Schon wieder ein Update der Bahnsteigansagen…

Schon vor einigen Monaten berichteten wir von Änderungen und Verschlechterungen bei den automatischen Bahnsteigansagen im Tunnel der Stammstrecke. Teile der damals berichteten Probleme, wie das falsche Ansagen der S60 Richtung Renningen, wurden behoben, anderes, wie das verspätete oder verfrühte Ertönen der Ansagen, ist immer noch nicht wirklich gut gelöst.

Nun hat die DB schon wieder ihre Ansagen angepasst und unserer Meinung nach „verschlimmbessert“. Hier eine „neue“ Ansage an der Station Schwabstraße:

Seit einigen Wochen wird bei den automatischen Ansagen nicht mehr die (ursprüngliche) Abfahrtszeit angesagt, sondern nur noch das Ziel und eventuelle Zwischenhalte der Züge. Schon das führt bei nicht ortskundigen Fahrgästen zu Problemen, denn viele Fahrgäste, vor allem solche, die selten Bahn fahren, orientieren sich an „ihrem“ Fahrplan, beziehungsweise dem, der entweder im Internet oder auf der Fahrkarte steht. Wenn es dann zu Verspätungen kommt, andere S-Bahnen zur Zeit der eigentlich fahrenden Bahn kommen und diese manchmal sogar in die gleiche Richtung fahren, aber dennoch einen unterschiedlichen Fahrtweg (z.B. S3/S4 Backnang oder S1/S60 Böblingen) haben, kennen sich viele nicht mehr aus.

Doch etwas anderes ist viel schlimmer:

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Da rollt was auf uns zu …

Wenn es nach Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer geht, sollen schon in Kürze Elektrokleinstfahrzeuge (eKFV) – landläufig als E-Tretroller oder E-Scooter bekannt – unsere Städte erobern. Was in manchen ausländischen Städten schon seit geraumer Zeit das Stadtbild prägt und auch in Deutschland immer häufiger gesichtet wird, soll nun endlich gesetzlich geregelt werden.

Elektrische Roller mit unklarer Zukunftsperspektive stehen bereits in den Läden und warten auf Käufer

Elektrische Roller mit unklarer Zukunftsperspektive stehen bereits in den Läden und warten auf Käufer

Zwar kann man bereits seit einiger Zeit solche elektrisch angetriebenen Roller kaufen, ihr Betrieb ist aber bislang nicht gesetzlich geregelt und somit nicht zulässig. Dies soll nun die „Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr und zur Änderung weiterer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften“ (Entwurf) ändern. Wer nicht den gesamten Entwurf im Wortlaut lesen möchte, findet hier eine aktuelle, kurze Zusammenfassung.

Aktuell liegt ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Verabschiedung bei der Europäischen Kommission und dem Bundesrat vor. Parallel hierzu wird teils heftig darüber debattiert, wo diese Roller fahren sollen (Gehwege, Radwege oder Straße) und ob eine Helm- oder Versicherungspflicht sinnvoll ist. Ein anderes wichtiges Thema in diesem Zusammenhang kommt nach unserer Ansicht aber zu kurz:

Wie soll die Mitnahme der E-Tretroller in öffentlichen Verkehrsmitteln geregelt werden?

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Der polygoCard „Skandal“ wird 3 Jahre alt

Vor 3 Jahren berichteten wir erstmalig in diesem Blog darüber, dass bei der damals neu eingeführten polygoCard des VVS zwischen den offiziellen Aussagen zum Datenschutz und der Realität eine gewisse Lücke klaffte. Entgegen den damaligen Aussagen auf der polygoCard-Seite des VVS wurde der Einstieg in manche Busse der DB Regio Bus Stuttgart (jetzt deren Tochterunternehmen FMO) auf der Karte protokolliert und jeder, der mit einem geeigneten Smartphone ausreichend nah an die Karte kam, konnte mit einer kostenlosen App die letzten zehn Fahrtransaktionen auslesen.

Der VVS spielte die Sache damals herunter, änderte schnell seine Web-Seite und versprach eine Änderung des entsprechenden Standards der VDV-Kernapplikation zu beantragen, um die Speicherung auf der Karte zukünftig verhindern zu können.
Was ist seitdem in den letzten 3 Jahren passiert? Extrem wenig.

Weiterhin werden in den oben genannten Bussen die Einstiege auf den polygoCards minutengenau gespeichert und man kann die Informationen der letzten 10 Einstiege auslesen.

Protokollierung einer Fahrtransaktion beim Einstieg in den Bus

Protokollierung einer Fahrtransaktion beim Einstieg in den Bus

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Offizielle Pünktlichkeit der S-Bahn im März 2019

Schon vor längerer Zeit hat die S-Bahn Stuttgart ihre offiziellen Pünktlichkeitswerte für März 2019 veröffentlicht.

Zusammenfassung:

Die offizielle 3-Minuten-Pünktlichkeit war im März 2019 so schlecht, wie nie in einem März im auf der Website aufgelisteten Zeitraum von 2014 bis 2019. Im Gegensatz zum Vormonat konnte sie sich aber etwas steigern.
Die 6-Minuten-Pünktlichkeit sank im Gegensatz zum Vormonat wieder leicht, ist aber etwas besser, als im historisch unpünktlichen März 2018.

Nach den ebenfalls sehr unpünktlichen Monaten Januar und Februar erreichte die 3-Minuten-Pünktlichkeit mit nur 88,0 % schon wieder den schlechtesten Wert seit 2014.

Im folgenden Diagramm gut zu erkennen ist die immer weitere Abnahme der 3-Minuten-Pünktlichkeit im Monat März in den letzten vier Jahren:

Pünktlichkeit im März 2014-2019

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Sperrung der S-Bahn-Strecke Echterdingen ↔ Bernhausen ist abzulehnen – ein Nachtrag

Wir haben vor kurzem über die von Stuttgart 21 wegen Umbaus im Flughafen-Terminalbahnhof ins Auge gefasste →Totalsperrung der S-Bahnstrecke Echterdingen ↔ Bernhausen berichtet.

S-Bahn-Station Flughafen-Messe

S-Bahn-Station Flughafen-Messe

Darin haben wir heftig gezweifelt, ob diese Sperrung wirklich notwendig ist. Nachdem es mit Umbauten oder Anbauten an bestehende Tunnel – auch im Projekt Stuttgart 21 – durchaus Erfahrungen gibt, haben wir dazu nachgefragt. So hatte es beim vergleichbaren Umbau des Stadtbahntunnels unter der Heilbronner Straße beim Hauptbahnhof keine monatelange Sperrung gegeben. Auch bei der Verlegung des Stadtbahntunnels unter der Willy-Brandt-Straße wird es dies nicht geben. Beim „Hineinhören“ in die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), die die Umbauten unter der Heilbronner Straße und Willy-Brandt-Straße verantworten, erfährt man dazu etwas.
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Bahn will mit ETCS aus der Not eine Tugend machen

In München wird gerade für viele Milliarden Euro eine zweite Stammstrecke für die S-Bahn gebaut. In Stuttgart hat man sich stattdessen für die ebenfalls teure ETCS Signaltechnik entschieden, um die verspätungsgeplagte S-Bahn zu entlasten und wieder pünktlicher zu bekommen. ETCS steht für European Train Control System und soll die Kapazität der vorhandenen Stammstrecke erhöhen und dadurch die Pünktlichkeit verbessern. Dieser Plan hat Mitte März einen schweren Dämpfer erhalten, weil der Bund die Mittel für die Digitalisierung des Schienenverkehrs massiv gekürzt hat und ohne diese Bundesmittel die Einführung von ETCS bei der S-Bahn Stuttgart nicht zu stemmen ist.

Unbestätigten Hinweisen zufolge arbeitet die Bahn aber parallel schon an einem Plan B, der kurioserweise ebenfalls ETCS heißen wird. Mit dem Easy Timetable Correction System will die Bahn aus der Not – den häufigen Verspätungen – eine Tugend machen. Ab Dezember 2020, wenn zwischen 6 und 20.30 Uhr auf allen Linien alle 15 Minuten ein Zug fahren wird, soll bei Erreichen einer durchschnittlichen Verspätung von ca. 15 Minuten einfach der Fahrplan um 15 Minuten „korrigiert“ werden. Schließlich kann es den Fahrgästen ja egal sein, ob sie mit dem geplanten oder einem verspäteten Vorgängerzug pünktlich an ihr Ziel kommen. Bei Bedarf wäre diese „Korrektur“ um jeweils 15 Minuten sogar mehrfach täglich denkbar, um auch größere Verspätungen (30, 45, … Minuten) zu eliminieren.

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Unpünktlichkeit im Februar 2019 auf Rekordniveau

Gestern hat die S-Bahn Stuttgart ihre offiziellen Pünktlichkeitswerte für Februar 2019 veröffentlicht. Nach dem historisch unpünktlichen Januar 2019 erreichte die 3-Minutenpünktlichkeit mit 87,5 % und die 6-Minutenpünktlichkeit mit 96,7 % erneut die schlechtesten Pünktlichkeitswerte für einen Februar im aufgelisteten Zeitraum 2014-2019.

Seit dem 3. Quartal 2017 befindet sich die Pünktlichkeit im stetigen Sinkflug und es ist kein Ende in Sicht. Die Infrastruktur der DB Netz befindet sich in einem jämmerlichen Zustand, davon zeugen die häufigen Weichen-, Signal- und Stellwerkstörungen. Die Tatsache, dass in den letzten Jahren auf Verschleiß gefahren wurde, rächt sich und erfordert nun umfangreiche Bauarbeiten, die zu massiven Einschränkungen und Verspätungen führen. Hinzu kommen zusätzliche Baumaßnahmen im Zuge von Stuttgart 21. Wo gehobelt wird fallen Späne und deshalb führt diese gesteigerte Anzahl von Baustellen zu weiteren Störungen, die sich negativ auf die Verspätungsstatistik auswirken und den Frust der Fahrgäste steigern.

Auch die DB Regio (S-Bahn) hat ihre Probleme. Aufgrund des immer weiter ausgedehnten 15-Minutentakts werden die zur Verfügung stehenden, intakten Fahrzeuge langsam knapp. Man merkt das daran, dass manche Fahrten nur verkürzt, also nicht mit der vorgesehenen Anzahl Triebwagen durchgeführt werden und dass es immer wieder zu Störungen durch liegengebliebene Fahrzeuge kommt. Besonders bitter wird es immer dann, wenn dadurch der Stammstreckentunnel blockiert wird. Dann verhindern nur noch die Gleise im oberirdischen Hauptbahnhof und die Panoramastrecke einen kompletten Kollaps des S-Bahnverkehrs in Stuttgart.

Die Tagträume einiger Lokalpolitiker, dass das Netz in 2 Jahren in Ordnung sei und durch die Implementierung von ETCS gewaltige Leistungssteigerungen zu erwarten seien, werden wie schon so oft wie eine Seifenblase zerplatzen.

Einjährige Komplettsperrung der S-Bahn-Strecke
Echterdingen ↔ Bernhausen wirklich alternativlos?

Gegen Ende des vergangenen Jahres platzte die Nachricht der Deutschen Bahn herein, dass für den Bau des „Dritten Gleises“ am Flughafen-Terminalbahnhof in einigen Jahren der S-Bahn-Verkehr zwischen Echterdingen, Flughafen/Messe und Filderstadt-Bernhausen über 12-14 Monate komplett eingestellt werden müsse. Wir haben vor kurzem schon →darüber berichtet.

Die Region Stuttgart als politisch Verantwortliche und Betreiberin der S-Bahn musste sich nun zwangsläufig mit dieser schlechten Nachricht auseinandersetzen. In seiner Sitzung am 27.02.2019 beriet der Verkehrsausschuss des Regionalparlaments eine →Vorlage der Verbandsgeschäftsstelle. Im Vortrag dazu sprach Verkehrsdirektor Dr. Wurmthaler versehentlich sogar von einer Sperrung zwischen Rohrer Kurve und Flughafen, hoffentlich keine Freud’sche Fehlleistung. Letzlich empfahl er die Annahme der von der DB geforderten Vollsperrung als das letztlich geringere Übel, wenn auch mit flankierenden Forderungen.

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Gewaltige Investitionen für die S-Bahn

… für Fahrzeugbeschaffung und Einführung ETCS

Im Verkehrsausschuss des Regionalparlaments wurde am 23.1.2019 im einzigen Tagesordnungspunkt eine Beschlussvorlage für die Regionalversammlung diskutiert und anschließend einstimmig verabschiedet,

Dazu präsentierte der Leitende Verkehrsdirektor des VRS, Dr. Jürgen Wurmthaler, eine Tischvorlage →Verlängerung Verkehrsvertrag/ETCS/Fahrzeugbeschaffung. In dieser wurde im Wesentlichen dargestellt, dass ohne die Einführung von ETCS im gesamten erweiterten Stammstreckenbereich Österfeld ↔ Mittnachtstraße keine Verbesserung und Leistungssteigerung (Pünktlichkeit, Takterhöhung) möglich sei, weil ein Infrastrukturausbau oder eine bessere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur nicht finanzier- bzw. realisierbar sei.

Zusammenfassung der Beschlussvorlage

  • Beschaffung von 58 zusätzlichen Zügen der Baureihe 430
  • Ausrüstung der gesamten Fahrzeugflotte mit ETCS/ATO
  • Klärung von vertraglichen Voraussetzungen/Finanzierung

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Offizielle Pünktlichkeit der S-Bahn Stuttgart im Januar 2019

Nachdem wir im Januar aufgrund fehlender oder fehlerhafter Daten keine eigene Pünktlichkeitsstatistik erstellen konnten, müssen wir uns nun wohl oder übel mit den von der S-Bahn Stuttgart veröffentlichten Daten zufriedengeben, die jetzt auf der Internetseite der S-Bahn veröffentlicht wurden.

Zusammenfassung:
Die offizielle Pünktlichkeit war im Januar 2019 so schlecht, wie noch nie zuvor im ersten Monat eines Jahres. Der Negativtrend bei der Pünktlichkeit hält also leider weiter an.

Ein Grund für die schlechte Pünktlichkeit waren sicherlich die vielen Störungen, welche für Verspätungen sorgten und sich oftmals über den ganzen Tag hinzogen. Besonders hart hat es wie berichtet die Linie S6 getroffen, auf der es wochenlang fast jeden Tag größere Verspätungen gab.

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