Was ändert sich am Mittwoch 13. Juli 2016 ?

Am Mittwoch 13. Juli startet die Streckensanierung zwischen Stuttgart Rohr und Böblingen, die insgesamt bis 10. September dauern wird (wir berichteten ausführlich in unserem Beitrag Zwischen Stuttgart und Böblingen wird es eng …). Auf den ersten Blick scheint nur die Linie S1 von der Sanierungsmaßnahme betroffen zu sein, aber dies ist keineswegs der Fall. Vielmehr sind zusätzlich auch Nutzer der Linie S3 betroffen.

Ein Gleisbauzug wartet im Bahnhof Böblingen auf seinen Einsatz

Ein Gleisbauzug wartet im Bahnhof Böblingen auf seinen Einsatz

Hier eine Übersicht der Änderungen bei den Linien S1 und S3 im Zeitraum vom 13. Juli bis zum 15. August:

S1 – Herrenberg Kirchheim (Teck)

Die Linie S1 verkehrt nur noch zwischen Kirchheim (Teck) und Stuttgart-Vaihingen. Die Züge von/bis Plochingen/Esslingen verkehren nur von/bis Schwabstraße.

Wer weiter Richtung Herrenberg fahren möchte muss die neue Linie S31 nutzen, die in Backnang startet und bis Herrenberg fährt. Auf der Strecke zwischen Vaihingen und Herrenberg verkehrt sie ganztägig alle 30 Minuten in etwa zu den Zeiten der bisherigen S1 Verstärkerzüge zur Hauptverkehrszeit. Dadurch kommt es bei der Schönbuchbahn in Böblingen und der Ammertalbahn in Herrenberg zu längeren Umsteigezeiten. Ähnliches gilt für diverse Buslinien entlang der Strecke.

Im Zeitraum 13. – 29. Juli 16, nur Mo-Fr werden zwischen Böblingen und Herrenberg zusätzlich Schülerzüge der Linie S1 das Fahrplanangebot verstärken. Sie verkehren alle 30 min. zu den üblichen Zeiten.

Die letzten zwei Züge der S1 nach Herrenberg enden schon in Vaihingen.

Im Nachtverkehr der S1 wird zwischen Vaihingen und Herrenberg ein Busersatzverkehr angeboten.

Von Mittwoch, 13. Juli bis Montag, 15. August 2016 (Betriebsbeginn) und am Wochenende 20./21. August 2016 gelten für Fahrgäste mit Start/Ziel aus dem Einzugsgebiet entlang der Schönbuchbahn bzw. südwestlich von Böblingen (Raum Ehningen/Gärtringen/Herrenberg) folgende tarifliche Sonderregelungen:

Diese Fahrgäste können mit ihren Tickets auch alternative Fahrwege ohne Aufpreis nutzen, selbst wenn diese über andere bzw. mehr Tarifzonen als üblich führen. Zudem dürfen Fahrgäste mit Tickets mit zeitlicher Einschränkung (z. B. 9-Uhr-UmweltTicket) bis zu 30 Minuten früher als üblich losfahren.

Quelle: https://www.s-bahn-stuttgart.de/s-stuttgart/baustellen/s1_Buendel_Gaeubahn.html

S3 – Backnang Stuttgart Flughafen/Messe

Die Linie S3 verkehrt nur noch zwischen Backnang und Stuttgart-Vaihingen.

Wer weiter Richtung Flughafen/Messe fahren möchte, muss die neue Linie S13 nutzen, die in Kirchheim (Teck) startet und bis Flughafen/Messe fährt. Auch die Linie S13 fährt ganztägig alle 30 Minuten, gegenüber der in Vahingen endenden S3 aber um 10 Minuten versetzt. Alternativ kann ggf. auch auf die Linie S2 ausgewichen werden.

Aufgrund der vielen Änderungen ist es ratsam sich vor der Fahrt im Internet bzw. per App über die zur Verfügung stehenden Fahrtmöglichkeiten zu informieren. Wir versuchen Sie in dieser schwierigen Zeit mit unserem @SBahnStgt Warner und dem S-Bahn Stuttgart Monitor für Smartphones bestmöglich zu unterstützen, sind hierbei aber von der Datenqualität der Deutschen Bahn abhängig und können deshalb aktuell noch nichts versprechen.

Fahrplantabellen als PDF:
Fahrplantabelle Gesamtverkehr S1-S13.pdf
Fahrplantabelle Gesamtverkehr S3-S31.pdf

Punktuelle Erfahrungen mit dem Regionalverkehr

Dieses Informationsportal beschäftigt sich zwar im Wesentlichen mit der S-Bahn in der Region Stuttgart, aber auch andere Themen zum ÖPNV sollen kein Tabu sein, wie Sie an unseren Beiträgen zur polygoCard bzw. der Stuttgarter Stadtbahn oder zu den Aufzügen erkennen konnten.

Am Freitag, den 08.07.2016 war ich mit dem Regionalexpress von Stuttgart Bad Cannstatt nach Amstetten und zurück von Geislingen unterwegs.

Bereits der Kauf der Anschlussfahrkarte zur Weiterfahrt vom Endpunkt Geislingen meiner VVS-Netzkarte nach Amstetten am DB-Fahrkartenautomat (im Zug geht das bekanntlich schon lange nicht mehr!) ist für Ungeübte mangels entsprechender Bedienerführung praktisch unmöglich. Es ist erst erträglich, wenn man von der Startseite aus über 2 Stufen den wirklich nicht selbsterklärenden Einstiegspunkt gefunden hat.

In Bad Cannstatt fiel mir zunächst der kaputte Aufzug an Gleis 8 auf, der bereits seit Anfang Juni (so die SSB-Aufzugseite) kaputt ist.

Aufzug defekt

Aufzug defekt

Auf der von DB Station & Service gepflegten VVS-Aufzugsseite steht als Termin noch heute ‚bis auf weiteres‘.

Für die Hinfahrt habe ich den RE 19215 nach Ulm, Abfahrt Stuttgart Bad Cannstatt 10:35 ausgesucht, der auch so auf der Fahrgastinformationsanzeige auf dem Bahnsteig angezeigt wurde.

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Pünktlichkeit und Ausfälle im Juni 2016

Wie an jedem Monatsbeginn, veröffentlichen wir auch am heutigen 1.7.2016, die von uns aus den Daten des Live-Fahrplans der S-Bahn Stuttgart ermittelten Pünktlichkeitswerte sowie seit einiger Zeit auch die von unserem Ausfallzähler ermittelten Ausfälle der Stuttgarter S-Bahn-Linien für den gerade zu Ende gegangenen Monat Juni 2016.

Sie finden den ↓Pünktlichkeits- und Ausfälleverlauf der letzten 12+1 Monate weiter unten und die ↓Pünktlichkeitsentwicklung der letzten 25 Monate sowie einen lediglich ↓prozentualen Vergleich zwischen den letzten 13 Monaten und den vorherigen 13 Monaten am Ende dieses Beitrags.

Hier die Pünktlichkeit im Juni 2016 als Balkendiagramm:

Pünktlichkeit Juni 2016 als Balkendiagramm

Pünktlichkeit Juni 2016 als Balkendiagramm

Und hier die Pünktlichkeit im Juni 2016 in Tabellenform:

3-Minuten 6-Minuten 3-Minuten 6-Minuten
(GVZ) (GVZ) (nur HVZ) (nur HVZ)
Ziel-Wert 94,5 % 98,0 % 91,5 % 98,0 %
Ist-Wert (alle Ø) 85,7 % 95,7 % 78,0 % 93,0 %
Einzelne Linien
S1 80,7 % 94,4 % 71,3 % 91,1 %
S2 81,6 % 93,7 % 71,3 % 89,6 %
S3 83,3 % 94,1 % 70,6 % 89,2 %
S4 92,0 % 97,9 % 86,9 % 96,8 %
S5 90,0 % 98,1 % 84,4 % 97,0 %
S6 90,6 % 97,5 % 86,2 % 96,4 %
S60 93,3 % 98,3 % 90,8 % 97,6 %

HVZ = Hauptverkehrszeit (Mo.-Fr. 6:00-9:00 und 15:30-19:30, außer an Feiertagen),
GVZ = Gesamt-Verkehrszeit (alle Tage 0-24 Uhr)

Die Pünktlichkeit hat sich im Juni 2016 gegenüber dem Vormonat Mai deutlich verschlechtert und ist wieder ungefähr auf die April-Werte zurückgefallen. Im Juni war die Pünktlichkeit aller Durchmesserlinien S1-S3 in etwa gleich schlecht. Die Werte lagen bei der 3-Minuten-Pünktlichkeit in der HVZ bei nur noch ca. 70 %. Die Schere zwischen S1-S3 und S4-S6(0) ist wieder größer geworden.

Sehen Sie in der folgenden Animation selbst wie sich die Pünktlichkeit im Juni 2016 gegenüber dem Vormonat Mai 2016 entwickelt hat:

Animation Mai 2016 vs. April 2016

Animation Mai 2016 vs. April 2016

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Öffentl. Sitzung des VRS Verkehrsausschusses am 22.6.2016

In dieser Sitzung des VRS Verkehrsausschusses waren zwei Themen aus Sicht der S-Bahn besonders interessant:

  1. Einsatzplanung für die 10 neuen S-Bahnfahrzeuge
  2. Fahrplanänderungen wegen Instandhaltungsarbeiten auf der Stammstrecke

Zu den kompletten Sitzungsunterlagen mit allen Detailinformationen kommen Sie über folgenden Link. Im Folgenden wollen wir die anstehenden Änderungen vorstellen und bewerten.

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Zwischen Stuttgart und Böblingen wird es eng …

… so textet die bahninterne Zeitung mit Blick auf die umfangreichen Bauarbeiten auf der Gäubahnstrecke zwischen Stuttgart-Rohr und Böblingen in diesem Sommer. Gleise samt Untergrund müssen erneuert werden und mehrere Weichen sind auszutauschen. Von 13.07. bis 15.08.2016 steht zwischen Rohr und Böblingen nur eines der beiden Gleise zur Verfügung. Daher wird es zwangsläufig Einschränkungen und Fahrplanveränderungen geben.

Ankündigung der Bahn am Bahnhof Stuttgart-Vaihingen

Ankündigung der Bahn am Bahnhof Stuttgart-Vaihingen

Auf der Distanz S-Rohr ↔ Böblingen, für die man regulär eine Fahrzeit von 7-8 Minuten benötigt, ist bei eingleisigem Betrieb ein 15-Minutentakt generell nicht möglich. Auch kann es bei den bisherigen Fahrlagen der S1 nicht bleiben, weil den Zügen während der Bauarbeiten offenbar eine längere Fahrzeit (11 statt 7-8 Minuten) gewährt werden muss. Daher muss man während des nur eingleisigen Betriebs zwischen Rohr und Böblingen sowohl die Zugfolge reduzieren, als auch die Fahrlagen verändern. Eine Verschiebung der Fahrlagen der S1 um wenige Minuten war ausgeschlossen, weil auf der Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße die hierfür nötigen Trassen durch andere S-Bahnlinien belegt sind. Und überdies gibt es noch Regionalzüge und alle zwei Stunden einen Fernzug, die auch noch einen Weg durch das Nadelöhr finden müssen.

Eine vernünftige Lösung war also ziemlich knifflig. Zwischen Rohr und Böblingen mussten für die S-Bahn neue Trassen gefunden werden, das Trassengefüge der S-Bahn auf der Stammstrecke durfte nicht verändert werden und auch die Regional- und Fernzüge mussten fahrbar bleiben. Die Bahn hat sich dafür entschieden, die Südäste der Linien S1 und S3 im Grundtakt zu tauschen. Die Lösung mag zunächst etwas verwirrend anmuten, wenn zwischen Kirchheim/Teck und Flughafen Züge mit der Liniennummer S13, zwischen Backnang und Herrenberg mit der Liniennummer S31 fahren. Aber diese abweichenden Liniennummern sind für die Unterscheidbarkeit der Züge vor allem für diejenigen hilfreich, die bei einfahrenden S-Bahnen nur auf die Liniennummer schauen und die Fahrtzielanzeige am Zug und auch die Anzeigen am Bahnsteig aus Gewohnheit nicht mehr beachten.

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Defekte Aufzüge sind ein Dauerärgernis

Technik kann immer mal kaputtgehen, selbstverständlich auch die Aufzüge und Rolltreppen. Wenn man darauf angewiesen ist, ist das natürlich immer ärgerlich und wenn dann auch noch die S-Bahn verspätet ist oder ausfällt, ist verständlicherweise bei den Betroffenen das Maß voll.

Aufzugschild

Warum es aber dann oft wochen-, ja sogar monatelang dauert, bis ein defekter Aufzug repariert wird, ist allerdings schwer zu verstehen. Wir wollen hier nicht von den Totalschäden reden, die es sicher auch gibt, aber relativ selten vorkommen, sondern z.B. von einer klemmenden Türe, einem defekten Sensor oder einer verschlissenen Umlenkrolle, bzw. einem Umlenkseil. Selbst im Falle von Vandalismus, bei dem z.B. die Türscheiben eingeschlagen werden, kann es schlichtweg nicht sein, dass der Austausch mehrere Wochen dauert, auch wenn das Türmaß individuell ist. Für die Aufzugsfirma ist so etwas das tägliche Brot.

Informationen über defekte Aufzüge und Rolltreppen im Bereich des VVS sind sowohl beim VVS als auch bei der SSB im Internet abrufbar. Derzeit sind auf beiden Portalen jedoch keine Rolltreppen-, sondern nur Aufzugsstörungen vermeldet. Wie aktuell diese Informationen jeweils sind, ist uns nicht bekannt, allerdings erscheint uns die Aufzugsinformation der SSB ehrlicher, weil bei identischer Störung das Datum des Störungsbeginns auf der SSB-Seite oft weiter in der Vergangenheit liegt, als bei der VVS-Seite. Auf der VVS-Seite wird bei einer Aktualisierung einer Störungsmeldung schon mal auch das Start-Datum der Störung „korrigiert“ und so dem unbedarften Leser der Eindruck vermittelt, es handele sich um eine neue Störung. Die Angaben auf der VVS-Seite werden von der DB Station & Service AG selbst eingetragen und gepflegt. Woher und auf welchem Weg die Informationen über die DB-Aufzüge an die SSB gelangen oder ob es hierfür einen festgelegten Prozess gibt, ist uns nicht bekannt.

Informationen zu Aufzugstörungen sind inkonsistent, widersprüchlich, mangelhaft

Wie unterschiedlich und teilweise widersprüchlich die auf den beiden Seiten veröffentlichten Aufzugstörungen sind, wollen wir im folgenden anhand einiger Beispiele aus den drei Wochen vom 20. Mai bis zum 10 Juni 2016 bzw. bis heute verdeutlichen:

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PolygoCard pay und polygoCard Presseschau

In diesem Beitrag meiner Beitragsreihe zur polygoCard werde ich die polcgoCard pay, eine Karte mit zusätzlicher Kreditkartenfunktion auf Guthabenbasis näher beleuchten. Sie wird derzeit nur optional von der SSB angeboten, d.h. der SSB-Kunde muss sich bei der Bestellung der polygoCard entscheiden, ob er sie mit oder ohne kontaktloser Bezahlfunktion haben möchte.

Außerdem möchte ich die diversen, in den letzten Wochen erschienenen Artikel der Stuttgarter Zeitung zum Thema polygoCard unter die Lupe nehmen und einzelne Aussagen daraus kommentieren.

Wir wurden übrigens gefragt, was die polygoCard mit der S-Bahn zu tun hat und warum sich S-Bahn-Chaos.de damit beschäftigt. Nun, direkt hat die polygoCard nichts mit der S-Bahn zu tun, aber indirekt natürlich schon. Wir untersuchen und berichten über die polygoCard weil wir es können und weil es sonst niemand macht. Wir wollen auch in Zukunft immer wieder Randthemen im Dunstkreis der S-Bahn Stuttgart aufgreifen und hoffen, dass dies auch im Sinne unserer Leserschaft ist.

Was ist die „polygoCard pay“?

Auf dieser derzeit nur von der SSB in Kooperation mit der BW Bank angebotenen speziellen Form der polygoCard befindet sich eine zusätzliche Electronic Purse Anwendung, die aus der Karte eine kontaktlose Bezahlkarte auf Guthabenbasis macht.

polygoCard - Elecronic purse

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Pünktlichkeit und Ausfälle im Mai 2016

Wie an jedem Monatsbeginn, veröffentlichen wir auch am heutigen 1.6.2016, die von uns aus den Daten des Live-Fahrplans der S-Bahn Stuttgart ermittelten Pünktlichkeitswerte sowie seit einiger Zeit auch die von unserem Ausfallzähler ermittelten Ausfälle der Stuttgarter S-Bahn-Linien für den gerade zu Ende gegangenen Monat Mai 2016.

Sie finden den ↓Pünktlichkeits- und Ausfälleverlauf der letzten 12+1 Monate weiter unten und die ↓Pünktlichkeitsentwicklung der letzten 25 Monate sowie einen lediglich ↓prozentualen Vergleich zwischen den letzten 13 Monaten und den vorherigen 13 Monaten am Ende dieses Beitrags.

Hier die Pünktlichkeit im Mai 2016 als Balkendiagramm:

Pünktlichkeit Mai 2016 als Balkendiagramm

Pünktlichkeit Mai 2016 als Balkendiagramm

Und hier die Pünktlichkeit im Mai 2016 in Tabellenform:

3-Minuten 6-Minuten 3-Minuten 6-Minuten
(GVZ) (GVZ) (nur HVZ) (nur HVZ)
Ziel-Wert 94,5 % 98,0 % 91,5 % 98,0 %
Ist-Wert (alle Ø) 88,0 % 96,6 % 80,6 % 94,3 %
Einzelne Linien
S1 83,3 % 95,0 % 75,8 % 92,1 %
S2 87,3 % 96,4 % 78,0 % 93,4 %
S3 86,8 % 96,2 % 76,7 % 93,3 %
S4 92,6 % 97,9 % 86,6 % 96,1 %
S5 90,1 % 97,9 % 83,1 % 96,1 %
S6 91,3 % 97,8 % 84,7 % 96,2 %
S60 93,2 % 98,0 % 88,7 % 95,9 %

HVZ = Hauptverkehrszeit (Mo.-Fr. 6:00-9:00 und 15:30-19:30, außer an Feiertagen),
GVZ = Gesamt-Verkehrszeit (alle Tage 0-24 Uhr)

Die Pünktlichkeit im Mai 2016 hat sich gegenüber dem Vormonat auf allen Linien verbessert. Lediglich die S1 ist praktisch unverändert geblieben und bei allen Werten Schlusslicht von allen Linien geworden. Allerdings ist die Schere zwischen S1-S3 und S4-S6(0) kleiner geworden.

Sehen Sie in der folgenden Animation selbst wie sich die Pünktlichkeit im Mai 2016 gegenüber dem Vormonat April 2016 entwickelt hat:

Animation Mai 2016 vs. April 2016

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Aussagen des VVS zum Datenschutz bei der polygoCard

Wahrscheinlich losgetreten durch unsere Beiträge und dadurch ausgelöste Rückfragen einiger Leser, hat der VVS mittlerweile seine Informationsseite zur polygoCard überarbeitet. Die im folgenden Screenshot abgebildeten früheren Aussagen, dass keine Fahrten, Bewegungsprofile und personenbezogene Daten gespeichert werden, sind verschwunden.

PolygoCard Information beim VVS

PolygoCard Information beim VVS

Stattdessen wurde die Seite unter der Überschrift „Welche Daten sind auf der Karte gespeichert und wie werden diese geschützt?“ um detailliertere Informationen zu den auf den Karten gespeicherten Kundendaten, deren Schutz und den gespeicherten Transaktionen ergänzt.

Wer die aktuelle Version der polygoCard Seite des VVS selbst mit der früheren Version vergleichen möchte, findet die alte Version unter folgender Adresse im Internet-Archiv:
http://web.archive.org/web/20160428131657/http://www.vvs.de/polygocard/

Außerdem hat der VVS unsere im ersten polygoCard Beitrag gestellten Fragen nun in einer Stellungnahme (PDF) auf einen Antrag der Fraktion DIE LINKE (PDF) im Verkehrsausschuss des VRS beantwortet. Alle diese Informationen bestätigen weitgehend unsere Beobachtungen und sollen im folgenden genauer durchleuchtet werden.

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Stadtbahnnetz 2016 – Fährt die Stadtbahn ins Chaos?

Am Dienstag 17. Mai 2016 tritt ein neuer Fahrplan für die SSB-Linien in Kraft. Dieser neue Fahrplan betrifft primär die Stadtbahnen in Stuttgart, zieht aber auch Änderungen bei manchen Buslinien nach sich.

Der Grund für diesen neuen Fahrplan ist ein gravierender Umbau des Stuttgarter Stadtbahnnetzes, welcher allein durch das Bahnprojekt Stuttgart 21 erzwungen wird und keinesfalls wie von der SSB schönfärberisch offiziell behauptet wird:

«Immer wieder sorgen Arbeiten zur Instandhaltung der Gleise oder Erweiterung des Nahverkehrsangebots mit neuen Stadtbahnstrecken dafür, dass Busse oder Stadtbahnlinien umgeleitet, gekürzt oder unterbrochen werden müssen. Sicherlich ist der Neubau der Haltestelle Staatsgalerie in dem Zusammenhang eine Baumaßnahme, die hier herausragt.»

Um Platz für den neuen, unterirdischen Bahnhof und dessen ebenfalls unterirdischen Zulaufstrecken zu schaffen, muss nämlich die bisherige Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie höhergelegt und in Richtung Planetarium verlegt werden. Dies hat massive Auswirkungen auf die Innenstadtlinien U1, U2, U4, U9, U11 und U14, weil dadurch auch die Stadtbahnstrecken aus Richtung der Haltestellen Neckartor, Charlottenplatz und Hauptbahnhof neu gebaut werden müssen.

In einem 1. Bauabschnitt ab 17.5.2016 wird die Strecke zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz für voraussichtlich ca. 15 Monate in beiden Richtungen unterbrochen. Die Stadtbahnlinien U1, U2, U4 und U11 können dann nicht mehr wie bisher direkt zwischen den Haltestellen Staatsgalerie und Charlottenplatz verkehren. Manche Stadtbahnen werden nördlich über Hauptbahnhof und Berliner Platz umgeleitet, andere enden früher oder werden mit den neuen, temporär fahrenden Stadtbahnlinien U21 und U24 kombiniert bzw. verstärkt. Die Details der Änderungen bei der Stadtbahn entnehmen Sie bitte den offiziellen Informationen der SSB.

In einem 2. Bauabschnitt, der sich unmittelbar an den 1. Bauabschnitt anschließen soll, wird dann die Stadtbahnstrecke zwischen den Haltestellen Staatsgalerie und Hauptbahnhof unterbrochen. Die prognostizierte Dauer für den Bau dieses Abschnitt beträgt ca. 2 Jahre ab Herbst 2017, abhängig vom Baufortschritt bei S21. Auch dann wird die SSB laut eigenen Aussagen versuchen die Auswirkungen auf die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Ob ihr das gelingen wird und ob die verbleibenden Auswirkungen in einem erträglichen Rahmen bleiben werden, muss die Zukunft zeigen. Aus heutiger Sicht sind davon die Stadtbahnlinien U9, U11 und U14 betroffen, die dann nicht mehr direkt zum Hauptbahnhof fahren können, sondern den Umweg über Charlottenplatz nehmen müssen.

Eine weitere Baustelle, die ebenfalls eine Folge des Projekts Stuttgart 21 ist, liegt im Bereich der Heilbronner Straße. Dort werden die Tunnelröhren der Stadtbahnlinien U5, U6, U7, U12 und der U15 unter die B27 verlegt. Für die Stadtbahnlinie U12 (derzeit zum Hallschlag, später nach Remseck) wird außerdem derzeit zusätzlich in einem Bogen ein neuer Tunnel unter dem Kriegsberg gebaut um die zukünftige Stadtbahnhaltestelle ‚Budapester Platz‘ neben dem Milaneo erreichen zu können. Das hat zwar nicht direkt etwas mit Stuttgart 21 zu tun, ist aber zusammen mit der neuen Stadtbahnbrücke über die Wolframstraße wegen des mehr als fragwürdigen Nutzens eine absolute Geldverschwendung und eine weitere Subventionierung von Stuttgart 21 durch die Stadt Stuttgart, weil diese Maßnahme nicht durch das Eisenbahnkreuzungsgesetz abgedeckt ist und so nicht ausschließlich von der DB als Verursacher der Baumaßnahme getragen werden muss.

Bei diesen großen Veränderungen bei der Stadtbahn bleibt es natürlich nicht aus, dass diese auch Auswirkungen auf die Busse haben. Bei einem Dutzend Buslinien kommt es zu Änderungen, die auf dieser Seite im Detail erklärt werden.

Wer nun meint, dieser neue Fahrplan und die Einschränkungen würden maximal bis Ende 2016 dauern, den muss ich leider enttäuschen. Noch 2005 sahen die Pläne der Bahn eine nur zweiwöchige Sperrung der Stadtbahnstrecke zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz vor. Inzwischen ist klar: Aus zwei Wochen werden mindestens zwei Jahre, genaue Angaben will die SSB nicht machen. Dies wiegt schwer, weil rund 10 % der Fahrgäste durch diese Einschränkungen künftig länger unterwegs sein werden. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass die VVS-Tariferhöhung im Jahr 2017 mit 1,9 % etwas niedriger ausfallen wird als in den Jahren davor.

Weitere kritische Informationen, die bei der SSB und dem Bahnprojekt Stuttgart-Ulm (aka Stuttgart 21) nicht an die große Glocke gehängt werden, finden Sie bei der Initiative „Für unsere Stadtbahn“.