ETCS kann die Probleme der Stuttgarter S-Bahn nicht lösen!

In den vergangenen Wochen gab es verschiedene Publikationen zu einer Studie des Verkehrswissenschaftlichen Instituts Stuttgart GmbH (VWI), in der die Vorteile eines Einsatzes des Systems ETCS (European Train Control System) für die Stuttgarter S-Bahn beleuchtet werden. Das Ergebnis der Untersuchung wurde weithin mit Freude zur Kenntnis genommen und führte verbreitet zu dem Fazit, ETCS könne einen markanten Beitrag zur Lösung der Probleme der Stuttgarter S-Bahn leisten, ja sogar bis zu einem Drittel mehr Züge als heute ermöglichen.

Diese Schlussfolgerung ist falsch, ETCS kann die Probleme nicht lösen. Die errechneten Leistungssteigerungen erscheinen theoretisch. Selbst wenn sie erreicht würden, wären sie nicht ETCS zuzurechnen, sondern infrastrukturellen Veränderungen, die auch ohne ETCS gut genutzt werden können.

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Wie ich den Stau lieben lernte –
eine Woche mit der Stuttgarter S-Bahn

Folgender Leserbrief von Andrea Hund erreichte uns zwar schon vor ein paar Tagen, aber er ist eigentlich zeitlos.


Die letzte Woche (KW 9 – Anmerkung der Redaktion) konnte man sich dem Chaos auch als wenig aufmerksamer Zeitungsleser nicht entziehen, daher habe ich meine Eindrücke einmal aufgeschrieben.

Die Nutzung des ÖPNV ist deutlich nachhaltiger als die Fahrt mit dem PKW. Noch dazu, wenn man jeden Tag allein drinsitzt. Und regelmäßig überlege ich, ob es nicht doch richtig wäre, auf die Bequemlichkeit zu verzichten und den längeren Arbeitsweg in Kauf zu nehmen. Aber eine einzige Woche Zeitungslektüre – und ich weiß wieder, warum ich mit dem Auto fahre. Selbst, wenn ich bei Stau fast genauso lange unterwegs bin, wie ich es mit der Bahn wäre.

Aber in dieser Woche hätte es mich wirklich überall erwischen können:

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Pünktlichkeitsstatistik Februar 2015

Wir freuen uns, Ihnen auch dieses Mal bereits am Monatsersten des Folgemonats unsere – aus dem Live-Fahrplan der DB Regio ermittelten – Pünktlichkeitswerte der Stuttgarter S-Bahn-Linien für den vergangenen Monat Februar 2015 präsentieren zu können.
(Hinweis: Die Pünktlichkeitsentwicklung von Januar 2014 bis heute finden Sie am Schluss dieses Beitrags).

Februar 2015 als Balkendiagramm

Februar 2015 als Balkendiagramm

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Wer die Pünktlichkeitswerte in Tabellenform bevorzugt, hier ist sie:

3-Minuten 6-Minuten 3-Minuten 6-Minuten
(GVZ) (GVZ) (nur HVZ) (nur HVZ)
Ziel-Wert 94,5 % 98,0 % 91,5 % 98,0 %
Ist-Wert (alle ∅) 86,1 % 96,1 % 77,6 % 93,7 %
Einzelne Linien
S1 81,9 % 95,1 % 72,6 % 92,4 %
S2 83,4 % 95,0 % 70,8 % 91,1 %
S3 83,2 % 94,8 % 71,2 % 91,6 %
S4 91,7 % 97,7 % 86,6 % 96,1 %
S5 87,2 % 97,2 % 81,6 % 96,3 %
S6 91,3 % 97,8 % 82,7 % 95,5 %
S60 93,7 % 98,3 % 90,9 % 97,9 %

HVZ = Hauptverkehrszeit (Mo.-Fr. 6:00-9:00 und 15:30-19:30, außer an Feiertagen),
GVZ = Gesamt-Verkehrszeit (alle Tage 0-24 Uhr)

Wie schon im Vormonat war die Gesamtpünktlichkeit der S-Bahn Stuttgart auch im Februar schlechter als im Vergleichsmonat des Vorjahrs 2014. Diese Verschlechterung betrifft allerdings anders als im Januar nur die Gesamtverkehrszeit und nicht die Zahlen der HVZ, die erfahrungsgemäß zwischen den einzelnen Monaten stärker streuen.

Unpünktlicher als im Vorjahr waren erneut vor allem die Linien S1, S2 und S3, vermutlich bedingt durch den Umstieg auf die neuen Fahrzeuge der Baureihe 430. Auffällig im Februar ist eine Verschlechterung der 3-Minuten-Pünktlichkeit bei der Linie S4 und eine Verbesserung bei der Linie S60. Ob es sich hierbei um einen längerfristigen Trend handelt bleibt abzuwarten.

Bei der 3-Minuten-Pünktlichkeit scheint sich die Ende 2014 beobachtete Drei-Klassen-Gesellschaft zu zementieren. Sie lag in den ersten beiden Monaten des Jahres bei den Linien S1-S3 zwischen 80 und 85%, bei der Linie S5 zwischen 85 und 90% und bei den Linien S4, S6 sowie S60 zwischen 90 und 95%. Somit kamen nur drei von sieben Linien wenigstens in die Nähe des Zielwerts von 94,5%.

Bei der 6-Minuten-Pünktlichkeit zeigt sich ein ähnliches Bild, wobei die S5 hier eher den Anschluss an die Spitzengruppe halten kann. Den Zielwert von 98% erreicht nur die Linie S60, die Linien S1-S3 markieren die Schlusslichter in der Statistik mit Werten um die 95%.

Es sollte natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass diese Werte über alle gleichzeitigen Fahrten einer Linie in beide Richtungen ermittelt werden, so dass sich zwangsläufig eine Durchschnittsbildung zwischen Start und Ziel ergibt. Die Pünktlichkeit für bestimmte Destinationen kann daher sowohl besser als auch sehr viel schlechter sein. Außerdem  ist das System insbesondere zur HVZ ohne (Teil-)Ausfälle einzelner Fahrten nicht mehr zu stabilisieren. Diese Ausfälle führen wiederum durch verpasste Anschlüsse und den damit verbundenen Wartezeiten von oftmals 30 Minuten und mehr, zu einer weiteren extremen Verschlechterung der Reisendenpünktlichkeit. Die Reisendenpünktlichkeit wird durch diese Pünktlichkeitsstatistiken leider nicht sichtbar, weil ausgefallene Fahrten nicht in die Pünktlichkeitsstatistik eingehen, da – so die Bahn – nicht fahrende Züge auch nicht unpünktlich oder verspätet sein können.

Seit Dezember 2014 twittert unser SBahnStgt Warner die auf den Abfahrts- und Ankunftsseiten der DB veröffentlichten Teil- und Komplett- Ausfälle recht zuverlässig. Da diese Angaben relativ oft im Nachhinein wieder umdisponiert werden, haben wir wenigstens bis heute darauf verzichtet, daraus eine Monatsstatistik zu machen, weil sie einfach nicht seriös genug wäre. Wir werden daher an besonders schlimmen Tagen wie bereits bisher eine Tagesstatistik veröffentlichen. Da die Bahn die Verspätungsminuten und gefahrenen Kilometer minutiös erfasst, wäre es eigentlich die Aufgabe der DB, diese Daten öffentlich preiszugeben. Aber vielleicht schafft es der Verband Region Stuttgart ja noch, die DB dazu zu veranlassen.
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Pünktlichkeitsentwicklung seit Januar 2014

Durch einen Klick auf ▸HIER können Sie die Pünktlichkeitsentwicklung von Januar 2014 bis Februar 2015 getrennt nach HVZ und Gesamtzeit auf einer einzigen Seite einsehen.

Die Pünktlichkeitsentwicklung einer bestimmte Linie (oder aller Linien im Durchschnitt) erreichen Sie mit einem Klick auf den entsprechenden Link: Alle | S1 | S2 | S3 | S4 | S5 | S6 | S60.    ↑zurück zum Seitenbeginn

12 Komplett- und 40 Teilausfälle am 25.02.2015

Am 25.02.2015 hat unser Ausfallwarner wieder sage und schreibe 12 Komplett- und 40 Teilausfälle bei der S-Bahn Stuttgart getwittert.

Der Reigen begann schon heute morgens um 7:45 als eine S3 mit einer neuen Baureihe 430 zwischen Bad Cannstatt und Stuttgart Hbf (tief) mit einem technischen Defekt liegen blieb. Die Stuttgarter Zeitung berichtete.

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Neues vom S-Bahn Stuttgart Monitor

Update vom 25.02.2015:

Die im Beitrag unten angekündigten Änderungen und weiteres mehr wurden nun umgesetzt:

  • Für den aktuellen Standort und die Stationen (Halte) wurden OpenStreepMap-Karten verlinkt
  • Die vielen Buttons auf der Startseite, die bislang zu den Unterseiten führten, wurden durch ein zentrales Dropdown-Menü links unter der Seiten-Überschrift ersetzt
  • Der Seitenkopf mit Überschrift, Menü, Datum und Uhrzeit scrollt nun nicht mehr mit, sondern ist fest auf der Seite verankert. Das selbe gilt für die Tabellenüberschriften.

Bitte bei Darstellungsproblemen die Seite aktualisieren oder den Browser-Cache löschen.

Die speziell für Smartphones entwickelte Webseite S-Bahn Stuttgart Monitor wurde weiterentwickelt und bietet jetzt einige neue Funktionen, die in diesem Beitrag beschrieben werden. Für die grundlegende Arbeitsweise und die bisherigen Funktionen verweise ich an dieser Stelle auf den Artikel vom Anfang des Jahres.

Die Startseite wurde optisch verändert und mit einem Dropddown-Menü ausgestattet: Weiterlesen

Schande: jeder zehnte Aufzug defekt

Email von: Andreas Kegreiß, Fahrgastverband Pro Bahn
An: RAN Baden-Württemberg der DB

Kopie an:

  • Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der DB Südwest
  • Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der DB
  • Thomas Hachenberger, Geschäftsführer Verkehrsverbund Stuttgart (VVS)
  • Dr. Jürgen Wurmthaler, Leitender Verkehrsdirektor Verband Region Stuttgart (VRS)

Guten Tag,

in der Region sind derzeit sehr viele Aufzüge defekt:

http://www.vvs.de/aktuelles/verkehrsmeldungen/aufzuege-und-zugaenge/

Was sind die Gründe für die längeren Ausfälle („bis auf weiteres“)? Bitte benennen und ein Datum für die Fehlerbehebung angeben. Weiterlesen

Aufbereitung des Störungsfalls Oberleitungsschaden S-Bahn

Email von: Andreas Kegreiß, Fahrgastverband Pro Bahn
An: RAN Baden-Württemberg der DB

Kopie an:

  • Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der DB Südwest
  • Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der DB
  • Thomas Hachenberger, Geschäftsführer Verkehrsverbund Stuttgart (VVS)
  • Dr. Jürgen Wurmthaler, Leitender Verkehrsdirektor Verband Region Stuttgart (VRS)

Guten Tag,

auf dem Heimweg von der Arbeit wurde ich am vergangenen Mittwoch wegen einer gerissenen Oberleitung http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gerissene-oberleitung-bei-stuttgarter-s-bahn-s-bahn-betrieb-soll-wieder-normal-laufen.cc3f330d-4968-4eb7-84c6-86a27431fb28.html und schlechtem Notfallmanagement aufgehalten.

Ich habe dazu ein paar Fragen:

  • Wie lange darf es dauern bis ein Notfallmanager vor Ort ist? Es hatte für uns im Zug sehr lange gedauert. Feuerwehren sind im Land in der Regel so verteilt, dass sie nach spätestens 15 Minuten da sind.
  • Kann die Feuerwehr in Baden-Württemberg die Erdungsaufgabe in das Portfolio aufnehmen? Ist das „nur“ eine Kostenfrage?
  • Worauf basierte die falsche Analyse, dass die Oberleitung an zwei Stellen gerissen ist?
  • Hätte die S-Bahn 300 Meter vor der Haltestelle Universität auch zurück zur Schwabstraße rollen können?

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41 Ausfall-Tweets am Donnerstag 12. Februar 2015

Der Donnerstag 12. Februar 2015 war mit 14 Komplett- und 27 Teilausfällen, also insgesamt 41 getwitterten Ausfällen unseres Ausfallwarners wieder ein recht schwarzer Tag für die S-Bahn Stuttgart. Bitte hierzu den Hinweis am Ende des Beitrags beachten.

Es waren zwar laut VVS auch ein Notarzt- und ein Polizeieinsatz dabei, aber der Löwenanteil der Ausfälle und Verspätungen wurde durch fehlerhafte Infrastruktur und Technik, nämlich eine Stellwerkstörung sowie zwei Fahrzeugstörungen verursacht.

Mit insgesamt 4 Ersatzfahrten zwischen 16:30 und 18:00 versuchte die DB die Ausfälle wenigstens etwas zu kompensieren.

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Pressespiegel KW 4 / 2015

Nach dem Schwarzen Montag am 19.1., der den geplagten S-Bahn-Kunden sage und schreibe fast 60 Teil- und Komplettausfälle beschert hat und nach der Veröffentlichung der offiziellen Pünktlichkeitsstatistik für Dezember 2014 (wir berichteten hier und hier) hat die Lokalpresse mit zum Teil sehr drastischen Worten über den Zustand der S-Bahn und deren Verantwortliche berichtet.

Hier ein Auszug aus den Presseartikeln der letzten Tage:

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