aktuell sind 3 Züge mit aktiven neuen Schiebetritten auf der Linie S1 unterwegs, die Wahrscheinlichkeit auf einen zu treffen ist somit nicht sehr hoch. Nach unseren Erfahrungen haben diese Züge einen runden, blauen Aufkleber auf der Frontscheibe, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist. In den sonst unbesetzten Fahrerkabinen der hinteren Wagen saß zumindest im beobachteten Zug je ein Mitarbeiter, wohl um  bei Problemen schnell eingreifen zu können.

Blauer Aufkleber auf Frontscheibe

Blauer Aufkleber auf Frontscheibe – Schiebetritte sind ausgefahren

Spätestens nach dem Halt des Zuges bemerkt man, dass sich etwas verändert hat. Wenn die Türen piepsen und die Türtaster blinken, hört man nun zusätzlich das Surren der Elektromotoren, die die Schiebetritte ausfahren. Drückt man währenddessen schon auf den blinkenden Taster, dann öffnet sich nicht wie bisher die Tür, sondern sie bleibt mindestens so lange verschlossen, bis der Schiebetritt in seine Endposition ausgefahren ist.

So wie im folgenden Video geht es deshalb gerade vielen Fahrgästen, die mehrfach auf den Taster drücken, bis die Tür endlich aufgeht:

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Schiebetritt Revival ab Montag 4.1.2016

Nach Berichten der StN und des SWR soll ab Montag 4.1.2016 die überarbeitete Variante des Schiebetritts in 3 Zügen des neuen S-Bahn Modells ET 430 im realen Betrieb auf der Linie S1 erprobt werden. Die erste Version des Schiebetritts hatte im Frühjahr 2013 für massive Störungen im S-Bahnverkehr gesorgt. Die neuen Züge wurden deshalb sogar monatelang komplett aus dem Verkehr gezogen, um dann später mit deaktiviertem Schiebetritt wieder zum Einsatz zu kommen. Ein Video vom ausfahrenden Schiebetritt der 1. Generation finden Sie bei YouTube.

Der Schiebetritt befindet sich unter der starren gelben Schwelle hinter der silberfarbenen Klappe

Der Schiebetritt befindet sich unter der starren gelben Schwelle hinter der silberfarbenen Klappe

Und hier ist er, der neue Schiebetritt, gesehen am 4.1.2016 – 9:34 an einer S1 Richtung Herrenberg in Bad Cannstatt:

ET 430 mit Schiebetritt

ET 430 mit ausgefahrenem Schiebetritt

Wir sind natürlich sehr gespannt, wie sich der neue Schiebetritt im Alltagseinsatz bewährt. Immerhin behauptet der Hersteller, dass sich am Zeitbedarf für das Öffnen und Schließen der Türen nichts ändern wird. Klemmen soll der Schiebetritt beim Einfahren natürlich auch nicht mehr.

Bitte twittern Sie Ihre Beobachtungen und Erfahrungen mit dem neuen Schiebetritt und nutzen Sie hierbei den Hashtag #SBahnStgt. Falls Sie keinen Twitter-Account haben, dürfen Sie auch gerne unser Kontaktformular auf dieser Seite benutzen.

Insbesondere interessiert uns:

  • Wann und wo wurde der neue Schiebetritt in Aktion gesehen?
  • Funktionierte er oder kam es zu Problemen?
  • Fährt er an allen Halten aus oder gibt es Ausnahmen?
  • Ändern sich die Zeiten für das Öffnen und Schließen der Türen?
  • Wie sind die Reaktionen der Fahrgäste auf die Neuerung?
  • Wird der Schiebetritt bei Ein- und Ausstieg verwendet, also betreten?

Die Bahn schlampt bei den VVS-Störungsmeldungen

Am Dienstag 22.12.2015 kurz vor 21 Uhr kam es im S-Bahn-Tunnel zwischen den Stationen Schwabstraße und Universität zu einer Signalstörung. Diese Störung sowie die daraus resultierenden Verspätungen wurden von der Bahn im RIS (ReisendenInformationsSystem) vermerkt, dort von unserem Verspätungswarner gefunden und getwittert:

Verspätungswarnung wegen Signalstörung

Verspätungswarnung wegen Signalstörung

Verspätungsgrund Signalstörung

Verspätungsgrund Signalstörung

Von der Signalstörung waren alle Züge der Linien S1, S2 und S3 Richtung Herrenberg bzw. Flughafen/Messe und Filderstadt betroffen. Es kam bis ca. Mitternacht zu teils massiven Verspätungen, die sicher auch zu verpassten Anschlüssen geführt haben. Zwei Züge der S2 wurden über Stuttgart Hbf (oben) und die Gäubahnstrecke bis Stuttgart Vaihingen umgeleitet. Weiterlesen

Ausfall-Erscheinungen

Die Fahrtausfälle bei der S-Bahn Stuttgart nerven die Fahrgäste noch mehr als die häufigen Verspätungen, wie wir über eine Twitter-Umfrage unter den Followern des @SBahnStgt Warners herausfanden:

Umfrage unter @SBahnStgt Followern

Umfrage unter @SBahnStgt Followern

In den letzten Wochen haben wir uns intensiv mit dem Thema Fahrtausfälle auseinandergesetzt und die uns mittlerweile vorliegenden Daten untersucht (siehe vorherige Beiträge). Auch dieser Artikel nimmt die „Ausfall-Erscheinungen“ bei der S-Bahn Stuttgart genauer unter die Lupe, da nur wenige Kunden dem Thema mit so viel Galgenhumor begegnen können, wie dieser Twitter-Account:

Vorweihnachtlicher Ausfall-Humor

Vorweihnachtlicher Ausfall-Humor

Fahrtausfälle kann man danach kategorisieren, mit welchem zeitlichen Vorlauf sie angekündigt werden:

  • Langfristig: Mehrere Wochen im voraus angekündigte Fahrplanänderungen
  • Mittelfristig: 1-2 Tage bzw. wenige Stunden im voraus
  • Kurzfristig: Spontan ohne Vorlaufzeit

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